Der Um­gang mit neu­en Ein­satz­la­gen: Drei Län­der, drei An­sät­ze

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Reportage -

Be­reits in­fol­ge der Ter­ror­an­grif­fe von Pa­ris im No­vem­ber 2015 wur­den be­ste­hen­de Kon­zep­te für Po­li­zei und Ret­tungs­kräf­te für sol­che La­gen über­dacht. In Bay­ern er­ar­bei­te­te das In­nen­mi­nis­te­ri­um mit Ret­tungs­kräf­ten und Po­li­zei ein Pa­pier na­mens „Re­bel“mit Hand­lungs­emp­feh­lun­gen, die Ret­tungs­kräf­te in be­son­de­ren Ein­satz­la­gen be­fol­gen soll­ten. Das Land ist da­mit ein Vor­rei­ter in Deutsch­land. Es ge­he um Selbst­schutz, Ein­satz­tak­tik und den Um­gang mit neu­en Me­di­ka­men­ten und Hilfs­ma­te­ria­li­en für Ver­let­zungs­mus­ter nach Ter­ror­an­schlä­gen, et­wa Schuss­wun­den, er­klär­te das Mi­nis­te­ri­um. „Re­bel“re­gelt die Zu­sam­men­ar­beit von Po­li­zei, Feu­er­wehr und Ret­tungs­diens­ten bei sol­chen La­gen vor Ort. Jetzt ge­he es um die prak­ti­sche Um­set­zung, sagt der Prä­si­dent des Me­di­zi­ni­schen Ka­ta­stro­phen-Hilfs­werks, Ro­bert Sch­mitt. „Das muss man üben.“Doch auch an­de­re Län­der sind ak­tiv.

Hes­sen et­wa setzt im ers­ten Halb­jahr ein ei­ge­nes Kon­zept um – bei dem es laut In­nen­mi­nis­te­ri­um nur um Tak­ti­ken geht, nicht um be­son­de­re Ver­let­zungs­mus­ter.

An­de­re Län­der, et­wa

Sach­sen, se­hen kei­nen An­lass für neue Kon­zep­te. Die Ret­tungs­kräf­te sei­en für Ein­sät­ze bei „Groß­scha­dens­er­eig­nis­sen“ gut vor­be­rei­tet, teilt das In­nen­mi­nis­te­ri­um auf An­fra­ge mit. Sach­sen sei ei­nes der Län­der, in de­nen Ge­sprä­che über Kon­zep­tan­pas­sun­gen noch nicht in Fahrt ge­kom­men sei­en, sagt Chris­ti­an Mat­tern vom Ar­bei­ter-Sa­ma­ri­ter­Bund (ASB).

An den Be­spie­len zeigt sich: In den Län­dern gibt es kei­ne ein­heit­li­che Agen­da zu dem The­ma. Oh­ne­hin ge­ben sie nur den Rah­men vor. Kon­kre­te Maß­nah­men zur Aus- und Wei­ter­bil­dung kon­zep­tio­nie­ren kom­mu­na­le Trä­ger und Ret­tungs­diens­te. Sie kön­nen Wei­ter­bil­dun­gen zu dem The­ma an­bie­ten, oh­ne dass es da­für ein Dach­kon­zept braucht.

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