Ira­ner stim­men über Lan­des­kurs ab

Prä­si­dent Ru­ha­ni hofft auf zwei­te Amts­zeit

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Die Ira­ner ha­ben bei der Prä­si­dent­schafts­wahl am Frei­tag über den künf­ti­gen Kurs ih­res Lan­des ab­ge­stimmt. Der mo­de­ra­te Amts­in­ha­ber Has­san Ru­ha­ni be­warb sich um ei­ne zwei­te Amts­zeit, um sei­ne Po­li­tik der Öff­nung und Ent­span­nung fort­set­zen zu kön­nen. Sein kon­ser­va­ti­ver Her­aus­for­de­rer Ebra­him Rai­si prä­sen­tier­te sich als Ver­tei­di­ger der Ar­men und Ar­beits­lo­sen und warb für ei­ne „Wi­der­stands­wirt­schaft“und ei­ne „Di­plo­ma­tie der Stär­ke“.

Um Mit­ter­nacht Orts­zeit (21.30 Uhr MESZ) schlos­sen die Wahl­lo­ka­le end­gül­tig, nach­dem das In­nen­mi­nis­te­ri­um zu­vor die Ab­stim­mung we­gen des gro­ßen An­drangs ver­län­gert hat­te. Er­hält kein Kan­di­dat bei der ers­ten Wahl­run­de mehr als 50 Pro­zent, fin­det am 26. Mai ei­ne Stich­wahl statt.

„Die en­thu­si­as­ti­sche Teil­nah­me der Ira­ner an der Wahl stärkt un­se­re Macht und die na­tio­na­le Si­cher­heit“, sag­te Ru­ha­ni bei der Stimm­ab­ga­be in Te­he­ran. Irans geist­li­ches Ober­haupt Aja­tol­lah Ali Cha­men­ei rief sei­ne Lands­leu­te auf, „in gro­ßer Zahl so früh wie mög­lich“ wäh­len zu ge­hen. Auch Rai­si, der in ei­ner Mo­schee im är­me­ren Sü­den Te­he­rans wähl­te, drang auf ei­ne „ma­xi­ma­le Be­tei­li­gung“. Mehr als 56 Mil­lio­nen Ira­ner wa­ren zur Ab­stim­mung auf­ge­ru­fen. Ei­ne ho­he Wahl­be­tei­li­gung wird im Iran als Aus­weis der po­li­ti­schen Le­gi­ti­mi­tät des Sys­tems in­ter­pre­tiert. Das In­nen­mi­nis­te­ri­um er­klär­te, ei­ne Be­tei­li­gung von mehr als 72 Pro­zent zu er­war­ten.

Schon am Mor­gen bil­de­ten sich lan­ge Schlan­gen vor den Wahl­lo­ka­len. Der 28-jäh­ri­ge Schrei­ner Ha­di sag­te, er stim­me für Ru­ha­ni we­gen „der Be­zie­hun­gen zum Rest der Welt“. Wie vie­le be­klag­te er aber, dass sich für ihn per­sön­lich in Ru­ha­nis Amts­zeit nichts ver­bes­sert ha­be. Der 23-jäh­ri­ge Stu­dent Mo­ham­med sag­te da­ge­gen, er wäh­le Rai­si, weil für ihn „die is­la­mi­sche Kul­tur, Wirt­schaft und For­schung“das Wich­tigs­te sei­en. Ru­ha­ni ha­be we­gen des Atom­ab­kom­mens mit den USA die Atom­for­schung so­wie das Raum­fahrt­pro­gramm zu­rück­ge­fah­ren.

Er­geb­nis­se der Wahl er­fah­ren Sie ab Sams­tag auf noz.de/po­li­tik

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.