Lü­gen und In­tri­gen mit Sucht­ge­fahr

Mys­te­ri­um um ein ver­schwun­de­nes Mäd­chen: „Pret­ty Litt­le Li­ars“ist ein Se­ri­en-Hit

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Medien / Fernsehen Am Samstag - Von Ma­nue­la Ka­nies

Lü­gen, In­tri­gen und Mord: Die US-Se­rie „Pret­ty Litt­le Li­ars“macht dank un­vor­her­seh­ba­rer Cliff­han­ger süch­tig. Das Mys­te­ri­um um ein ver­schwun­de­nes Mäd­chen en­det in der ak­tu­ell lau­fen­den sieb­ten Staf­fel, und es gibt die von Fans sehn­süch­tig er­war­te­te Ant­wort auf die Fra­ge: Wer ist „A“?

OS­NA­BRÜCK. „Hüb­sche klei­ne Lüg­ne­rin­nen“, das sind die jun­gen Mäd­chen in der US-Se­rie „Pret­ty Litt­le Li­ars“. Die Idee, dass je­der min­des­tens ei­ne Lei­che im Kel­ler lie­gen hat, schöpft das Te­e­nie-Dra­ma voll aus: Je­der hat Dreck am Ste­cken, und ei­ne ge­heim­nis­vol­le Per­son na­mens „A“deckt die Ge­heim­nis­se auf. Die Fra­ge, wer „A“ist, treibt Ju­gend­li­che da­bei an, die Staf­feln am Stück hin­ter­ein­an­der zu schau­en. Zum Glück nä­hert sich die Auf­lö­sung des Ge­heim­nis­ses um „A“: Ab dem 11. Ju­ni 2017 strahlt der Be­zahl­sen­der TNT Se­rie den zwei­ten Teil der sieb­ten und letz­ten Staf­fel von „Pret­ty Litt­le Li­ars“aus.

Die Se­rie ba­siert auf der gleich­na­mi­gen Buch­se­rie von Sara She­pard. Zu Be­ginn der Se­rie fei­ern fünf Mäd­chen ei­ne Py­ja­ma-Par­ty, bei der die An­füh­re­rin der Cli­que, Al­ison, spur­los ver­schwin­det. Ein Jahr spä­ter kehrt ei­nes der Mäd­chen, Aria Mont­go­me­ry, in ih­ren Hei­mat­ort Ro­se­wood zu­rück. In dem fik­ti­ven Vo­r­ort von Phil­adel­phia ha­ben sich die an­de­ren drei Te­enager aus der Cli­que, Emi­ly, Han­na und Spen­cer, aus­ein­an­der­ge­lebt. Das Ver­schwin­den von Al­ison hat ei­nen Keil zwi­schen die Freun­din­nen ge­trie­ben.

Mit Ari­as Rück­kehr be­ginnt ein per­fi­des Spiel: Je­de der vier Ju­gend­li­chen be­kommt mys­te­riö­se Nach­rich­ten und Dro­hun­gen. Es wer­den Ge­heim­nis­se an­ge­spro­chen, die nur Al­ison be­kannt wa­ren. Wo­her weiß der Ab­sen­der mit Na­men „A“das al­les? Ver­birgt sich da­hin­ter die ver­schwun­de­ne Al­ison?

In „Pret­ty Litt­le Li­ars“gibt es nie­man­den, der nicht et­was zu ver­ber­gen hät­te. Ge­hei­me Lie­bes­af­fä­ren, Mob­bing und Mord: Die Se­rie ist be­reits in der ers­ten Epi­so­de nicht zim­per­lich da­mit, die Hand­lung vor­an­zu­trei­ben. Oh­ne zu viel ver­ra­ten zu wol­len: Die Su­che nach ei­nem Mör­der in Staf­fel 1 wird nicht nur mit ei­ni­gen Lei­chen gar­niert, son­dern auch mit zahl­rei­chen Cliff­han­gern. Da­durch wird es schwer, den Kon­sum der Se­rie ein­zu­schrän­ken.

