Uni­on zieht SPD in Um­fra­ge da­von

Zwölf Pro­zent­punk­te Vor­sprung – Schulz ruft Par­tei zu Ge­schlos­sen­heit auf

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

CDU und CSU zie­hen der SPD in den Um­fra­gen wei­ter da­von. Zu­gleich geht die Uni­on mit weit­rei­chen­den Wahl­ver­spre­chun­gen auf Stim­men­fang. SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz for­dert sei­ne Par­tei un­ter­des­sen zur Ge­schlos­sen­heit auf.

Im „Sonn­tags­trend“der „Bild am Sonn­tag“liegt die Uni­on be­reits zwölf Pro­zent­punk­te vor den So­zi­al­de­mo­kra­ten. Die SPD ver­liert ei­nen Zäh­ler und kommt auf 26 Pro­zent. CDU/CSU ver­bes­sern sich um ei­nen Punkt auf 38 Pro­zent. Lin­ke (9 Pro­zent) und Grü­ne (7 Pro­zent) ver­lie­ren je­weils ei­nen Zäh­ler. Die FDP ver­bes­sert sich auf 7 Pro­zent (plus 1), die AfD liegt wie in der Vor­wo­che bei 8 Pro­zent.

Die CSU will mit dem Ver­spre­chen mil­li­ar­den­schwe­rer Steu­er­sen­kun­gen in den Bun­des­tags­wahl­kampf zie­hen. Es sol­le ei­ne „gro­ße, wuch­ti­ge Steu­er­re­form“mit ei­ner kräf­ti­gen Ent­las­tung der Bür­ger ge­ben, sag­te Par­tei­chef

Horst See­ho­fer nach ei­ner CSU-Vor­stands­klau­sur in Schwarzenfeld. Die Uni­ons­par­tei­en müs­sen sich noch über Um­fang und De­tails ei­ni­gen. Man wol­le ein se­riö­ses und so­li­des Pa­ket, da­mit sich die Bür­ger dar­auf ver­las­sen könn­ten, hieß es nach ei­nem Spit­zen­tref­fen von Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) und See­ho­fer so­wie wei­te­ren Uni­ons-Spit­zen­po­li­ti­kern am Sonn­tag in Ber­lin.

Bis zum nächs­ten Tref­fen kurz vor Pfings­ten soll­ten nun di­ver­se Din­ge durch­ge­rech­net wer­den, war aus Teil­neh­mer­krei­sen zu er­fah­ren.

Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) sieht bis­lang nur Spiel­raum für be­grenz­te Steu­er­sen­kun­gen in Hö­he von 15 Mil­li­ar­den Eu­ro. In der CSU wird in­des­sen ge­for­dert, die Kos­ten für die stu­fen­wei­se Ab­schaf­fung des So­li­da­ri­täts­zu­schlags soll­ten

ge­son­dert be­trach­tet wer­den, al­so zu den 15 Mil­li­ar­den Ent­las­tung hin­zu­kom­men. Dar­über hin­aus will die CSU die so­ge­nann­te Müt­ter­ren­te aus­wei­ten, die Bil­dung von Wohn­ei­gen­tum för­dern und mehr Geld für die früh­kind­li­che Bil­dung aus­ge­ben.

Zum bes­se­ren Kampf ge­gen den is­la­mis­ti­schen Ter­ro­ris­mus for­dern CDU und CSU mehr Per­so­nal für die Jus­tiz. „Um das Straf­recht als schärfs­tes Schwert ge­gen is­la­mis­ti­schen Ter­ro­ris­mus ef­fek­tiv durch­set­zen zu kön­nen, wol­len wir die Bun­des­an­walt­schaft und die Ge­ne­ral­staats­an­walt­schaf­ten der Län­der per­so­nell auf­sto­cken“, heißt es in ei­ner Re­so­lu­ti­on, die kom­men­de Wo­che bei der Kon­fe­renz der Chefs der Uni­ons­frak­tio­nen be­schlos­sen wer­den soll.

Der SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz rief die SPD un­ter­des­sen zu Ge­schlos­sen­heit auf. In der SPD herr­sche nun „ei­ne Zeit, in der man zu­sam­men­ste­hen muss, weil man weiß, es geht um ei­ne grund­sätz­li­che Rich­tungs­ent­schei­dung“, sag­te er ges­tern beim Lan­des­par­tei­tag der Bay­ernSPD in Schweinfurt.

Schulz kri­ti­sier­te, die von CSU-Chef See­ho­fer an­ge­kün­dig­te „wuch­ti­ge Steu­er­sen­kung“sei nicht durch die spru­deln­den Über­schüs­se ge­recht­fer­tigt. „Sie sind das Er­geb­nis der Null­zins­po­li­tik, es sind ein­ma­li­ge Über­schüs­se. Wenn ich das jetzt als Wahl­ge­schen­ke ein­set­ze, dann ist die Lo­gik klar, dass wir bald die Aus­ga­ben kür­zen oder die Steu­ern er­hö­hen müs­sen“, be­ton­te Schulz.

Statt­des­sen müss­ten die ein­ma­li­gen Über­schüs­se in die Sub­stanz des Lan­des in­ves­tiert wer­den. Die In­fra­struk­tur in Deutsch­land müs­se leis­tungs­fä­hig blei­ben. Die SPD leh­ne aber nicht ge­ne­rell fi­nan­zi­el­le Ent­las­tun­gen für die Bür­ger ab.

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