Grun­ge

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Weltspiegel -

Frag mal Dei­ne El­tern, was sie un­ter Grun­ge ver­ste­hen. Schließ­lich sind sie ja da­mit auf­ge­wach­sen. So ein­fach ist die Mu­sik­rich­tung, die An­fang der Neun­zi­ger­jah­re Hun­der­te Mil­lio­nen Men­schen welt­weit be­geis­ter­te, gar nicht zu be­schrei­ben. Grun­ge heißt über­setzt so viel wie Dreck oder Schmud­del. Ge­meint war da­mit, dass die­se Bands, die sich vor al­lem in der US-West­küs­ten­stadt Se­at­tle zu­sam­men­fan­den, wie et­wa Sound­gar­den, Nir­va­na und Pe­arl Jam, auf das Grel­le, Bun­te, Pom­pö­se und Künst­li­che der Acht­zi­ger­jah­re ver­zich­te­ten. Das be­traf nicht nur die Mu­sik, die nun ro­her, wü­ten­der und er­di­ger wirk­te. Auch kla­mot­ten­mä­ßig sa­hen Grun­ger eher aus wie ein Mix aus Holz­fäl­ler und Ska­ter. Ei­tel­keit war ver­pönt, Echt­heit ge­fragt. Kein Wun­der, dass die pro­fit­gie­ri­ge Mu­sik­in­dus­trie die­se Sze­ne schnell ver­mark­ten woll­te. Ge­nau das aber hass­ten die Grun­ge-Mu­si­ker. Sie fühl­ten sich aus­ge­nutzt und ver­kauft. Der da­mit über­for­der­te Nir­va­na-Sän­ger Kurt Co­bain be­ging im Dro­gen­rausch Selbst­mord. Da­nach ebb­te die Wel­le sehr schnell ab.

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