Drei My­then um den Ar­beits­ver­trag

Fach­an­wäl­te für Ar­beits­recht klä­ren auf

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Film -

BER­LIN. Mit der Un­ter­schrift un­ter den Ar­beits­ver­trag ist der Jo­b­an­tritt be­sie­gelt. Kein Wun­der, dass Be­schäf­tig­te hier al­les rich­tig ma­chen wol­len. Fach­an­wäl­te für Ar­beits­recht er­klä­ren drei My­then rund um den Ar­beits­ver­trag:

My­thos 1: Ei­ne un­wirk­sa­me Klau­sel im Ver­trag wird mit der Un­ter­schrift gül­tig

Vie­le Ar­beit­neh­mer sind auf­ge­regt, wenn sie ei­ne Klau­sel im Ar­beits­ver­trag ent­de­cken, die sie für un­zu­läs­sig hal­ten. Die Angst ist dann groß, dass die Klau­sel wirk­sam wird, wenn man sie un­ter­schreibt. Ar­beit­neh­mer könn­ten ei­ne un­wirk­sa­me Klau­sel im Ar­beits­ver­trag in der Re­gel aber ru­hig un­ter­schrei­ben, sagt Alex­an­der Bre­der­eck, Fach­an­walt für Ar­beits­recht aus Ber­lin. Sie gilt dann ein­fach nicht.

My­thos 2: Der Ver­zicht auf die Pro­be­zeit führt zum Kün­di­gungs­schutz

Wer ei­nen Job an­tritt, hät­te häu­fig ger­ne so­fort Kün­di­gungs­schutz nach dem Kün­di­gungs­schutz­ge­setz. Man­che ver­ein­ba­ren dann ei­nen Ver­zicht auf die Pro­be­zeit und ge­hen da­von aus, dass es da­mit au­to­ma­tisch Kün­di­gungs­schutz gibt. Das ist je­doch ein Irr­tum. Pro­be­zeit und Kün­di­gungs­schutz sind zwei ver­schie­de­ne Din­ge, er­läu­tert Bre­der­eck.

Kün­di­gungs­schutz be­ste­he im­mer erst, wenn das Ar­beits­ver­hält­nis seit sechs Mo­na­ten be­steht. Es sei denn, Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer ver­ein­ba­ren Kün­di­gungs­schutz et­wa vom ers­ten Tag an. Mit der Pro­be­zeit hat das nichts zu tun.

My­thos 3: Ar­beits­ver­trä­ge gel­ten nur schrift­lich

Vie­le glau­ben, ein Ar­beits­ver­trag gilt nur dann, wenn er schrift­lich ab­ge­schlos­sen wur­de. Man­cher wird des­halb ner­vös, wenn er zu­sätz­li­che Auf­ga­ben mit ei­ner zu­sätz­li­chen Ver­gü­tung be­kommt und das noch nicht im Ar­beits­ver­trag steht.

Macht aber nichts, sagt Bre­der­eck. Es ge­be bei Ar­beits­ver­trä­gen kei­ne Schrift­for­mer­for­der­nis. Die Schrift­form die­ne vor al­lem Be­weis­zwe­cken. Da­mit die Ver­ein­ba­rung gül­tig ist, brau­che es nicht zwin­gend ei­nen Ar­beits­ver­trag.

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