In den wei­te­ren Staf­feln fol­gen wahn­wit­zi­ge Wen­dun­gen. Je­des Mal, wenn man denkt, das Ge­heim­nis um „A“wird ge­löst, er­öff­net sich ei­ne neue Mög­lich­keit. Ge­schickt wird das Rät­sel um die Iden­ti­tät Staf­fel um Staf­fel fort­ge­führt. Da­bei ent­wi­ckeln sich die an­fangs ste­reo­ty­pen Fi­gu­ren ra­sant wei­ter und tref­fen un­mo­ra­li­sche Ent­schei­dun­gen. „Pret­ty Litt­le Li­ars“ver­sucht gar nicht erst, den Cha­rak­te­ren po­si­ti­ve Ei­gen­schaf­ten zu ver­pas­sen, je­de lügt und be­trügt, wo sie kann.

Die Se­rie läuft seit 2010 in den USA auf dem Sen­der Free­form (ehe­mals ABC Fa­mi­ly) und hat seit­dem ei­ne ein­ge­schwo­re­ne Fan­ge­mein­de. Ins­ge­samt gibt es sie­ben Staf­feln, fünf da­von sind in Deutsch­land auf Net­flix ver­füg­bar. Su­per RTL strahl­te bis­lang fünf Staf­feln aus. Wer die Se­rie auf DVD schau­en möch­te: Seit Mai gibt es Staf­fel 6.

Die Haupt­dar­stel­le­rin­nen von „Pret­ty Litt­le Li­ars“wa­ren vor­her eher un­be­kannt. Da­für gibt es ein Wie­der­se­hen mit ei­nem an­de­ren be­kann­ten Ge­sicht ei­ner Mys­te­ry­se­rie: Hol­ly Ma­rie Combs aus „Char­med – Zau­ber­haf­te He­xen“spielt die Mut­ter von Aria Mont­go­me­ry. Mit „Char­med“hat die Se­rie aber nichts ge­mein, eher mit „De­spe­ra­te Hou­se­wi­fes“. An die Dra­ma­se­rie, die eben­falls in ei­ner ame­ri­ka­ni­schen Vor­stadt spielt, dürf­ten sich vor al­lem er­wach­se­ne Zu­schau­er er­in­nert füh­len. Im Mit­tel­punkt: Vier Haus­frau­en, die vor In­tri­gen und Lü­gen nicht zu­rück­schre­cken, um in je­der der acht Staf­feln ein Ge­heim­nis auf­zu­de­cken.

Jün­ge­re Zu­schau­er dürf­ten sich bei „Pret­ty Litt­le Li­ars“an die US-Se­rie „Gossip Girl“er­in­nert füh­len. Dar­in wer­den die Ge­heim­nis­se rei­cher Ju­gend­li­cher in New York von ei­ner an­ony­men Blog­ge­rin un­ter die Lu­pe ge­nom­men. Zwar ist die At­mo­sphä­re in „Pret­ty Litt­le Li­ars“nicht so ex­trem vom Reich­tum der Te­enager ge­prägt wie in „Gossip Girl“, doch die Darstel­le­rin­nen sind eben­so hübsch zu­recht­ge­macht.

Lei­der wir­ken die Haupt­dar­stel­le­rin­nen dank star­kem Make-up kaum wie Ju­gend­li­che, was auch dar­an liegt, dass die Schau­spie­le­rin­nen größ­ten­teils ein paar Jah­re äl­ter als ih­re Rol­len sind. Schau­spie­le­rin Troi­an Bel­li­sa­rio bei­spiels­wei­se war in der ers­ten Staf­fel be­reits 25 Jah­re alt, sie spielt die 16-jäh­ri­ge Spen­cer.

Der Blick in den Ab­grund ei­nes ame­ri­ka­ni­schen Vo­r­orts wird da­durch nicht ge­trübt. Wer Spaß an In­tri­gen in ei­nem Te­e­nie-Dra­ma hat und nicht auf aus­ge­feil­te Dia­lo­ge aus ist, wird mit „Pret­ty Litt­le Li­ars“gut un­ter­hal­ten. Aber Vor­sicht: Sucht­ge­fahr!

In „Pret­ty Litt­le Li­ars“gibt es nie­man­den, der nicht et­was zu ver­ber­gen hät­te. Die Prot­ago­nis­tin­nen be­trü­gen und lü­gen, wo sie kön­nen (von links): Spen­cer, Emi­ly, Han­na und Aria. Fo­to: War­ner Bros. En­ter­tain­ment Inc.

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