Blitz-Pres­se­mit­tei­lung des DFB sorgt für Är­ger und Un­ver­ständ­nis

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport Regional -

Was sagt der VfL Os­na­brück? „Wir wer­den jetzt al­les da­für tun, um Scha­den vom Ver­ein ab­zu­wen­den“, sagt Ge­schäfts­füh­rer Jür­gen Weh­lend, der das Vor­ge­hen des DFB bis ein­schließ­lich Frei­tag lobt, aber den Gang an die Öf­fent­lich­keit „aufs Schärfs­te“kri­ti­siert. Ei­gent­lich sei die Ab­spra­che mit dem Kon­troll­aus­schuss des DFB ge­we­sen, erst an die Öf­fent­lich­keit zu ge­hen, wenn ab­schlie­ßend er­mit­telt wor­den sei und Stel­lung­nah­men von Wer­der Bre­men ein­ge­holt wor­den sei­en. Dar­an ha­be sich der DFB nicht ge­hal­ten. „Auch wir wol­len ei­ne rück­halt­lo­se Auf­klä­rung. Un­se­re Auf­ga­be ist es aber auch, un­se­re Spie­ler von un­ge­recht­fer­tig­ten Ver­däch­ti­gun­gen zu schüt­zen. Ins­be­son­de­re durch die Nen­nung ei­ner ex­ak­ten Zahl von Ver­däch­ti­gen sind wir und un­se­re Spie­ler un­ter un­nö­ti­gen Druck ge­ra­ten.“Man sei ei­ne knap­pe St­un­de vor dem En­de des Spiels in­for­miert wor­den, dass der Ver­sand der Pres­se­mit­tei­lung in Kür­ze er­fol­gen wer­de.

Was sagt die Staats­an­walt­schaft Os­na­brück? Dort zeig­te man sich eben­falls über­rascht dar­über, dass der DFB be­reits am Sams­tag­nach­mit­tag an die Öf­fent­lich­keit ge­gan­gen sei. Ober­staats­an­walt Dr. Alex­an­der Re­te­mey­er be­stä­tig­te auf An­fra­ge, dass sei­ne Be­hör­de En­de der Wo­che von dem Vor­gang in Kennt­nis ge­setzt wor­den sei. In Os­na­brück ge­be es ei­nen „Spe­zi­al-Staats­an­walt“für Fuß­ball­sa­chen. Die­ser Kol­le­ge müs­se sich nun über den Stand der bis­he­ri­gen Er­mitt­lun­gen in­for­mie­ren. Dass auch die Staats­an­walt­schaf­ten in Bochum und Os­na­brück er­mit­teln, hängt mit ei­ner von der Bun­des­re­gie­rung ge­schlos­se­nen Ge­set­zes­lü­cke beim Sport­wet­ten­be­trug zu­sam­men. Seit Mit­te April 2017 kön­nen Sport­ler straf­recht­lich ver­folgt wer­den, die sich be­ste­chen las­sen und Wett­be­wer­be ma­ni­pu­lie­ren. Bis da­hin gab es die Ge­set­zes­lü­cke, dass das Straf­recht erst zur An­wen­dung kam, wenn Drit­te durch ma­ni­pu­lier­te Spie­le ge­schä­digt wur­den. Nun reicht schon der Nach­weis des Ver­suchs aus.

Was sagt DFB-Vi­ze­prä­si­dent Ro­land Koch? War­um der DFB di­rekt nach Schluss­pfiff die Öf­fent­lich­keit in­for­mier­te, er­klär­te der für Rechts­fra­gen zu­stän­di­ge Vi­ze­prä­si­dent Rai­ner Koch so: „Die Spie­le wa­ren vor­bei, der Wett­be­werb der 3. Li­ga war für die­se Sai­son ab­ge­schlos­sen. Weil so ein Fall aber nicht ewig ge­heim zu hal­ten ist, ha­ben wir uns beim DFB ent­schlos­sen, im In­ter­es­se al­ler Be­tei­lig­ten die Öf­fent­lich­keit zu in­for­mie­ren. Es ging dar­um, die Ab­läu­fe trans­pa­rent, sau­ber, fair und ge­wis­sen­haft dar­zu­le­gen, da­mit nicht et­wa ir­re­füh­ren­de Ge­rüch­te an die Öf­fent­lich­keit drin­gen.“Zur Kla­ge des VfL, Os­na­brück man sei vom Schritt an die Öf­fent­lich­keit durch den DFB et­was über­rum­pelt wor­den, sag­te Koch: „Der VfL ist recht­zei­tig vor der Ver­öf­fent­li­chung un­se­rer Pres­se­mit­tei­lung vor­ab in­for­miert wor­den. Der Ver­ein konn­te sich dar­auf ein­stel­len und hat ja dann auch sehr schnell mit ei­ner ei­ge­nen Mit­tei­lung re­agiert. Im Üb­ri­gen muss ich da­zu sa­gen, dass sich der Ver­ein im Ver­lauf des gan­zen Vor­gangs über­aus ko­ope­ra­tiv ver­hal­ten hat.“Das be­stä­tig­ten auch der Om­buds­mann und die DFB-Er­mitt­ler. Koch be­ton­te zu­dem, dass es sich um ei­ne Ak­ti­on „ein­zel­ner Spie­ler“han­de­le, mit der der Ver­ein VfL Os­na­brück nichts zu tun ha­be.

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