Le­ben­dig, duf­tend und le­cker

Bal­kon­gär­ten be­ste­chen mit Ab­wechs­lungs­reich­tum – Pflan­zen im Hin­blick auf ih­re in­di­vi­du­el­len Stand­ort­an­sprü­che aus­wäh­len

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Garten Und Balkon -

Ein Bal­kon kann auf ganz un­ter­schied­li­che Wei­se krea­tiv und in­di­vi­du­ell ge­stal­tet wer­den. Die le­ben­digs­te, duf­tends­te und wohl­schme­ckends­te Va­ri­an­te ist ein Topf­gar­ten, in dem ne­ben Blu­men auch Kräu­ter und ei­ni­ge Obst- oder Ge­mü­se­sor­ten ge­dei­hen.

GP OS­NA­BRÜCK. Auf klei­ner Flä­che ist das ein Ort der Ent­span­nung, an dem selbst Stadt­men­schen den Som­mer im Grü­nen und un­ter frei­em Him­mel ge­nie­ßen kön­nen. Be­son­de­res High­light sind le­cke­re Köst­lich­kei­ten wie Erd­bee­ren oder Cher­ry­to­ma­ten, die zum Na­schen ein­la­den und den Hob­by­gärt­ner mit Stolz er­fül­len. Da ein Bal­kon zu gro­ßen Tei­len je­des Jahr aufs Neue be­pflanzt wird, bie­tet er zu­dem ei­nen un­glaub­li­chen Ab­wechs­lungs­reich­tum. Wo im letz­ten Som­mer noch Dahli­en und Gera­ni­en far­ben­präch­tig blüh­ten, kön­nen die­ses Jahr Min­ze und Zi­tro­nen­me­lis­se mit ih­rem Duft be­zau­bern und schon bald von feu­ri­gen Chi­li- oder Pa­prik­a­pflan­zen ab­ge­löst wer­den. Der Krea­ti­vi­tät sind nur we­ni­ge Gren­zen ge­setzt.

Der per­fek­te Zeit­punkt für die Gestal­tung des ei­ge­nen Som­mer-Bal­kons ist jetzt. Sind die Eis­hei­li­gen am 15. Mai ab­ge­war­tet und Näch­te mit Frost vor­bei, kön­nen mehr­jäh­ri­ge Pflan­zen wie­der nach drau­ßen ge­bracht und neue Blu­men, Kräu­ter, Ge­mü­se­sor­ten aus­ge­sucht und ein­ge­pflanzt wer­den. In ers­ter Li­nie kommt es da­bei ganz auf den ei­ge­nen Ge­schmack an. Trotz­dem ist es rat­sam, auch an­de­re Fak­to­ren in die neue Gestal­tung ein­flie­ßen zu las­sen. „Schon im Vor­feld soll­ten sich Ge­dan­ken be­züg­lich

der Licht­ver­hält­nis­se ge­macht und die Pflan­zen im Hin­blick auf ih­re in­di­vi­du­el­len Stand­ort­an­sprü­che aus­ge­wählt wer­den“, rät Gar­ten­bau­in­ge­nieu­rin Ju­dith Bir­cher. „Ob schat­tig, halb­schat­tig oder son­nig spielt ei­ne ent­schei­den­de Rol­le, da­mit sie gut ge­dei­hen und ei­ne gro­ße An­zahl an Blü­ten und Früch­ten her­vor­brin­gen“.

Wäh­rend Fuch­si­en, Hor­ten­si­en oder Pe­ter­si­lie auch an schat­ti­ge­ren Plät­zen wach­sen und sich da­her für ei­nen Nord­bal­kon eig­nen, ver­lan­gen Hi­bis­kus und Jas­min viel Licht. La­ven­del, Zi­tro­nen­thy­mi­an oder Mi­ni-Pe­tu­ni­en rei­chen die son­ni­gen Abend­stun­den des West­bal­kons, wäh­rend

Män­ner­treu oder Bunt­nesseln ger­ne schon am Mor­gen die Son­ne ge­nie­ßen. „Bei schat­ti­gen Bal­ko­nen muss auf­grund der ge­rin­ge­ren Ver­duns­tung be­son­ders auf Stau­näs­se ge­ach­tet wer­den, da­mit die Wur­zeln nicht er­trin­ken – Blu­men­töp­fe soll­ten da­her im­mer Lö­cher im Bo­den so­wie ei­ne Drai­na­ge­schicht aus Bläh­ton auf­wei­sen, so­dass über­schüs­si­ges Was­ser ver­si­ckern und ab­flie­ßen kann“, so Bir­cher. Die Er­de ist idea­ler­wei­se im­mer feucht, aber nie­mals nass. Klei­ner Tipp: Bal­kon­ge­mü­se und -obst ge­ne­rell im­mer nur so viel gie­ßen, wie die Pflan­zen zum Le­ben brau­chen. Dann fällt das Ge­schmacks­er­leb­nis bei der Ern­te in­ten­si­ver aus.

