Mit En­ga­ge­ment so­zia­len Zu­sam­men­halt stif­ten

Talk­run­de beim Stif­tungs­tag zum The­ma „Rei­ches Land – trotz­dem geht nichts oh­ne Eh­ren­amt“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück - Des Eh­ren­amts.

Zu ei­ner ge­mein­sa­men Abend­ver­an­stal­tung im Rah­men des Deut­schen Stif­tungs­ta­ges lu­den die Ca­ri­tas-Ge­mein­schafts­stif­tung Os­na­brück und die Evan­ge­li­schen Stif­tun­gen Os­na­brück in die St.Ma­ri­en-Kir­che. Auch der ehe­ma­li­ge Bun­des­prä­si­dent Chris­ti­an Wul­ff war ge­kom­men, um über den Ein­satz Eh­ren­amt­li­cher und die Auf­ga­ben des Stif­tungs­we­sens zu spre­chen.

„Ganz schön stu­pid: Rei­ches Land – trotz­dem geht nichts oh­ne Eh­ren­amt“lau­te­te das Mot­to der Ver­an­stal­tung. Mo­de­ra­tor Lud­ger Abeln hieß den ehe­ma­li­gen Bun­des­prä­si­den­ten Chris­ti­an Wul­ff in sei­ner Hei­mat­stadt herz­lich will­kom­men.

In ei­ner fa­cet­ten­rei­chen und mit viel Ap­plaus be­glei­te­ten Re­de ging Wul­ff zu­nächst auf die zahl­rei­chen Kri­sen­phä­no­me­ne der Ge­gen­wart Chris­ti­an Wul­ff ein. Wach­sen­der Po­pu­lis­mus, Eu­ro­pa-Skep­sis, Na­tio­na­lis­mus und Ab­schot­tungs­ten­den­zen zeig­ten an, so Wul­ff, dass ei­ne li­be­ra­le Ord­nung kei­nes­falls als ei­ne Ga­ran­tie zu be­trach­ten sei. An­ge­sichts des­sen be­grif­fen vie­le Men­schen, wie not­wen­dig es sei, sich zu en­ga­gie­ren und für die De­mo­kra­tie ak­tiv ein­zu­set­zen. Aber auch der Staat sei ge­for­dert, um Miss­bräu­chen und Ent­fes­se­lun­gen im Glo­ba­li­sie­rungs­pro­zess zu be­geg­nen, er­gänz­te der ehe­ma­li­ge Bun­des­prä­si­dent.

Wul­ff be­nann­te aber auch zahl­rei­che po­si­ti­ve Aspek­te, zu de­nen er et­wa ge­wach­se­ne mit­tel­stän­di­sche Struk­tu­ren und kom­pe­ten­te Kom­mu­nen zähl­te, aber auch je­ne en­ga­gier­ten Bür­ger, die, so Wul­ff, „un­ser Land tra­gen“. Auch die ge­sell­schaft­li­che Be­deu­tung des Stif­tungs­en­ga­ge­ments hob er aus­drück­lich her­vor. Als Ak­teu­re der Zi­vil­ge­sell­schaft soll­ten die­se den Staat nicht er­set­zen, son­dern er­gän­zen. Ins­be­son­de­re die Ar­beit re­gio­na­ler Stif­tun­gen in und um Os­na­brück zei­ge, was sich mit die­ser Ar­beit be­wir­ken las­se.

Zur an­schlie­ßen­den Talk­run­de be­grüß­te Lud­ger Abeln ne­ben dem ehe­ma­li­gen Bun­des­prä­si­den­ten auch den Os­na­brü­cker Weih­bi­schof Jo­han­nes Wüb­be, Frie­de­ri­ke von Bünau, Ge­schäfts­füh­re­rin der EKHN-Stif­tung, und Lie­der­ma­cher und Pfar­rer Cle­mens Bitt­lin­ger, der den Abend auch mu­si­ka­lisch er­öff­net hat­te.

Im Ge­spräch wur­de deut­lich, dass das Stif­tungs­we­sen in Deutsch­land mit al­lein 22 000 der­zeit ein­ge­tra­ge­nen Stif­tun­gen bür­ger­li­chen Rechts viel­fäl­ti­ge the­ma­ti­sche An­knüp­fungs­punk­te bie­tet.

Ne­ben dem En­ga­ge­ment der mitt­ler­wei­le rund 200 Bür­ger­stif­tun­gen in Deutsch­land gin­gen die Dis­ku­tan­ten auch auf die po­li­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen des Stif­tungs­we­sens ins­ge­samt ein und wie­sen auf die Wech­sel­wir­kung von Eh­ren­amt und stif­te­ri­schem En­ga­ge­ment hin. Der Er­lös der Ver­an­stal­tung kommt der Bahn­hofs­mis­si­on zu­gu­te.

sprach beim Stif­ter­tag über die Be­deu­tung Fo­to: Eg­mont Sei­ler

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