Rad­fah­rer for­dern mehr Platz

Os­na­brück er­hält No­te 4,2 beim ADFC-Fahr­rad­kli­ma-Test – Drit­te Ge­denk­fahrt

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück - Von Jörg San­ders

Er­neut nur ein „Aus­rei­chend“: Beim Fahr­rad­kli­ma-Test 2016 des All­ge­mei­nen Deut­schen Fahr­rad-Clubs (ADFC) ha­ben die Teil­neh­mer der Um­fra­ge Os­na­brück ein schlech­tes Zeug­nis aus­ge­stellt. In die­ser Wo­che ge­dach­ten zu­dem die Teil­neh­mer des „Ri­de of Si­lence“ge­tö­te­ter Rad­ler.

4,2 – die­se Schul­no­te ver­ga­ben die Teil­neh­mer, die die Si­tua­ti­on der Rad­fah­rer in Os­na­brück be­wer­tet hat­ten. Das geht aus dem am Frei­tag ver­öf­fent­lich­ten sieb­ten Fahr­rad­kli­ma-Test des ADFC her­vor, an dem sich bun­des­weit 120 000 Per­so­nen für 539 Städ­te be­tei­ligt hat­ten. 2014 hat­te Os­na­brück die No­te 3,9 er­hal­ten, 2012 ei­ne 3,74.

In der Grö­ßen­klas­se 100 000 bis 200 000 Ein­woh­ner be­legt Os­na­brück nun den 25. Platz von 38. 2014 hat­te die Stadt den 23. Platz er­langt. Dies­mal hat­ten aber nur 267 Teil­neh­mer Os­na­brück be­wer­tet. 2014 wa­ren es 1067 ge­we­sen. Lan­des­weit liegt Os­na­brück in die­ser Grö­ßen­ord­nung er­neut auf dem letz­ten Platz hin­ter Ol­den­burg, Wolfs­burg und Göt­tin­gen. Die Durch­schnitts­no­te im Land liegt bei 3,7.

Die Os­na­brü­cker Teil­neh­mer be­män­gel­ten ins­be­son­de­re zu schma­le Rad­we­ge (No­te 5,1), die Über­wa­chung von Falsch­par­kern auf Rad­we­gen (5,1) und die Mit­nah­me­mög­lich­keit des Ra­des in öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln (4,9). Kri­tik gab es fer­ner für Am­pel­schal­tun­gen, die nicht gut auf Rad­fah­rer ab­ge­stimmt sei­en (4,7). Im Win­ter wür­den Rad­we­ge un­zu­rei­chend ge­räumt und ge­streut (4,8).

Ein gro­ßes The­ma bleibt die Si­cher­heit, die den Teil­neh­mern nur ei­ne 4,7 wert war. Häu­fig ge­be es Kon­flik­te mit Au­to­fah­rern (4,8), und auf vie­len Rad­we­gen und Rad­fahr­strei­fen könn­ten jun­ge und äl­te­re Men­schen nicht si­cher fah­ren (4,8).

Bei fast al­len Fra­gen liegt Os­na­brück un­ter dem Durch­schnitt der 38 Städ­te mit 100 000 bis 200 000 Ein­woh­nern. Ver­gleichs­wei­se po­si­tiv be­wer­te­ten die Teil­neh­mer

die Mög­lich­keit, Ein­bahn­stra­ßen in bei­den Rich­tun­gen be­fah­ren zu dür­fen (2,8), die gu­te Er­reich­bar­keit des Zen­trums (2,9) und dass Zie­le schnell er­reich­bar sind (3,0).

Blu­men nie­der­ge­legt

Mehr Si­cher­heit und Platz for­der­ten in die­ser Wo­che die Rad­fah­rer des drit­ten Os­na­brü­cker „Ri­de of Si­lence“. Wäh­rend der rund zehn Ki­lo­me­ter lan­gen Ge­denk­fahrt leg­ten die 135 Teil­neh­mer an vier Stel­len Blu­men nie­der, an de­nen in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit Rad­fah­rer ums Le­ben ge­kom­men wa­ren. Der Rad­blog­ger Da­ni­el Doerk (it­star­ted­wi­t­ha­fight.de) und der ADFC hat­ten die Fahrt an­ge­mel­det und or­ga­ni­siert.

„Ich hof­fe, dass wir uns im nächs­ten Jahr nicht wie­der­se­hen müs­sen“, sag­te Doerk am En­de der Ge­denk­fahrt. Rad­fah­rer bräuch­ten mehr Platz – „und die Po­li­tik ist dran, mehr Platz zu schaf­fen“, sag­te der Blog­ger so­wie Pres­se­re­fe­rent der Land­kreis-Grü­nen. Das for­der­te auch Jens Mei­er (Grü­ne), hin­zu­ge­wähl­tes Mit­glied des Stadt- und Ent­wick­lungs­aus­schus­ses –, ne­ben Grü­nen-Rats­herr Micha­el Ko­patz ei­nes der bei­den Ge­sich­ter aus der Po­li­tik, die sich dem „Ri­de of Si­lence“an­ge­schlos­sen hat­ten. Mehr Si­cher­heit sei zen­tral, denn „oh­ne ein si­che­res Ge­fühl ist der Um­stieg aufs Rad schwer“, sag­te Mei­er. Doch die Um­set­zung schei­te­re „am Wil­len al­ler Par­tei­en – bis an die Ver­wal­tungs­spit­ze“.

Je­des Jahr ge­den­ken Rad­fah­rer in vie­len Städ­ten welt­weit am drit­ten Mitt­woch im Mai an im Stra­ßen­ver­kehr ge­tö­te­te Rad­fah­rer. Doerk und der ADFC hat­ten vor zwei Jah­ren den ers­ten Ri­de of Si­lence in Deutsch­land an­ge­mel­det, nach­dem 2014 drei Rad­fah­rer auf Os­na­brücks Stra­ßen ge­stor­ben wa­ren.

Fo­to: Swa­ant­je. Heh­mann

Rund 135 Teil­neh­mer sind beim drit­ten Os­na­brü­cker „Ri­de of Si­lence“da­bei ge­we­sen, bei dem ge­tö­te­ter Rad­fah­rer wie am Ber­li­ner Platz in 2016 ge­dacht wird.

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