Deutsch-ser­bi­sche Part­ner­schaft?

Zwi­schen Ruma und der Samt­ge­mein­de Bersenbrück tut sich er­staun­lich viel

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrücker Land -

Soll die Samt­ge­mein­de Bersenbrück als ers­te nie­der­säch­si­sche Kom­mu­ne ei­ne Part­ner­schaft mit ei­ner ser­bi­schen Ge­mein­de schlie­ßen? Auf ei­nem Be­such ent­de­cken Samt­ge­mein­de­rats­mit­glie­der ih­re Sym­pa­thie für Ruma und das Volk der Ser­ben.

Da­für, dass es ei­ne of­fi­zi­el­le Part­ner­schaft noch gar nicht gibt, tut sich er­staun­lich viel zwi­schen der 30 000 Ein­woh­ner gro­ßen Ver­bands­ge­mein­de im Os­na­brü­cker Nord­land und der et­wa gleich gro­ßen Ge­mein­de Ruma in der nord­ser­bi­schen Voj­vo­di­na, ei­ner Ebe­ne, durch die die Flüs­se Do­nau und Sa­ve flie­ßen. Für den Ju­ni plant der Ver­ein „Brü­cken bau­en“be­reits sei­ne zwei­te Ju­gend­rei­se nach Ser­bi­en (sie­he Box). Im Herbst wird ein Ge­gen­be­such in Bersenbrück er­war­tet. In Ruma hat sich mitt­ler­wei­le eben­falls ein Ver­ein „Brü­cken bau­en“ge­bil­det, der sich Kon­tak­ten und Aus­tausch mit Bersenbrück wid­men will.

Au­ßer­dem hat die Samt­ge­mein­de es ge­schafft, als ei­ne von zwölf deut­schen Kom­mu­nen mit ih­rer po­ten­zi­el­len Part­ne­rin in das Pro­gramm „Agen­da 2030“des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für wirt­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung auf­ge­nom­men zu wer­den. Ei­ne deutsch-ser­bi­sche Ar­beits­grup­pe plan­te ei­ne Fo­to­vol­ta­ik­an­la­ge auf ei­nem Schul­dach in Ruma, als Bei­spiel nach­hal­ti­ger Ent­wick­lung. Mit ei­nem klei­nen Zu­schuss des Mi­nis­te­ri­ums wird Ruma die An­la­ge bau­en. Dies ist das Er­geb­nis des jüngs­ten Ar­beits­be­suchs in Ruma, an dem auch Mit­glie­der sämt­li­cher Frak­tio­nen des Samt­ge­mein­de­ra­tes teil­nah­men. Zum Auf­takt bat Ru­mas Bür­ger­meis­ter Sl­ad­jan Man­cic die De­le­ga­ti­on zu ei­ner Ge­denk­fei­er am Gr­ab Fer­di­nand Ries­ters. Er war Bür­ger­meis­ter der Stadt vor dem Ers­ten Welt­krieg, als Deutsch­stäm­mi­ge die Hälf­te der Be­völ­ke­rung stell­ten und in Ruma ein deutsch-ser­bi­sches Gym­na­si­um ent­stand.

Die De­le­ga­ti­on sah sich auch in der Groß­stadt No­vi Sad um, die ähn­lich Ruma ge­ra­de ei­nen Run in­ter­na­tio­na­ler In­ves­to­ren er­lebt, die sich in der Do­nau­re­gi­on an­sie­deln wol­len. Sie ließ sich in der Nie­der­las­sung der Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung in Bel­grad über den müh­sa­men Weg Ser­bi­ens in ei­ne neue Zi­vil­ge­sell­schaft in­for­mie­ren und wur­de von der deut­schen Bot­schaft emp­fan­gen, die zum Ju­gend­aus­tausch ei­ne klei­ne Lu­ther-Aus­stel­lung in Ruma plant.

Kul­tur­at­ta­ché Jörg Sta­no­ßek-Be­cker ver­folgt die Part­ner­schafts­be­mü­hun­gen seit ei­nem Jahr und fragt, war­um noch kein Part­ner­schafts­ver­trag un­ter­zeich­net sei. Das lie­ge an der Struk­tur der Samt­ge­mein­de, er­wi­dert ihr Bür­ger­meis­ter Horst Bai­er. Bis­lang sei üb­lich ge­we­sen, dass nur ih­re selbst­stän­di­gen Mit­glieds­ge­mein­den Part­ner­schaf­ten ein­ge­gan­gen sei­en.

Das könn­te sich än­dern. Der Be­such in Ruma ha­be „vie­le Vor­ur­tei­le ab­ge­baut“sagt zum Bei­spiel der Grü­ne Gün­ther Vos­kamp. Da stim­men ihm die Ver­tre­ter von CDU, SPD und Wäh­ler­ge­mein­schaf­ten durch­aus zu. Of­fen ist aber noch, ob die bei­den Ver­ei­ne oder auch die Kom­mu­nen Trä­ger der Part­ner­schaft sein sol­len.

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