Spiel­hal­len ban­gen wei­ter

Gro­ße Rat­lo­sig­keit nach Ge­richts­ur­tei­len

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Kommt es doch noch zum Kahl­schlag un­ter den 87 Spiel­hal­len in Os­na­brück? Nach dem Ur­teil des Ver­wal­tungs­ge­richts am Mitt­woch zu­guns­ten der Spiel­hal­len­be­trei­ber herrscht wei­ter Ve­r­un­si­che­rung in der Bran­che. Der Blick rich­tet sich auf Wirt­schafts­mi­nis­ter Lies in Han­no­ver.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat­te die ge­plan­te Schlie­ßung von 52 der 87 Spiel­stät­ten in Os­na­brück ge­stoppt. Die Aus­wahl durch das Los sei rechts­wid­rig ge­we­sen, sag­te das Ge­richt. Die Stadt hät­te als voll­zie­hen­de Be­hör­de nach sach­li­chen, nach­voll­zieh­ba­ren Kri­te­ri­en ent­schei­den müs­sen, wel­che Spiel­hal­le auf Grund­la­ge des neu­en Glücks­spiel­staats­ver­tra­ges bis zum 30. Ju­ni 2017 zu schlie­ßen ist.

Mi­nis­te­ri­um ge­for­dert

Jetzt steht der Fach­be­reich Bür­ger und Ord­nung vor der Auf­ga­be, bis En­de Ju­ni ei­nen trans­pa­ren­ten und rechts­si­che­ren Kri­te­ri­en-Ka­ta­log zu er­stel­len. Fach­be­reichs­lei­te­rin San­dra Solf ist et­was rat­los – weil es ge­gen­tei­li­ge Ur­tei­le gibt und das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um in Han­no­ver den Kom­mu­nen bis­lang nichts Hilfs­rei­ches an die Hand ge­ge­ben hat. „Wir wer­den die Ge­richts­ur­tei­le aus­wer­ten und en­gen Kon­takt hal­ten mit dem Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um, wie al­le an­de­ren Kom­mu­nen auch“, sag­te San­dra Solf am Don­ners­tag. Im Kl­ar­text: Wirt­schafts­mi­nis­ter Olaf Lies (SPD) ist ge­for­dert.

Wäh­rend das Os­na­brü­cker Ver­wal­tungs­ge­richt den Spiel­hal­len­be­trei­bern recht ge­ge­ben und die Schlie­ßungs­be­schei­de auf­ge­ho­ben hat­te, ent­schie­den die Kol­le­gen in Ol­den­burg ge­gen die Spiel­hal­len­be­trei­ber und zu­guns­ten der Stadt Del­men­horst. Wich­tig: Das Er­geb­nis ist ge­gen­sätz­lich, in der recht­li­chen Be­wer­tung lie­gen die bei­den Ge­rich­te aber auf ei­ner Li­nie. Bei­de hal­ten das Los­ver­fah­ren für rechts­wid­rig. „Das Ge­richt hat­te zwar Zwei­fel am Los­ver­fah­ren der Stadt, weil sach­li­che Kri­te­ri­en für den Weg­fall von Spiel­hal­len aus­schlag­ge­bend sein müs­sen. Der Zwei­fel hat sich aber nicht aus­ge­wirkt, weil die Spiel­hal­len sach­lich un­ter­schieds­los be­trach­tet wor­den sind“, ant­wor­te­te ein Ge­richts­spre­cher auf An­fra­ge des Del­men­hors­ter Kreis­blat­tes.

Ma­rio Hoffmeister, Spre­cher des Glücks­spiel­un­ter­neh­mens Gau­sel­mann, geht da­von aus, dass al­le Spiel­stät­ten über den 30. Ju­ni 2017 hin­aus be­trie­ben wer­den kön­nen. Das Os­na­brü­cker Ur­teil sei für ganz Nie­der­sach­sen be­deut­sam. Hoffmeister wei­ter: „Da­mit die un­kla­re Rechts­la­ge nicht zu ei­ner – we­der von uns an­ge­streb­ten, aber si­cher auch nicht von den Städ­ten ge­woll­ten – Pro­zess­la­wi­ne führt, soll­ten von den zu­stän­di­gen Stel­len in der Lan­des­re­gie­rung rechts­si­che­re und trag­fä­hi­ge Lö­sun­gen ge­fun­den wer­den. Bis da­hin soll­te der Voll­zug des Ge­set­zes aus­ge­setzt wer­den. Denn sonst droht ein lan­des­wei­tes Ver­wal­tungs­cha­os.“

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