Här­te­re Stra­fen für Ein­bre­cher

Jus­tiz­mi­nis­ter ver­tei­digt Ge­setz – Op­po­si­ti­on kri­ti­siert Kon­zept

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Nach ei­nem Woh­nungs­ein­bruch fühl­ten sich vie­le Men­schen „in ih­ren ei­ge­nen vier Wän­den nicht mehr si­cher“, sagt Jus­tiz­mi­nis­ter Maas. Sei­ne Ge­set­zes­re­form ent­hält ei­nen Maß­nah­men-Mix, um sol­che De­lik­te zu ver­hin­dern und mehr Tä­ter zu fas­sen.

Här­te­re Stra­fen, ver­stärk­te Auf­klä­rung, mehr Prä­ven­ti­on: So will die Re­gie­rung Bür­ger in Deutsch­land bes­ser vor Woh­nungs­ein­bre­chern schüt­zen. Es ge­he um ei­nen „klu­gen Mix“von Maß­nah­men, um die in­ner­halb von zehn Jah­ren um 50 Pro­zent ge­stie­ge­ne Ein­bruchs­zahl wie­der deut­lich zu sen­ken, sag­te Jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD) am Frei­tag bei der ers­ten Le­sung sei­nes Ge­setz­ent­wurfs im Bun­des­tag.

Woh­nungs­ein­brü­che sei­en für Be­trof­fe­ne ein „Ein­drin­gen in ih­re ab­so­lu­te In­tim­sphä­re“, die­se De­lik­te hät­ten ma­te­ri­el­le, aber auch psy­chi­sche Fol­gen. Nach den Re­form­plä­nen der Ko­ali­ti­on

soll Woh­nungs­ein­bruchs­dieb­stahl künf­tig mit ei­ner Frei­heits­stra­fe von ei­nem Jahr bis zu zehn Jah­ren ge­ahn­det wer­den. Bis­lang sind sechs Mo­na­te bis zehn Jah­re vor­ge­se­hen, in „min­der schwe­ren Fäl­len“drei Mo­na­te bis fünf Jah­re. Sol­che min­der schwe­ren Fäl­le soll es bei

Ein­brü­chen in Pri­vat­woh­nun­gen künf­tig aber nicht mehr ge­ben. Ei­ne bes­se­re Per­so­nal­aus­stat­tung der Po­li­zei und wirk­sa­me In­stru­men­te für Er­mitt­ler, et­wa der Ein­blick in die Kom­mu­ni­ka­ti­on po­ten­zi­el­ler Tä­ter und die Ab­fra­ge von Stand­ort­da­ten, könn­ten Auf­klä­rungs­quo­ten er­hö­hen, sag­te Maas. Schließ­lich ge­he es dar­um, Woh­nun­gen und Häu­ser mit vor­beu­gen­den Maß­nah­men si­che­rer zu ma­chen. Er ap­pel­lier­te an Haus­ei­gen­tü­mer und Ver­mie­ter, Ge­bäu­de und Mie­ter bes­ser zu schüt­zen. Die Auf­klä­rungs­quo­te bei Woh­nungs­ein­brü­chen lag im Vor­jahr bei 16,9 Pro­zent. Bis­her könn­ten al­so „mehr als 80 Pro­zent der Tä­ter ihr Un­we­sen wei­ter­trei­ben“, sag­te Maas. Al­lein in Nie­der­sach­sen wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr 22 773 Ein­brü­che auf­ge­nom­men. Die Auf­klä­rungs­quo­te liegt hier je­doch mit über 20 Pro­zent über dem Bun­des­schnitt.

Die Op­po­si­ti­on im Bun­des­tag zwei­fel­te das Kon­zept der Re­gie­rung an. Schwarz-Rot schü­re Ängs­te und re­agie­re mit Ver­schär­fun­gen „auf je­des Rechts­pro­blem, das sich bie­tet, oder Sie er­fin­den halt ei­nes“, sag­te der Lin­ke-In­nen­ex­per­te Frank Tem­pel. Haupt­grund für die Un­si­cher­heit der Bür­ger sei aber der Per­so­nal­ab­bau bei der Po­li­zei – des­we­gen sei das Ent­de­ckungs­ri­si­ko für Ein­bre­cher so ge­ring. Han­sChris­ti­an Strö­be­le (Grü­ne) emp­fahl zu­dem „best­mög­li­che Woh­nungs­si­che­rung“– da­bei müs­se der Staat mit mehr Geld und bes­se­ren Ge­set­zen hel­fen.

Wo wur­den Ein­brü­che in Ih­rer Re­gi­on ge­mel­det? Mehr auf noz.de/blau­licht

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