Neun Stel­len für Si­cher­heit und Ord­nung

Aus­schuss gibt po­si­ti­ves Si­gnal für mehr Per­so­nal im Ord­nungs­au­ßen­dienst

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Das The­ma „Öf­fent­li­che Ord­nung“do­mi­nier­te die jüngs­te Sit­zung des Aus­schus­ses für Feu­er­wehr und Ord­nung. Die An­for­de­run­gen und Ve­rän­de­run­gen auf die­sem Feld schla­gen sich am deut­lichs­ten im Ta­ges­ord­nungs­punkt „Neu­struk­tu­rie­rung des Ord­nungs­au­ßen­diens­tes“nie­der.

Von Diet­mar Krö­ger

Mit ei­ner um­fang­rei­chen Vor­la­ge hat die Ver­wal­tung die Os­na­brü­cker Rats­po­li­ti­ker auf die an­ste­hen­den Ve­rän­de­run­gen im Ord­nungs­au­ßen­dienst (OAD) der Stadt vor­be­rei­tet. Das macht Sinn, denn im­mer­hin soll die Po­li­tik 546 000 Eu­ro für 9,25 zu­sätz­li­che Stel­len be­wil­li­gen. Was sich für den Au­ßen­ste­hen­den an­hö­ren mag wie der dro­hen­de Un­ter­gang des Abend­lan­des, ge­treu dem Mot­to „Bei so viel Geld muss auch viel im Ar­gen lie­gen“, stellt sich bei ge­naue­rem Hin­se­hen vor al­lem als ei­ne Kon­se­quenz aus den Ve­rän­de­run­gen in den Rei­hen der nie­der­säch­si­schen Po­li­zei dar.

Al­les Han­deln von Po­li­zei und Kom­mu­nen in die­sem Be­reich fußt auf dem Nie­der­säch­si­schen Ge­setz über die öf­fent­li­che Si­cher­heit und Ord­nung (Nd­sSOG). Die in der Ver­gan­gen­heit ein­ver­nehm­lich ge­leb­te Pra­xis der bei­den Prot­ago­nis­ten ent­spricht je­doch nicht den ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen. Bis­lang war es so – grob ge­spro­chen – dass die Po­li­zei Si­cher­heit und Ord­nung vor Ort über­wach­te und durch­setz­te, wäh­rend sich die Ord­nungs­be­hör­den im In­nen­dienst ver­wal­tungs­mä­ßig um die aus dem po­li­zei­li­chen Han­deln

her­vor­ge­gan­ge­nen Be­schei­de und schrift­li­chen Ord­nungs­ver­fü­gun­gen küm­mer­ten. Die­se Auf­ga­ben­tei­lung hat sich er­le­digt. Und so heißt es fol­ge­rich­tig in der Vor­la­ge: „Die Po­li­zei hat in der Ver­gan­gen­heit die Re­ge­lun­gen des Nd­sSOG weit aus­ge­legt

und über den Wort­laut des Ge­set­zes hin­aus Auf­ga­ben der Kom­mu­nen wahr­ge­nom­men. Die­se Pra­xis wan­delt sich zu­neh­mend. Durch den seit Jah­ren ste­ti­gen Rück­zug der Po­li­zei auf ih­re Kern­auf­ga­ben – ak­tu­ell be­schrie­ben in der Stra­te­gie

2020 des Nie­der­säch­si­schen Mi­nis­te­ri­ums für In­ne­res und Sport sind Auf­ga­ben­fel­der in der Ge­fah­ren­ab­wehr ver­waist. Die Kom­mu­nen sind ge­setz­lich ver­pflich­tet, die­se Lü­cke zu fül­len, um ih­re ur­ei­ge­nen Auf­ga­ben wahr­zu­neh­men.“Wie sehr die Po­li­zei in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten den Kom­mu­nen bei der Ge­fah­ren­ab­wehr as­sis­tiert hat, mag an den nun nö­ti­gen zu­sätz­li­chen Stel­len und den da­für an­fal­len­den Kos­ten ab­ge­le­sen wer­den.

Zwar moch­te der Aus­schuss die Vor­la­ge nicht mit ei­nem kon­kre­ten Vo­tum an den Rat wei­ter­lei­ten (das um­fang­rei­che Pa­pier hat­te die Mit­glie­der erst we­ni­ge Ta­ge vor der Sit­zung er­reicht und konn­te noch nicht in den Frak­tio­nen be­ra­ten wer­den), gleich­wohl si­gna­li­sier­ten die Da­men und Her­ren al­ler Par­tei­en so viel wohl­wol­len­de Zu­stim­mung, dass ein po­si­ti­ves Ab­stim­mungs­er­geb­nis in der Rats­sit­zung am 30. Mai als wahr­schein­lich an­ge­se­hen wer­den darf.

Dann wird sich im OAD nicht nur per­so­nell ei­ni­ges än­dern. Auch die Di­enst­plä­ne und da­mit die zeit­li­chen Prä­sen­zen der OAD-Mit­ar­bei­ter muss den An­for­de­run­gen des Nd­sSOG an­ge­passt wer­den. Ist der OAD heu­te noch von mon­tags bis frei­tags von 7.30 Uhr bis 18 Uhr auf Os­na­brücks Stra­ßen und Plät­zen un­ter­wegs, soll er in Zu­kunft von 7 bis 23 Uhr so­wie sams­tags von 7 bis 20 Uhr prä­sent sein. Wäh­rend Mai­wo­che und Weih­nachts­markt wird es dar­über hin­aus­ge­hen­de Di­ens­te ge­ben.

Vor al­lem aber sieht die Neu­struk­tu­rie­rung auch ein Aus- und Wei­ter­bil­dungs­kon­zept für die OAD-Mit­ar­bei­ter vor, die sich zu­dem dem­nächst auch op­tisch vom Ver­kehrs­au­ßen­dienst un­ter­schei­den sol­len – in­dem für die Be­schrif­tung der Di­enst­klei­dung bzw. des Di­enst­fahr­zeugs „die Be­grif­fe „Stadt Os­na­brück“und „Ord­nungs­be­hör­de“ver­wandt wer­den sol­len, wie es in der Vor­la­ge heißt.

Die Dis­kus­si­on hat­ten wir vor we­ni­gen Jah­ren schon ein­mal. Sei­ner­zeit stemm­ten sich SPD und CDU ge­gen ei­ne Na­mens­än­de­rung.

Fo­to: Micha­el Grün­del

Noch tra­gen die Ord­nungs­au­ßen­dienst­ler der Stadt Ja­cken mit dem Auf­druck OS-Team. Mit der Neu­struk­tu­rie­rung soll sich das än­dern.

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