„Das Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren ge­gen Trump ist ei­ne Fra­ge der Zeit“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Nach der Ent­las­sung von FBI-Chef Ja­mes Co­mey, der Russ­land-Af­fä­re und dem Wir­bel um Si­cher­heits­be­ra­ter Micha­el Flynn steht USPrä­si­dent Do­nald Trump in der Kri­tik. Die Stim­men nach ei­nem Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren wer­den lau­ter. Im Fe­bru­ar sag­te US-Wahl­for­scher Al­lan Licht­man ein sol­ches Ver­fah­ren ge­gen Trump vor­aus. Ähn­lich äu­ßer­te sich nun auch der frü­he­re Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Kar­lTheo­dor zu Gut­ten­berg. Aber so ein Vor­gang hät­te we­nig Aus­sicht auf Er­folg. Die ame­ri­ka­ni­sche Ver­fas­sung sieht ein drei­stu­fi­ges Ver­fah­ren vor. Als Ers­tes muss ein Ver­ge­hen des Prä­si­den­ten vor­lie­gen, das in die Ka­te­go­ri­en Lan­des­ver­rat, Be­ste­chung und Be­stech­lich­keit so­wie schwe­re Straf­ta­ten und Fehl­ver­hal­ten fal­len muss. Fin­det sich im Re­prä­sen­tan­ten­haus in ei­nem zwei­ten Schritt ei­ne ein­fa­che Mehr­heit, gilt der Prä­si­dent vor dem Se­nat als an­ge­klagt. Als Drit­tes müs­sen dort min­des­tens zwei Drit­tel, das heißt 67 der 100 Se­na­to­ren, ge­gen den Prä­si­den­ten stim­men. Dann wä­re die­ser mit so­for­ti­ger Wir­kung des Am­tes ent­ho­ben. So weit die Theo­rie. Fakt ist, dass noch nie ein Prä­si­dent der USA sei­nes Am­tes ent­ho­ben wur­de. Bis­her wur­de das drei­mal ver­sucht. 1974 war es bei Richard Ni­xon knapp: Er trat nach der Wa­ter­ga­te-Af­fä­re zu­rück, ehe der Se­nat ab­stim­men konn­te. 1999 spra­chen sich zu we­ni­ge Se­na­to­ren ge­gen Bill Cl­in­ton aus. Auch And­rew John­son wur­de nicht des Am­tes ent­ho­ben. Und bei Trump? Man­che US-Po­li­ti­ker sa­gen, dass die Vor­wür­fe rund um die Er­mitt­lun­gen ge­gen Flynn ein Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren recht­fer­tig­ten. Hier wä­re der Vor­wurf Jus­tiz­be­hin­de­rung. Nur: Selbst wenn es zu ei­nem Ver­fah­ren kä­me, wür­de Trump wahr­schein­lich nicht des Am­tes ent­ho­ben. Denn die Re­pu­bli­ka­ner ha­ben ei­ne Mehr­heit im Re­prä­sen­tan­ten­haus.

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