Nicht je­de Stra­ße ist zu re­pa­rie­ren

Bau­stel­len in den kom­men­den Mo­na­ten – Flick­zug in Os­na­brück un­ter­wegs

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Schlag­lö­cher hier, Spur­ril­len dort: Im­mer­hin ei­nen sie­ben­stel­li­gen Eu­ro­be­trag lässt sich die Stadt Os­na­brück pro Jahr die Sa­nie­rung und den Neu­bau von Stra­ßen kos­ten. Ne­ben vie­len klei­nen Re­pa­ra­tu­ren ste­hen in den kom­men­den Mo­na­ten auch grö­ße­re Pro­jek­te an – denn nicht je­de Stra­ße ist zu re­pa­rie­ren.

Von Se­bas­ti­an Phil­ipp

Wenn der Win­ter vor­bei ist, sind meist die Schlag­lö­cher da: Weil die Wit­te­rung und der Ver­kehr den Os­na­brü­cker Stra­ßen­be­lä­gen in der kal­ten Jah­res­zeit arg zu­set­zen, geht für die Stadt stets im Früh­jahr die Ar­beit auf dem Bo­den der Tat­sa­chen los. In Os­na­brück gibt es al­ler­dings ei­ne Zwei­tei­lung: Die et­was klei­ne­ren Ar­bei­ten auf den obe­ren Zen­ti­me­tern der Stra­ßen über­nimmt der Os­na­brü­cker Ser­vice­be­trieb (OSB). Lohnt sich ei­ne Re­pa­ra­tur nicht mehr und muss die Stra­ße grund­haft er­neu­ert wer­den, kommt der städ­ti­sche Fach­be­reich Geo­da­ten und Ver­kehrs­an­la­gen ins Spiel.

Doch ab wann ist ei­ne Stra­ße so ka­putt, dass das Fli­cken al­lei­ne nichts mehr bringt? Jür­gen Schmidt weiß, wo sei­ne Pap­pen­hei­mer lie­gen, oder viel­mehr: wo sie brö­seln. Die Bram­scher Stra­ße sei ein ty­pi­scher Fall für ei­ne Stra­ße, die drin­gend von Grund auf er­neu­ert wer­den müss­te. „Die Bram­scher Stra­ße Im­mer­hin ei­nen sie­ben­stel­li­gen Eu­ro­be­trag lässt sich die Stadt Os­na­brück pro Jahr die Sa­nie­rung und den Neu­bau von Stra­ßen kos­ten.

lässt sich ir­gend­wann nicht mehr ef­fi­zi­ent fli­cken. Auf­grund der Schä­den im Un­ter­grund und des un­ter­schied­li­chen Auf­baus muss sie ei­gent­lich kom­plett er­neu­ert wer­den“, sagt Schmidt. Glei­ches gilt für die Knoll­stra­ße, die be­reits seit Mo­na­ten ge­sperrt ist und bis ins Jahr 2019 hin er­neu­ert wird.

Ein ähn­li­cher Fall ist die Rhei­ner Land­stra­ße zwi­schen Rü­ck­ert­stra­ße und Mo­zart­stra­ße. Den Be­ginn der Ar­bei­ten, die auch den Ka­nal­bau und die Er­neue­rung von Bus­hal­te­stel­len be­inhal­ten sol­len, vi­siert

Schmidt für die kom­men­den zwei Jah­re an – je nach­dem, wie die Po­li­tik ent­schei­det. Al­lei­ne in den Stra­ßen­bau könn­ten dann rund 2,5 Mil­lio­nen Eu­ro flie­ßen. Ei­nen an­de­ren Hin­ter­grund ha­ben die Pla­nun­gen, die Schlacht­hof­stra­ße in der Gart­la­ge um­zu­bau­en. Hier soll wahr­schein­lich ab 2018 ein ers­ter Ab­schnitt für den Rad­schnell­weg von Os­na­brück nach Belm ent­ste­hen – da­zu wird die Stra­ße kom­plett sa­niert. Grö­ße­re Bau­ar­bei­ten in den kom­men­den Mo­na­ten sind au­ßer­dem am Lie­ne­schweg und in der Glück­auf­stra­ße ge­plant. Die mehr­mo­na­ti­gen

