Hohn­stedt: Jetzt doch et­was Weh­mut

Links­fuß vom VfL of­fi­zi­ell ver­ab­schie­det – als ein­zi­ger Fuß­bal­ler des Dritt­li­gis­ten

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport Regional -

Es ist ir­gend­wie be­zeich­nend für das Sai­son­en­de des VfL Os­na­brück, dass die Ver­ab­schie­dung von Pu­bli­kums­lieb­ling Micha­el Hohn­stedt un­ter­ging in den Ne­ga­tiv-Schlag­zei­len rund um die mut­maß­lich ver­such­te Spiel­ma­ni­pu­la­ti­on durch drei Team­kol­le­gen. Aber we­nigs­tens be­rei­te­ten die Spa­lier ste­hen­den ein­ge­setz­ten Fuß­bal­ler und das VfL-Funk­ti­ons­team so­wie die Fans dem 29-Jäh­ri­gen je­ne Ver­ab­schie­dung, die er ver­dient.

„Das war wun­der­schön und ei­ne Be­stä­ti­gung für mich, dass ich den ver­gan­ge­nen vier Jah­ren wohl nicht so viel Schlech­tes ge­macht ha­be“, kom­men­tier­te der Links­fuß die Fei­er­lich­kei­ten nach der Par­tie, als er, auf dem Zaun ste­hend, von den Fans ge­fei­ert wur­de. „Lei­der ha­be ich mich un­ter der Wo­che leicht ver­letzt: Die Hüft­beu­ger­zer­rung hat mich wohl die kom­plet­ten 90 Mi­nu­ten ge­kos­tet“, sag­te Hohn­stedt, der

nach 71 Mi­nu­ten für Ke­mal Rüz­gar ein­ge­wech­selt wur­de – und von Ant­ho­ny Syh­re so­fort die Ka­pi­täns­bin­de über­ge­streift be­kam. Ei­ne Ges­te, die im Vor­feld nicht ab­ge­spro­chen ge­we­sen sei.

Hohn­stedt er­hält beim VfL Os­na­brück kei­nen neu­en Ver­trag, weil auf sei­ner Po­si­ti­on

jün­ge­re Spie­ler den eta­blier­ten Kräf­ten um Alex­an­der Der­cho und Ju­les Rei­mer­ink per­spek­ti­visch mehr Druck ma­chen sol­len – vor al­lem be­züg­lich der tech­ni­schen und spie­le­ri­schen Mög­lich­kei­ten. In punc­to Ein­satz und Wil­len muss sich ein Nach­fol­ger ab­so­lut an Hohn­stedt ori­en­tie­ren, der in 132 Spie­len in der 3. Li­ga und den Po­ka­len (10 To­re, 10 Vor­la­gen) stets al­les für den VfL in die Waag­scha­le ge­wor­fen hat, was er hat­te.

„Es war schön zu er­le­ben, dass die Fans in die­sem wun­der­ba­ren Sta­di­on hin­ter mir ste­hen – auch an die­sem für mich nicht ein­fa­chen letz­ten Tag“, sag­te Hohn­stedt, der vor der Par­tie durch VfL-Ge­schäfts­füh­rer Jür­gen Weh­lend und Ma­na­ger Lothar Gans of­fi­zi­ell ver­ab­schie­det wor­den war. „Jetzt ver­spü­re ich dann doch et­was Weh­mut – wenn man sieht, was hier we­gen mir los war“, gab der 29-Jäh­ri­ge hin­ter­her zu.

Wie es kon­kret bei ihm wei­ter­geht, konn­te Hohn­stedt noch nicht sa­gen. „Mein Be­ra­ter hat ei­ni­ge Ver­ei­ne an­ge­ru­fen und ist von ei­ni­gen kon­tak­tiert wor­den“, sag­te Hohn­stedt. Ist dar­un­ter auch sein Ex-Ver­ein, die Sport­freun­de Lot­te? „Zu Lot­te wür­de ich nie Nein sa­gen. Ich hö­re mir al­les an.“

Beim Ab­schied ge­fei­ert von Fans und Mit­spie­lern: Micha­el Hohn­stedt nach vier Jah­ren beim VfL Os­na­brück. Fo­to: os­na­pix

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