Ein Sai­son­fi­na­le für die VfL-Ge­schichts­bü­cher

Tor­lo­ses Re­mis – Pa­der­born steigt ab – Spott und Hä­me für die Ost­west­fa­len

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport Regional - Von Ste­fan Al­ber­ti

Die­ser 20. Mai 2017 wird in der His­to­rie des VfL Os­na­brück im­mer mit ei­nem Ma­kel be­haf­tet blei­ben. Ma­ni­pu­la­ti­ons­vor­wür­fe ge­gen drei VfL-Spie­ler und der SC Pa­der­born steigt in die Re­gio­nal­li­ga ab – al­les an­de­re als ein nor­ma­les tor­lo­ses Sai­son­fi­na­le in der 3. Fuß­ball-Li­ga.

OS­NA­BRÜCK. An­ge­sichts der lau­fen­den Er­mitt­lun­gen des DFB und der Staats­an­walt­schaf­ten Bochum und Os­na­brück (sie­he an an­de­rer Stel­le in die­ser Aus­ga­be) ge­riet das Fuß­ball­spiel in den Hin­ter­grund. Die VfL-Pro­fis wur­den am Frei­tag­nach­mit­tag von den DFB-Ver­ant­wort­li­chen an­ge­hört – sie gin­gen mit der Last der Er­mitt­lun­gen in die­ses für sie sport­lich be­deu­tungs­lo­se und für die Pa­der­bor­ner über­le­bens­wich­ti­ge Spiel. Die Ost­west­fa­len wuss­ten vor dem An­pfiff of­fen­sicht­lich nichts von den Vor­wür­fen.

VfL-Coach Joe Enochs muss­te nicht nur we­gen der ak­tu­el­len Ent­wick­lun­gen sei­nen Ka­der um­krem­peln: Ne­ben den Lang­zeit­ver­letz­ten und dem von ei­nem In­fekt ge­plag­ten Chris­ti­an Groß fehl­ten die nach VfL-An­ga­ben kurz­fris­tig er­krank­ten To­bi­as Wil­lers und Ad­dy Men­ga. Da­zu war seit Ta­gen schon die Tor­wart­fra­ge ge­klärt: Frank Leh­mann rück­te für den am Me­nis­kus ope­rier­ten Ma­ri­us Gers­beck zwi­schen die Pfos­ten.

Der VfL fand nur sehr schwer­fäl­lig in die Par­tie – mit letzt­lich nur ei­ner Mi­niTor­chan­ce in 45 Mi­nu­ten durch Ah­met Ars­lan (25.). Und die Pa­der­bor­ner? Er­ar­bei­te­ten sich die op­ti­sche Über­le­gen­heit. Mehr nicht, es gab nur ei­ne hoch­ka­rä­ti­ge Ge­le­gen­heit durch den ExOs­na­brü­cker Mar­cus Pi­os­sek: Sein Schlen­zer aus 16 Me­tern klatsch­te an die Lat­te des VfL-Ge­häu­ses (26.).

An­sons­ten war die SCP-Of­fen­si­ve weit­ge­hend ab­ge­mel­det: Sturm­füh­rer Ko­en van der Bie­zen und spä­ter Zlat­ko De­dic wa­ren bei den In­nen­ver­tei­di­gern Mar­cel Ap­piah und Kon­stan­tin En­gel bes­tens auf­ge­ho­ben. Ap­piah über­zeug­te ein­mal mehr durch Über­sicht und Kom­pro­miss­lo­sig­keit, En­gel be­wies auf der für ihn in die­ser Sai­son beim VfL bis­lang un­ge­wohn­ten Po­si­ti­on eben­falls gu­tes Stel­lungs­spiel und Staub­sau­ger-Qua­li­tä­ten.

Zu­rück zum Spiel: In den ers­ten Mi­nu­ten nach der Pau­se zeig­te der VfL mehr Schwung, war prä­sen­ter – und war durch Ke­mal Rüz­gar (54.) und Kwa­si Okye­re Wriedt (58.) dem Füh­rungs­tref­fer na­he. Da­nach war je­doch von bei­den An­grei­fern nicht mehr viel zu se­hen. Der VfL be­hielt den­noch die Kon­trol­le. Die Gäs­te fan­den kei­ne pas­sen­den spie­le­ri­schen Mit­tel. Den Rest er­le­dig­te der sou­ve­rän auf­tre­ten­de VfLKee­per Leh­mann.

Es gab si­cher­lich schon in­ter­es­san­te­re Punk­te­tei­lun­gen oh­ne To­re. Mit dem Rumpf­auf­ge­bot ist es dem VfL je­doch ge­lun­gen, sich or­dent­lich zu ver­ab­schie­den. Das ist ei­ni­gen Tei­len des Os­na­brü­cker Pu­bli­kums lei­der nicht ge­lun­gen, als sie die am Bo­den zer­stör­ten Pa­der­bor­ner noch mit Spott und Hä­me in die Ka­bi­ne ver­ab­schie­de­ten.

Al­les im Griff: VfL-In­nen­ver­tei­di­ger Mar­cel Ap­piah (links) im Zwei­kampf mit Pa­der­borns Ko­en van der Bie­zen. Fo­to: Hel­mut Kem­me

Am Bo­den: SCP-Spie­ler Fe­lix Her­zen­bruch. Fo­to: os­na­pix

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