Mo­dern, mu­si­ka­lisch, ex­pe­ri­men­tell

Das Ber­li­ner Thea­ter­tref­fen geht we­nig klas­sisch zu En­de

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur -

dpa BER­LIN. Vor­hang auf für den letz­ten Akt: Mit der Ver­lei­hung des Al­f­red-Kerr-Dar­stel­ler­prei­ses geht das 54. Thea­ter­tref­fen am Sonn­tag zu En­de. Es war ein Fes­ti­val der Auf­brü­che und der Ab­schie­de.

Auf­fal­lend vie­le jun­ge Re­gis­seu­re ha­ben es die­ses Mal in die Zeh­ner-Aus­wahl des Thea­ter­tref­fens deutsch­spra­chi­ger Büh­nen ge­schafft. Mo­dern, mu­si­ka­lisch und ex­pe­ri­men­tell ist die Büh­nen­spra­che, mit der Thea­ter­ma­cher wie Si­mon Sto­ne (Jahr­gang 1984), Thom Luz (Jahr­gang 1982) oder Er­san Mond­tag (Jahr­gang 1987) ar­bei­ten. Das klas­si­sche Schau­spie­lerThea­ter mit klas­si­schen Thea­ter­tex­ten scheint fast aus­ge­dient zu ha­ben. Auch Künst­ler wie die Trup­pe Forced En­ter­tain­ment mit „Re­al Ma­gic“oder Kay Vo­ges vom Schau­spiel Dort­mund mit „Die Bor­der­li­ne Pro­zes­si­on – Ein Loop um das, was uns trennt“sind nä­her an der Per­for­mance als am Sprech­thea­ter.

Um die Auf­merk­sam­keit des Pu­bli­kums buh­len die Re­gis­seu­re mit al­len Mit­teln der Kunst – ger­ne auch mit Mit­teln, die sich im­mer wei­ter vom tra­di­tio­nel­len Schau­spiel ent­fer­nen.

Da gibt es ex­trem laut und in End­los­schlei­fe wa­bern­de Klang­tep­pi­che, Vi­deo­über­tra­gun­gen, über­lan­ge ChorEin­la­gen und Büh­nen­bil­der, die Kun­st­in­stal­la­tio­nen glei­chen. Al­lein der Kraft der Spra­che, der Emo­tio­nen be­för­dern­den Poe­sie, schei­nen im­mer we­ni­ger Thea­ter­ma­cher zu ver­trau­en. Und gibt es doch ein Stück mit klas­si­schen Dia­lo­gen, dann wer­den sie wie bei Si­mon Sto­nes Tsche­chow-Ad­ap­ti­on „Drei Schwes­tern“auf 2017er-Um­gangs­spra­che ge­trimmt.

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