Fall Am­ri: Po­li­zei­prä­si­dent ge­lobt Bes­se­rung

Op­fer­an­walt for­dert 100 Mil­lio­nen Eu­ro

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Nach Be­kannt­wer­den ei­ner ver­pass­ten Chan­ce zur Fest­nah­me des Ber­lin-At­ten­tä­ters Anis Am­ri ver­spricht Ber­lins Po­li­zei­prä­si­dent Klaus Kandt Kon­se­quen­zen in der Fahn­dung. „Ich ver­si­che­re, dass wir al­les dar­an set­zen, dass sich so et­was nicht wie­der­holt“, sag­te Kandt der „Ber­li­ner Mor­gen­post“vom Frei­tag. Dass Am­ri nicht vor dem An­schlag fest­ge­nom­men wur­de, „kann ich nicht rück­gän­gig ma­chen – und das be­dau­re ich sehr“.

Am Mitt­woch hat­te In­nen­se­na­tor Andre­as Gei­sel (SPD) be­kannt ge­macht, dass im Ber­li­ner Lan­des­kri­mi­nal­amt (LKA) Er­mitt­lungs­ak­ten ma­ni­pu­liert wor­den sei­en, um die ver­säum­te Ge­le­gen­heit ei­ner Fest­nah­me Wo­chen vor dem An­schlag zu ver­tu­schen. Dem­nach hat­te es aus­rei­chend Er­kennt­nis­se ge­ge­ben, um ei­nen Haft­be­fehl für Am­ri we­gen ge­werbs­mä­ßi­gen und ban­den­mä­ßi­gen Dro­gen­han­dels zu er­wir­ken.

Ein Op­fer­an­walt for­der­te nach Be­kannt­wer­den der Ma­ni­pu­la­tio­nen ei­ne Ent­schä­di­gung von 100 Mil­lio­nen Eu­ro. „Wir ha­ben es hier wohl mit ei­nem glas­kla­ren Fall von Amts­haf­tung zu tun“, zi­tiert das Ma­ga­zin „Fo­cus“den Rechts­an­walt Andre­as Schulz. Er er­wägt dem­nach auch, die be­schul­dig­ten Be­am­ten we­gen fahr­läs­si­ger Tö­tung an­zu­zei­gen.

Gei­sel ver­mu­te­te, dass sich die mit Am­ris Über­wa­chung be­fass­ten Ter­ror­fahn­der zum da­ma­li­gen Zeit­punkt für Dro­gen­de­lik­te nicht zu­stän­dig ge­fühlt ha­ben könn­ten. Die Po­li­zei ha­be in­zwi­schen ge­merkt, „dass un­ser Tä­ter­bild nicht mehr so stimmt“, sag­te Kandt. „Viel­leicht müs­sen wir da noch of­fe­ner wer­den und auf­pas­sen, um nicht ei­nen Tun­nel­blick zu be­kom­men.“

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