„Hartz IV ist viel zu nied­rig an­ge­setzt“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Das hat die Ar­beits­markt­ex­per­tin der Lin­ken-Bun­des­tags­frak­ti­on, Sabine Zim­mer­mann, be­haup­tet. Sie führt zur Be­grün­dung an, dass vie­le Hartz-IVEmp­fän­ger für gro­ße An­schaf­fun­gen wie et­wa ei­nen Kühl­schrank Dar­le­hen be­an­tra­gen müs­sen. Aber ist der Re­gel­satz wirk­lich zu nied­rig? Seit dem 1. Ja­nu­ar 2017 be­kom­men Paa­re 368 Eu­ro pro Part­ner im Mo­nat. Al­lein­ste­hen­de Lang­zeit­ar­beits­lo­se er­hal­ten 409 Eu­ro. Die­se Sum­me setzt sich un­ter an­de­rem wie folgt zu­sam­men: 145,20 Eu­ro für Nah­rung und al­ko­hol­freie Ge­trän­ke, 45,15 Eu­ro für Frei­zeit, Un­ter­hal­tung und Kul­tur, 34,36 Eu­ro für Be­klei­dung und Schu­he und 31 Eu­ro für In­nen­aus­stat­tung, Haus­halts­ge­rä­te und -ge­gen­stän­de. Da­ne­ben über­nimmt der Staat die Mie­te so­wie Strom- und Heiz­kos­ten für ei­nen an­ge­mes­se­nen Wohn­raum. Den­noch fal­len die Re­gel­sät­ze laut Pa­ri­tä­ti­schem Ge­samt­ver­band deut­lich zu nied­rig aus. Die Er­geb­nis­se sei­en künst­lich klein­ge­rech­net und will­kür­lich in die Sta­tis­tik ein­ge­grif­fen, kri­ti­siert der Ver­band. Die Ver­tei­lungs­for­sche­rin Ire­ne Be­cker sagt, dass der Pau­schal­be­trag „zum phy­si­schen Über­le­ben“rei­che, für mehr aber nicht. Laut Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt muss der Re­gel­satz auch die Teil­ha­be am ge­sell­schaft­li­chen, kul­tu­rel­len und po­li­ti­schen Le­ben er­mög­li­chen. Es gibt Men­schen, die in ei­nem Selbst­ver­such ge­tes­tet ha­ben, von Hartz IV zu le­ben. Das Fa­zit: Man muss nicht ver­hun­gern. Doch wenn et­was Un­vor­her­ge­se­he­nes pas­siert, wird es eng.

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