Die Her­kunft von Stof­fen nach­ver­fol­gen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Reportage -

Ex­per­ten der deut­schen Bun­des­an­stalt für Geo­wis­sen­schaf­ten und Roh­stof­fe (BGR) ha­ben ei­ne mög­li­che Lö­sung für das Auf­spü­ren von so­ge­nann­ten Kon­flikt­mi­ne­ra­li­en aus dem Kon­go ge­fun­den. Sie ha­ben für Zinn, Wolf­ram und Tan­tal ei­nen geo­che­mi­schen Fin­ger­ab­druck ent­wi­ckelt. Das Wort Fin­ger­ab­druck soll an­zei­gen, dass sich mit ih­rer Me­tho­de die Her­kunft ei­nes Mi­ne­rals Fall für Fall ein­deu­tig be­le­gen lässt: Kommt das Erz aus ei­ner zer­ti­fi­zier­ten Mi­ne oder aus ei­ner il­le­ga­len Gru­be?

Doch die Um­set­zung des Her­kunfts­nach­wei­ses im gro­ßen Stil ist schwie­rig. Ver­gleich­bar mit ei­nem Va­ter­schafts­test, müs­sen zu­nächst aus al­len Mi­nen im Kon­go Pro­ben ent­nom­men wer­den. Soll­te dann ein Mi­ne­ral aus frag­wür­di­ger Her­kunft auf­tau­chen, kön­nen die For­scher des­sen ex­ak­te Zu­sam­men­set­zung er­mit­teln und mit ih­ren an­de­ren Pro­ben ver­glei­chen. Im Streit­fall lässt sich so zu­ord­nen, aus wel­cher Mi­ne der Stoff stammt.

Da­für müs­sen aber zu­nächst al­le Mi­nen er­fasst wer­den – was an­ge­sichts von Kon­gos schlech­ter In­fra­struk­tur und der Ge­walt schwie­rig ist. In Bukavu gibt es be­reits ein La­bor zur Re­gis­trie­rung der Er­ze. Doch der ei­gent­li­che „Va­ter­schafts­test“muss bis­lang noch in Deutsch­land oder Süd­afri­ka durch­ge­führt wer­den. Ein spe­zi­el­les La­bor da­für soll schon bald in Tan­sa­nia er­öff­net wer­den.

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