Vor­wür­fe über­schat­ten Trump-Rei­se

US-Prä­si­dent im Na­hen Os­ten

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

In­mit­ten ei­ner Ket­te in­nen­po­li­ti­scher Skan­da­le brach US-Prä­si­dent Do­nald Trump am Frei­tag zu sei­ner ers­ten Aus­lands­rei­se auf. Zu­gleich setzt er sich ge­gen Vor­wür­fe zur Wehr.

dpa WA­SHING­TON. Un­mit­tel­bar nach dem Ab­flug von US-Prä­si­dent Do­nald Trump zu sei­ner ers­ten Aus­lands­rei­se sind neue schwe­re Vor­wür­fe ge­gen ihn laut ge­wor­den. Bei ei­nem Tref­fen mit Russ­lands Au­ßen­mi­nis­ter Ser­gej La­w­row vo­ri­ge Wo­che ha­be Trump ge­sagt, der Raus­wurf von FBI-Chef Ja­mes Co­mey ha­be Druck aus den Er­mitt­lun­gen we­gen an­geb­li­cher Ver­bin­dun­gen sei­nes Wahl­kampf­teams nach Mos­kau ge­nom­men, be­rich­te­te die „New York Ti­mes“.

„Ich ha­be ge­ra­de den Chef des FBI ge­feu­ert“, sag­te Trump dem­nach im Wei­ßen Haus zu La­w­row und dem rus­si­schen Bot­schaf­ter Ser­gej Kis­lyak. „Er war ver­rückt, ein ech­ter Spin­ner“, so der USPrä­si­dent laut ei­ner Auf­zeich­nung des Ge­sprächs, das der Zei­tung vor­ge­le­sen wur­de. „Ich ha­be we­gen Russ­land ei­nen gro­ßen Druck ver­spürt. Der ist jetzt weg.“

Vor sei­nem Ab­flug hat­te Trump er­klärt, die Ein­set­zung ei­nes un­ab­hän­gi­gen Son­der­er­mitt­lers zur Russ­land-Af­fä­re sei schäd­lich. „Ich den­ke, es spal­tet das Land“, kom­men­tier­te er die Ent­schei­dung des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums. Trump wies Vor­wür­fe zu­rück, er ha­be Co­mey zur Be­en­di­gung von Er­mitt­lun­gen ge­gen sei­nen frü­he­ren Si­cher­heits­be­ra­ter Micha­el Flynn auf­ge­for­dert.

Vor­wür­fe, er ha­be sich in der Ver­gan­gen­heit straf­bar ge­macht, sei­en „völ­lig lä­cher­lich“, sag­te Trump. Das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um hat­te tags zu­vor mit Ro­bert Mu­el­ler ei­nen Son­der­er­mitt­ler ein­ge­setzt, um mög­li­che Ver­stri­ckun­gen zwi­schen Trumps Wahl­kampf­team und Russ­land zu un­ter­su­chen. Der Schritt war par­tei­über­grei­fend be­grüßt wor­den. So sag­te Trumps re­pu­bli­ka­ni­scher Kon­tra­hent bei den Vor­wah­len im vo­ri­gen Jahr, Se­na­tor Mar­co Ru­bio, über Mu­el­ler: „Ich bin über­zeugt, er wird den Din­gen auf den Grund ge­hen.“Trump ha­be das Recht auf sei­ne ei­ge­ne Mei­nung. „Aber wir le­ben in ei­nem Rechts­staat“, so Ru­bio. Trump er­klär­te da­ge­gen, der Schritt sei „sehr, sehr ne­ga­tiv“.

Der US-Prä­si­dent brach am Frei­tag zu ei­ner Rei­se in den Na­hen Os­ten und nach Eu­ro­pa auf. Heu­te wird Trump in Sau­di-Ara­bi­en er­war­tet, ei­nem wich­ti­gen Al­li­ier­ten der USA. In Ri­ad trifft er Kö­nig Sal­man. Bis Mon­tag ste­hen ein Tref­fen des Gol­fKo­ope­ra­ti­ons­ra­tes so­wie ein Gip­fel­tref­fen von 50 mus­li­mi­schen Län­dern an. Dort will Trump ei­ne zen­tra­le An­spra­che zu ei­ner fried­vol­len Vi­si­on des Is­lams hal­ten. Vor dem Hin­ter­grund des Kamp­fes ge­gen die Ter­ror­mi­liz Is­la­mi­scher Staat wird Trump in Ri­ad mög­li­cher­wei­se auch ei­ne ara­bi­sche Ver­si­on der Na­to ins Spiel brin­gen.

Am Mon­tag reist Trump nach Is­ra­el und in die Pa­läs­ti­nen­si­schen Au­to­no­mie­ge­bie­te wei­ter. Da­nach be­sucht der Prä­si­dent erst­mals Eu­ro­pa. Dort trifft er den Papst und nimmt an den Gip­feln der Na­to in Brüs­sel und der G-7Grup­pe wich­ti­ger In­dus­trie­staa­ten auf Si­zi­li­en teil.

„Ge­mein­sam wer­den wir ob­sie­gen“: Sau­di-Ara­bi­en lässt kei­nen Zwei­fel an sei­ner Ver­bun­den­heit zu den USA. Fo­to: AFP

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