Aus­rei­chend Licht, Luft, Was­ser und Er­de sind un­ent­behr­lich für Blu­men und Pflan­zen. Ge­nau wie der Mensch be­nö­ti­gen sie für Ge­sund­heit und Wachs­tum zu­dem ei­ne aus­ge­wo­ge­ne, re­gel­mä­ßi­ge Er­näh­rung, an­sons­ten kann es zu Man­gel­er­schei­nun­gen und Schäd­lings­be­fall kom­men. „Pflan­zen brau­chen Stick­stoff für ihr Blatt­wachs­tum, Phos­phor zur Blü­ten­bil­dung und Ka­li­um zur Kräf­ti­gung“, er­klärt Bir­cher. „Auch Spu­ren­ele­men­te wie Ma­g­ne­si­um, Kal­zi­um, Ei­sen, Man­gan und Zink sind un­ent­behr­lich, wenn auch in ge­rin­ge­rem Ma­ße not­wen­dig. Die rich­ti­ge Do­sie­rung ist hier der sprin­gen­de Punkt“. Viel Dün­ger führt

nicht zwangs­läu­fig zu dem bes­ten Er­geb­nis. Ei­ne re­gel­mä­ßi­ge, be­darfs­ge­rech­te Dün­gung hin­ge­gen lie­fert den Blu­men und Pflan­zen ge­nau das Maß an Nähr­stof­fen, das sie be­nö­ti­gen.

Hier emp­fiehlt sich die Ver­wen­dung von Lang­zeit­dün­ger, bei­spiels­wei­se prak­ti­sche Dün­ger­ku­geln. Die meist nuss­gro­ßen Dün­ger­ku­geln sind so­wohl für Bal­kon­pflan­zen so­wie für To­ma­ten und an­de­res Ge­mü­se, das in Töp­fen ge­zo­gen wird, er­hält­lich und wer­den idea­ler­wei­se di­rekt beim Ein­pflan­zen zu den Wur­zeln ge­ge­ben. Sie kön­nen aber auch pro­blem­los noch nach­träg­lich mit ei­nem Stab in die Er­de ge­drückt wer­den. An­ders als bei Flüs­sig­dün­ger, der in der Haupt­wachs­tums­pha­se wö­chent­lich an­ge­wen­det wer­den muss, ist dann die Ar­beit für die gan­ze Bal­kon­sai­son be­reits er­le­digt. „Die Dün­ger­ku­geln ge­ben bei je­der Be­wäs­se­rung ge­nau so vie­le Nähr­stof­fe und Spu­ren­ele­men­te in den Bo­den ab, wie die Pflan­zen den Som­mer über be­nö­ti­gen“, so die Ex­per­tin. „Ein Nach­dün­gen ist nicht er­for­der­lich“. Töp­fe und Käs­ten soll­ten vor dem Be­pflan­zen üb­ri­gens im­mer ge­rei­nigt wer­den. Ein­fach aus­bürs­ten und mit ei­nem feuch­ten Tuch aus­wi­schen. Hart­nä­cki­ge Kalk­ab­la­ge­run­gen am bes­ten mit ei­ner Draht­bürs­te ab­krat­zen oder in ei­nem Es­sig­was­ser­bad auf­lö­sen. So wird die Über­tra­gung von Krank­hei­ten auf neue Pflan­zen und Blu­men ver­mie­den.

Fo­tos: Hau­ert

Sind die Eis­hei­li­gen am 15. Mai ab­ge­war­tet und Näch­te mit Frost vor­bei, kann mit der Gestal­tung des ei­ge­nen Som­mer-Bal­kons ge­star­tet wer­den.

Dün­ger­ku­geln wer­den idea­ler­wei­se di­rekt beim Ein­pflan­zen zu den Wur­zeln ge­ge­ben, kön­nen aber auch pro­blem­los noch nach­träg­lich mit ei­nem Stab in die Er­de ge­drückt wer­den.

Ge­nau wie der Mensch be­nö­ti­gen Pflan­zen ei­ne aus­ge­wo­ge­ne, re­gel­mä­ßi­ge Er­näh­rung.

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