Scham, Un­wis­sen­heit und zu we­nig The­ra­peu­ten

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Im Leben -

Je frü­her die Be­hand­lung der Zwangs­stö­rung be­ginnt, des­to bes­ser sind die Er­folgs­aus­sich­ten. Vie­le ver­schlepp­ten die Er­kran­kung über ei­ne lan­ge Zeit, sagt Bern­hard Osen. „Sie glau­ben, es han­de­le sich nur um ei­nen Tick, den sie schon selbst in den Griff be­kom­men.“Au­ßer­dem sei es den Be­trof­fe­nen pein­lich, sich zu of­fen­ba­ren. Ne­ben der Scham ist auch der Man­gel an qua­li­fi­zier­ten The­ra­peu­ten für Zwangs­stö­run­gen ein Pro­blem. Vie­le Er­krank­te wer­den da­her gar nicht oder nur un­zu­rei­chend be­han­delt. Die meis­ten psych­ia­tri­schen Kli­ni­ken sind auf die – sehr auf­wen­di­ge – Ex­po­si­ti­ons­the­ra­pie nicht aus­ge­rich­tet. „Man­che Pa­ti­en­ten be­kom­men ge­sagt, sie sol­len we­gen ei­nes Ter­mins in ei­nem Jahr noch mal an­ru­fen“, sagt An­to­nia Pe­ters, Vor­stands­vor­sit­zen­de der Deut­schen Ge­sell­schaft für Zwangs­er­kran­kun­gen. Sie und ih­re Kol­le­gen un­ter­stüt­zen Be­trof­fe­ne bei der Arzt­su­che und da­bei, recht­zei­tig in Be­hand­lung zu kom­men. Kon­takt: Deut­sche Ge­sell­schaft Zwangs­er­kran­kun­gen e. V. Post­fach 70 23 34, 22023 Ham­burg Te­le­fon: 040/6 89 13 700 (Mon­tag bis Frei­tag, 10 bis 12 Uhr)

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