CDU-Lob und Grü­nen-Kri­tik für Pis­to­ri­us

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Klaus Wie­sche­mey­er

Un­ge­wohn­te Rol­le für Bo­ris Pis­to­ri­us: Der SPD-In­nen­mi­nis­ter in Nie­der­sach­sens rot­grü­ner Lan­des­re­gie­rung sprach am Frei­tag vor dem Bun­des­tag in Ber­lin – und wur­de von CDU und CSU be­klatscht. Von den Grü­nen hin­ge­gen kam Kri­tik. Im Land­tag in Han­no­ver ist es meist um­ge­kehrt.

An­lass: der (mit­hil­fe der grü­nen Lan­des­mi­nis­ter) ver­ab­schie­de­te Bun­des­rats­vor­stoß Nie­der­sach­sens, mit dem ex­tre­mis­ti­schen Par­tei­en wie der NPD die staat­li­che Par­tei­en­fi­nan­zie­rung ent­zo­gen wer­den soll. Da­für muss der Bun­des­tag das Grund­ge­setz än­dern. Es sei nicht zu er­klä­ren, dass „ei­ne Par­tei des Has­ses und der Het­ze“von ge­nau dem Staat Geld er­hal­te, wel­chen sie ab­schaf­fen wol­le, sag­te Pis­to­ri­us. Ver­fas­sungs­fein­de dürf­ten kei­ne staat­li­che Un­ter­stüt­zung be­kom­men, um Hass-Bot­schaf­ten zu ver­brei­ten. Der­zeit kas­siert die NPD jähr­lich et­wa ei­ne Mil­li­on Eu­ro Staats­gel­der. Die Gro­ße Ko­ali­ti­on aus Uni­on und SPD in Ber­lin sieht das auch so, hat ei­nen ei­ge­nen Ge­setz­ent­wurf auf den Weg ge­bracht und will das The­ma noch vor dem Som­mer ab­räu­men. Auch die Link­s­par­tei ist für das Ge­setz. Ent­spre­chend freund­lich fiel der Ap­plaus für Pis­to­ri­us aus.

Die Grü­nen-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Brit­ta Ha­ßel­mann kri­ti­sier­te den Vor­stoß hin­ge­gen als über­eilt und warn­te vor hand­werk­li­chen Feh­lern, die nach­her nicht ge­richts­fest sei­en. Zu­dem sei das Ge­setz nur ei­ne „ver­meint­lich ein­fa­che Lö­sung“für kom­ple­xe Pro­ble­me.

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