Die Rö­me­resch­stra­ße ist wie­der frei

Stadt in­ves­tiert 4,5 Mil­lio­nen Eu­ro – Bau­ar­bei­ten ge­hen noch bis zum Ju­li

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Da at­men die Au­to­fah­rer auf: Seit Frei­tag­mit­tag ist die Rö­me­resch­stra­ße wie­der of­fen. 4,5 Mil­lio­nen Eu­ro hat die Stadt in den vier­spu­ri­gen Aus­bau zwi­schen der Bram­scher Stra­ße und der El­be­stra­ße in­ves­tiert. Ein wich­ti­ges Ziel da­bei war die Er­schlie­ßung der frü­he­ren Win­kel­hau­sen­ka­ser­ne.

Von Rai­ner Lah­mann-Lam­mert

OS­NA­BRÜCK. Zwei Wo­chen frü­her als ur­sprüng­lich ge­plant durf­ten die ers­ten Au­tos und Last­wa­gen um 12.08 Uhr auf den fri­schen As­phalt ein­bie­gen. Ober­bür­ger­meis­ter Wolf­gang Grie­sert, wie im­mer im fei­nen An­zug, hat­te sich schwar­ze Ar­beits­hand­schu­he über­ge­streift, um sich beim Ab­räu­men der Ab­sper­run­gen nicht die Fin­ger schmut­zig zu ma­chen. Die Rö­me­resch­stra­ße ge­hö­re zu den be­deut­sa­men Ver­bin­dun­gen im Os­na­brü­cker Stra­ßen­netz, ver­merk­te der OB. Es sei un­er­läss­lich ge­we­sen, die­se wich­ti­ge Ach­se aus­zu­bau­en und die lan­ge Voll­sper­rung da­für in Kauf zu neh­men.

Zwölf­ein­halb Mo­na­te – vom 2. Mai 2016 bis zum 19. Mai 2017 – war der öst­li­che Ab­schnitt der Rö­me­resch­stra­ße nur für Bau­fahr­zeu­ge und Rad­ler be­fahr­bar. Im­mer wie­der hat­te es Kri­tik an der Sper­rung ge­ge­ben, weil die mo­to­ri­sier­ten Ver­kehrs­teil­neh­mer zu zeit­rau­ben­den Um­we­gen ge­zwun­gen wa­ren. Grie­sert ver­tei­dig­te die Ent­schei­dung am Frei­tag. Ein gro­ßer Teil der ab­sol­vier­ten Ar­bei­ten sei un­ter der Er­de aus­ge­führt wor­den, et­wa beim Ka­nal­bau, der Er­rich­tung von Stüt­z­wän­den und

der Ver­brei­te­rung des Bahn­über­gangs. Wenn der Ver­kehr wei­ter­hin über die Bau­stel­le ge­rollt wä­re, hät­te das um­fang­rei­che Pro­gramm nicht so zü­gig und si­cher rea­li­siert wer­den kön­nen.

Schon lan­ge vor der Voll­sper­rung wa­ren die Tief­bau­er an der Rö­me­resch­stra­ße ak­tiv. Bäu­me wur­den ge­fällt, um Platz für die brei­te­re Fahr­bahn zu schaf­fen, an der El­be­stra­ße ent­stand ei­ne kom­plett neue Brü­cke über die Net­te. Und auch jetzt, nach der Frei­ga­be für den Ver­kehr, wird noch ei­ne Wei­le wei­ter­ge­ar­bei­tet. Die An­schlüs­se an die Ne­ben­stra­ßen sind noch fer­tig­zu­stel­len, am Kno­ten­punkt mit der

Bram­scher Stra­ße müs­sen die In­sel­köp­fe und die Fahr­bahn­rän­der ver­än­dert wer­den, da­mit die zwei Links­ab­bie­ge­spu­ren un­ge­hin­dert von lan­gen Lkw-Zü­gen ge­nutzt wer­den kön­nen. „Im Ju­li wol­len wir mit al­lem durch sein“, sagt da­zu Jür­gen Schmidt, der stell­ver­tre­ten­de Fach­be­reichs­lei­ter Geo­da­ten und Ver­kehrs­an­la­gen.

Nicht nur die Voll­sper­rung, auch der vier­spu­ri­ge Aus­bau hat­te für Kon­tro­ver­sen ge­sorgt. Denn die brei­te Fahr­bahn en­det an ei­nem Na­del­öhr. Die Ka­nal­brü­cke ist nur zwei­spu­rig, eben­so die Hase­brü­cke bei Käm­me­rer und die Ei­sen­bahn­un­ter­füh­rung am Kie­fern­weg.

Selbst die Op­ti­mis­ten in Po­li­tik und Ver­wal­tung glau­ben nicht, dass die Stadt in den nächs­ten zehn Jah­ren das Geld auf­treibt, um auch nur ei­nes der drei Bauwerke auf die vol­le Brei­te zu brin­gen.

Ober­bür­ger­meis­ter Grie­sert räum­te am Frei­tag ein, dass die Stadt zwei­mal gründ­lich ge­prüft ha­be, ob die Rö­me­resch­stra­ße bes­ser zwei- oder vier­spu­rig aus­ge­baut wer­den soll­te. Die Ent­wick­lung auf dem Ka­ser­nen­ge­län­de mit Kaf­fee Part­ner, der Con­tai­ner­um­schlag­an­la­ge und dem Be­hör­den­zen­trum las­se die vier­spu­ri­ge Lö­sung zu­kunfts­träch­ti­ger er­schei­nen, lau­tet das Fa­zit von Jür­gen Schmidt. 20 000 Fahr­zeu­ge am Tag wur­den vor der Um­ge­stal­tung auf der Rö­me­resch­stra­ße ge­zählt. Es gibt zwar kei­ne Pro­gno­sen für die nächs­ten Jah­re, aber die Ten­denz dürf­te wohl nach oben wei­sen.

Glück­lich über die neue An­bin­dung ist Marc Beim­for­de, der Ge­schäfts­füh­ren­de Ge­sell­schaf­ter von Cof­fee per­fect. Er hat­te ge­wet­tet, dass die Sper­rung noch län­ger an­dau­ern wür­de – und die Wet­te ger­ne ver­lo­ren. Als Dank gibt es jetzt bis Sonn­tag um 18 Uhr kos­ten­los Kaf­fee für je­den Be­su­cher am Dri­ve-In. Und der Ge­gen­wert des Kaf­fees, min­des­tens 5555 Eu­ro, geht als Spen­de an terre des hom­mes.

Fo­to: Lah­mann-Lam­mert

Da legt der Ober­bür­ger­meis­ter sel­ber Hand an: Seit Frei­tag ist die Rö­me­resch­stra­ße wie­der frei. Die Rest­ar­bei­ten wer­den aber noch bis zum Ju­li dau­ern.

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