Has­san Ru­ha­ni

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Einblicke -

Der mo­de­ra­te Kle­ri­ker Has­san Ru­ha­ni hat es ge­schafft. Nach sei­nem Sieg bei der Prä­si­den­ten­wahl im Iran kann er für wei­te­re vier Jah­re im Amt blei­ben. In sei­ner ers­ten Amts­zeit hat er vie­les er­reicht – vie­les aber auch nicht. Mit dem Wie­ner Atom­ab­kom­men von 2015 und dem En­de der Wirt­schafts­sank­tio­nen nach mehr als zehn Jah­ren hat der 68-Jäh­ri­ge je­den­falls po­li­tisch und wirt­schaft­lich vie­les ver­bes­sert. Für ihn war es be­son­ders wich­tig, das in­ter­na­tio­nal schlech­te Image des Got­tes­staa­tes zu ver­bes­sern. Nach dem Atom­ab­kom­men fließt das Öl wie­der. Der Wes­ten spricht wie­der mit dem Iran, und ge­sell­schaft­lich ist das Land li­be­ra­ler ge­wor­den. Für Ru­ha­ni ist die Bot­schaft der Wäh­ler klar: Sie woll­ten Freund­schaft und nicht Feind­se­lig­keit, Frie­den und nicht Ge­walt, Mä­ßi­gung und nicht Ex­tre­mis­mus, Ver­söh­nung und nicht Streit. Ru­ha­ni selbst hält sich zu­gu­te, den Men­schen – vor al­lem den Ju­gend­li­chen – wie­der Zu­ver­sicht und Hoff­nung ge­ge­ben zu ha­ben. Nur die bis­he­ri­ge Wirt­schafts­bi­lanz des 1948 in Sor­cheh im Zen­tra­li­ran ge­bo­re­nen Kle­ri­kers ist nicht ge­ra­de ro­sig. Die ver­spro­che­ne wirt­schaft­li­che Wen­de ist aus­ge­blie­ben. Auch au­ßen­po­li­tisch ist der Iran noch längst nicht der von Ru­ha­ni er­hoff­te zu­ver­läs­si­ge Part­ner des Wes­tens. Das liegt vor al­lem an der ira­ni­schen An­ti-Is­ra­el-Po­li­tik so­wie der Un­ter­stüt­zung für Prä­si­dent Ba­schar al-As­sad im Sy­ri­en-Kon­flikt. In­nen­po­li­tisch blie­ben die li­be­ra­len Ve­rän­de­run­gen hin­ter den Er­war­tun­gen zu­rück. Statt der Frei­las­sung po­li­ti­scher Ge­fan­ge­ner sind wei­te­re hin­zu­ge­kom­men. Ge­gen die Hard­li­ner in der Jus­tiz ist Ru­ha­ni ein­fach macht­los.

Prä­si­dent Has­san Ru­ha­ni. Fo­to: AFP

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