Weg mit dem Bar­geld!

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Im Leben - Von Chris­ti­an Ströhl

Wer nach dem Fei­er­abend schnell im Su­per­markt den Ein­kauf er­le­di­gen will, kann sich noch so sehr be­ei­len: Spä­tes­tens an der Kas­se ver­liert man un­nö­tig Zeit. Das hat an die­ser Stel­le schon Kol­le­ge Joa­chim Schmitz vor ei­ner Wo­che be­schrie­ben. Er mach­te nur den fal­schen Schul­di­gen da­für aus.

Denn, lie­ber Joa­chim, nicht et­wa die EC-Kar­ten-Zah­ler sor­gen für die ge­fühlt nie en­den wol­len­den War­te­zei­ten an den Be­zahl­schran­ken der Ein­kaufs­lä­den, son­dern Bar­geld-Nost­al­gi­ker wie Du. Ich weiß nicht, wie vie­le Jah­re mei­nes Le­bens mich „Oma Irm­chen“schon ge­kos­tet hat, die vor mir ih­re Geld­bör­se zückt und je­den noch so klei­nen oder gro­ßen Be­trag am liebs­ten in bar be­zah­len möch­te. Und – Gott be­wah­re! – wenn ihr dann noch ei­ne Mün­ze aus der Hand glei­tet, über den Bo­den rollt und ir­gend­wo zwi­schen den Fü­ßen der hin­ter ihr un­ge­dul­dig war­ten­den Kun­den lan­det. . . Das ist gleich­sam un­an­ge­nehm wie zeit­rau­bend.

Du fragst, ob Bar­geld un­cool ist?! Ich stel­le ei­ne Ge­gen­fra­ge: Wie cool ist die faust­gro­ße Aus­stül­pung am Ge­säß der Leu­te, die ihr Bar­geld in der Ho­sen­ta­sche spa­zie­ren füh­ren und de­ren Bein­be­klei­dung da­bei lang­sam, aber si­cher gen Bo­den rutscht.

Ich wür­de da­her so­gar die Wet­te mit Dir ein­ge­hen, dass ich mit mei­ner Bank­kar­te ei­nen Ein­kauf schnel­ler be­zah­le als je­mand, der sei­ne Mün­zen erst aus sei­nem klim­pern­den Porte­mon­naie wühlt – egal, ob ich mei­ne PIN noch ein­ge­ben oder un­ter­schrei­ben muss.

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