Ar­bei­ten zur Er­neue­rung der Mi­quel­stra­ße ha­ben im April be­gon­nen. Mög­li­cher­wei­se noch in die­sem Mo­nat geht es end­gül­tig am Bahn­hof Sutt­hau­sen los. 1,3 Mil­lio­nen Eu­ro in­ves­tiert die Stadt, um Au­to­fah­rern, Rad­lern und Fuß­gän­gern den Um­stieg auf Bus oder Bahn zu er­leich­tern. Auf Schmidts Lis­te für die kom­men­den Mo­na­te ste­hen au­ßer­dem noch der Hör­ner Weg und die Ham­bur­ger Stra­ße.

Die Stadt ver­fährt beim Stra­ßen­neu­bau nach ei­ner Prio­ri­tä­ten­lis­te: Kann die Stra­ße mit ei­ner Re­pa­ra­tur zu­min­dest mit­tel­fris­tig be­nutz­bar

ge­macht wer­den oder drängt ei­ne Er­neue­rung? Sind drin­gen­de ver­kehr­li­che Pro­ble­me zu lö­sen? Au­ßer­dem spielt ei­ne Rol­le, ob Ka­nal­bau­ar­bei­ten an­ste­hen und so­mit qua­si zwei Flie­gen mit ei­ner Klap­pe ge­schla­gen wer­den kön­nen – so wie es bei der Knoll­stra­ße der Fall ist.

Ist ei­ne Stra­ße mit Re­pa­ra­tur­ar­bei­ten und ei­ner De­cken­sa­nie­rung zu­min­dest für ei­ne ge­wis­se Zeit zu ret­ten, kommt der OSB ins Spiel. An Dut­zen­den Stra­ßen im Stadt­ge­biet wird er in die­sem Jahr ent­we­der sel­ber tä­tig – oder be­auf­tragt Fach­un­ter­neh­men mit der Re­pa­ra­tur der As­phalt­de­cke. In den meis­ten Fäl­len gibt es Hand­lungs­be­darf, weil Wit­te­rung und Stra­ßen­ver­kehr dem Ober­flä­chen­be­lag so arg zu­set­zen, dass Ris­se oder so­gar Schlag­lö­cher ent­ste­hen. Nach ei­ner Prio­ri­tä­ten­lis­te wer­den dann die Stra­ßen ab­schnitts­wei­se er­neu­ert oder punk­tu­ell ge­flickt, er­läu­tert OSB-Spre­che­rin Ka­trin Hof­mann. Seit April ist der OSB mit dem so­ge­nann­ten Flick­zug in der Stadt un­ter­wegs. Fremd­fir­men be­sei­ti­gen in­ner­halb von zwölf Wo­chen im städ­ti­schen Auf­trag die schlimms­ten Win­ter­schä­den.

Dass bau­stel­len­be­ding­te Sper­run­gen nicht auf un­ge­teil­te Ge­gen­lie­be sto­ßen, weiß auch Schmidt. „Wir ver­su­chen, die Be­las­tung so ge­ring wie mög­lich zu hal­ten, müs­sen aber auch un­se­rer Auf­ga­be ge­recht wer­den, die In­fra­struk­tur zu er­hal­ten.“Üb­ri­gens: Auch wenn im Sprach­ge­brauch oft noch von Te­er­ko­lon­nen die Re­de ist, wird die­ser Bau­stoff schon lan­ge nicht mehr ver­wen­det. Teer­s­ei be­reits in den 70er-Jah­ren aus Um­welt­schutz­grün­den aus dem Stra­ßen­bau ver­bannt wor­den, sagt Benjamin Dietrich, beim OSB zu­stän­dig für die Stra­ßen­un­ter­hal­tung. Weil po­ly­zy­kli­sche aro­ma­ti­sche Koh­len­was­ser­stof­fe ins Grund­was­ser ge­lan­gen könn­ten, wird mitt­ler­wei­le Bi­tu­men ver­wen­det.

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