„Das Bar­geld soll ab­ge­schafft wer­den“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft -

Das be­fürch­ten nicht nur Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker, es gibt auch In­di­zi­en da­für. Da­zu zäh­len die be­schlos­se­ne Ab­schaf­fung des 500-Eu­ro-Scheins oder die Über­le­gun­gen der EU-Kom­mis­si­on, Ober­gren­zen für Bar­geld­ge­schäf­te ein­zu­füh­ren. Al­ler­dings be­stärkt das die Bar­geld­be­für­wor­ter noch. Denn Gut­ach­ter des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums hal­ten Ver­su­che zur Be­kämp­fung von Schat­ten­wirt­schaft und Kri­mi­na­li­tät durch ei­ne Ab­schaf­fung von Bar­geld un­ver­hält­nis­mä­ßig und nur be­dingt wirk­sam. Zu­dem sag­te Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le, dass er nie­man­den ken­ne, der das Bar­geld in Kon­ti­nen­tal­eu­ro­pa ab­schaf­fen wol­le. Er hal­te die Sor­gen in Deutsch­land für grund­los. Bun­des­bank-Vor­stand Carl-Lud­wig Thie­le sieht das Bar­geld nicht am En­de. Im Ge­gen­teil: Im Eu­roWäh­rungs­raum sei­en mehr Bank­no­ten im Um­lauf denn je. Ob­wohl die Bar­zah­lun­gen lang­sam zu­rück­ge­hen und die Kar­ten­zah­lun­gen im Ein­zel­han­del seit Jah­ren zu­neh­men, wer­den dem Han­dels­ver­band HDE zu­fol­ge noch mehr als die Hälf­te der Aus­ga­ben bar be­zahlt. HDE-Ex­per­te Ul­rich Bin­ne­bö­ßel geht da­von aus, dass die Bar­zah­lung auf ab­seh­ba­re Zeit wei­ter­hin ein we­sent­li­cher Be­stand­teil sein wird. Dem­nach sind die Deut­schen ein Land der Bar­zah­ler und wer­den das auch blei­ben. Denn laut ei­ner Um­fra­ge der ING-Di­ba wol­len 84 Pro­zent der Deut­schen nie­mals voll­stän­dig auf Bar­geld ver­zich­ten. An­de­re Län­der wie et­wa Schwe­den set­zen auf bar­geld­lo­ses Zah­len. So kön­nen die Schwe­den man­che Park­uh­ren nicht mit Bar­geld zah­len, und die Kir­che sam­melt die Kol­lek­te eben­falls per Kar­te ein.

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