Luft zum At­men

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft - Von Detlef Drewes ak­tu­el­les@noz.de

Es sind bit­te­re Ein­schnit­te, die auf die Grie­chen nun zu­kom­men. Aber At­hens Re­gie­rung hat – recht­zei­tig vor der nächs­ten Ta­gung der Eu­ro-Fi­nanz­mi­nis­ter – die bei­den wohl schwers­ten Re­form­ka­pi­tel ab­ge­hakt. Da­mit sind zwar die Vor­aus­set­zun­gen für die nächs­te Über­wei­sung aus dem drit­ten Hilfs­pa­ket ge­ge­ben. Es bleibt aber die Fra­ge, ob da­mit wirk­lich ge­schafft ist, was man schaf­fen woll­te.

Ja, At­hen hat den Ka­ta­log der Re­form­vor­ga­ben weit­ge­hend er­le­digt. Aber nun muss die Wirt­schaft an­sprin­gen, müs­sen die Be­trie­be in­ves­tie­ren, um Jobs und Ein­nah­men zu ge­ne­rie­ren. Die gro­ße Be­fürch­tung bleibt, dass die Rot­stift-Or­gie, die die Geld­ge­ber ein­ge­for­dert ha­ben, der Wirt­schaft die Luft zum At­men nimmt.

Es stimmt zwar, dass Tsi­pras das kleins­te Plus gleich wie­der für Wahl­ge­schen­ke aus­ge­ge­ben hat. Mit dem Weih­nachts­geld für Rent­ner hat­te er sich al­ler­dings we­nigs­tens et­was Zeit er­kauft. Man soll­te sich nichts vor­ma­chen: Egal, wie man zum Chef des Links-Bünd­nis­ses auch steht – von ihm wird nicht we­ni­ger er­war­tet, als ge­gen das Volk zu re­gie­ren. Des­sen bit­te­re Not kommt in den Pa­pie­ren der Geld­ge­ber nicht vor, ist aber längst schmerz­li­che Rea­li­tät.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.