Rad­ler kla­gen über un­si­che­re Stra­ßen

Fahr­rad­kli­ma in der Re­gi­on ge­tes­tet

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Von Klaus Wie­sche­mey­er

In Sa­chen Fahr­rad­freund­lich­keit bleibt das Müns­ter­land nach ei­ner ADFCUm­fra­ge vor­bild­lich. Gu­te No­ten be­kommt auch die Graf­schaft Bent­heim. Schlecht schnei­det Os­na­brück ab.

HAN­NO­VER. Müns­ter und das Müns­ter­land ha­ben in Sa­chen Fahr­rad­freund­lich­keit in Deutsch­land wei­ter die Na­se vorn. Das ist das Er­geb­nis ei­ner nicht-re­prä­sen­ta­ti­ven Um­fra­ge des All­ge­mei­nen Deut­schen Fahr­rad­Clubs (ADFC). Dem­nach be­le­gen Müns­ter, Bocholt, Re­ken und Wett­rin­gen beim „Fahr­rad­kli­ma-Test 2016“vor­de­re Plät­ze. Für die re­gel­mä­ßi­ge Er­he­bung wur­den rund 120000 Fahr­rad­fah­rer be­fragt.

Nie­der­sach­sen gilt laut Um­fra­ge mit ei­ner Durch­schnitts­no­te von 3,7 als fahr­rad­freund­li­ches Bun­des­land. Das sei aber kein Grund zum Ju­beln, son­dern ent­spre­che ge­ra­de mal der „Aus­rei­chend“-Schul­no­te, be­ton­te ADFC-Lan­des­chef Die­ter Schulz am Frei­tag in Han­no­ver. Zu­dem ha­be sich die Be­wer­tung ins­ge­samt leicht ver­schlech­tert. Er kri­ti­sier­te, dass die Pro-Kopf-Aus­ga­ben nie­der­säch­si­scher Kom­mu­nen für den Rad­ver­kehr meist un­ter fünf Eu­ro lä­gen. In den Nie­der­lan­den sei­en es hin­ge­gen mehr als 30.

Die Er­geb­nis­se für die nie­der­säch­si­schen Städ­te fie­len sehr durch­wach­sen aus: So gab es vor al­lem für Kom­mu­nen aus der Graf­schaft Bent­heim gu­te No­ten: Nord­horn er­reich­te ei­nen Schnitt von 2,59 und zählt da­mit für den ADFC zu den zehn rad­freund­lichs­ten Städ­ten in ganz Deutsch­land. Die Ge­mein­de Em­lich­heim kommt eben­falls auf 2,59, Bad Bent­heim noch auf 2,89. „Wer se­hen will, wie Rad­fah­ren ge­ma­nagt und ge­för­dert wird, soll­te sich in die Graf­schaft Bent­heim be­ge­ben“, sag­te Schulz. Auch Em­den (3,32) und Lin­gen (3,47) schnit­ten über­durch­schnitt­lich gut ab.

Os­na­brück liegt hin­ten

Nie­der­sach­sens Groß­stadt mit der schlech­tes­ten Rad­fahr­no­te ist Os­na­brück mit ei­nem Schnitt von 4,2. Schulz be­wer­te­te die­ses Er­geb­nis als „er­schre­ckend“. „Hier muss drin­gend et­was ge­tan wer­den“, sag­te er. Die Rad­fah­rer in Os­na­brück be­klag­ten vor al­lem en­ge Rad­we­ge und dar­auf par­ken­de Au­tos.

Die­se Pro­ble­me sieht Schulz im gan­zen Land. Ei­gent­lich sei­en die Nie­der­sach­sen pas­sio­nier­te Rad­fah­rer. Doch vie­le fühl­ten sich im Stra­ßen­ver­kehr un­si­cher: Schlech­te Am­pel­schal­tun­gen und feh­len­de ge­si­cher­te Ab­stell­mög­lich­kei­ten wür­den das Rad­fah­ren zu­sätz­lich er­schwe­ren. Zu­dem den­ke die Ver­kehrs­pla­nung in vie­len Kom­mu­nen oft zu­letzt an den Rad­ver­kehr. Ins­be­son­de­re an Schnell­stra­ßen fehl­ten ge­si­cher­te We­ge „Ein biss­chen Far­be auf dem As­phalt macht kei­ne In­fra­struk­tur“, kri­ti­sier­te Schulz.

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