Pro­zess we­gen Mor­des am Prießnitz­hof be­ginnt

29-Jäh­ri­ger aus Mel­le an­ge­klagt – Ei­nem Mann ge­lang mit letz­ter Kraft die Flucht

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Am Di­ens­tag be­ginnt am Os­na­brü­cker Land­ge­richt der Pro­zess ge­gen ei­nen 29-Jäh­ri­gen aus Mel­le. Die Staats­an­walt­schaft wirft dem Mann vor, im Ok­to­ber ver­gan­ge­nen Jah­res ei­nen 51-Jäh­ri­gen im Os­na­brü­cker Prießnitz­hof mit ei­nem Mes­ser ge­tö­tet zu ha­ben.

Die Blut­tat er­eig­ne­te sich in der Nacht zum 22. Ok­to­ber 2016 in der Stra­ße am Prießnitz­hof, die vom Blu­men­hal­ler Weg im Stadt­teil West­stadt ab­zweigt. An die­sem Abend hat­te sich der An­ge­klag­te mit vier wei­te­ren Per­so­nen in ei­ner Woh­nung in ei­nem Mehr­fa­mi­li­en­haus auf­ge­hal­ten. Die Vor­an­kün­di­gung des Land­ge­richts liest sich dra­ma­tisch: Als drei der An­we­sen­den die Woh­nung kurz­zei­tig ver­lie­ßen, soll der Mel­ler plötz­lich zu ei­nem mit­ge­führ­ten Mes­ser ge­grif­fen ha­ben. Mehr­mals ha­be der An­ge­klag­te un­ver­mit­telt auf sein Op­fer – den Mie­ter der Woh­nung – ein­ge­sto­chen. Der 51-Jäh­ri­ge soll auf­grund des über­ra­schen­den An­griffs nicht in der La­ge ge­we­sen sein, sich zu ver­tei­di­gen, und in­ner­halb we­ni­ger Se­kun­den ver­stor­ben sein.

Kurz nach dem An­griff sol­len die drei wei­te­ren Per­so­nen in die Woh­nung zu­rück­ge­kehrt sein. Zu ei­nem 39Jäh­ri­gen, der dem Trio an­ge­hör­te, soll der An­ge­klag­te ge­sagt ha­ben: „Und jetzt bist du dran!“Da­bei soll er auf den Mann zu­ge­gan­gen sein, ei­nen Fuß vor die Woh­nungs­tür ge­stellt und in Tö­tungs­ab­sicht mehr­fach in den Schul­ter­be­reich ge­sto­chen ha­ben. Weil sich der An­ge­grif­fe­ne wehr­te, ge­lang ihm die Flucht durch das Trep­pen­haus – doch der An­ge­klag­te ließ nicht von ihm ab.

No­tope­ra­ti­on

Auf der Stra­ße hol­te er sein Op­fer schließ­lich ein und ver­letz­te es wie­der­um mit dem Mes­ser. Der Mann er­litt bei dem An­griff schwe­re Ver­let­zun­gen und ei­nen er­heb­li­chen Blut­ver­lust. Als der An­ge­klag­te von ihm ab­ließ, sei es dem Mann ge­lun­gen, sich zu ei­ner na­hen Bus­hal­te­stel­le zu schlep­pen und um Hil­fe zu ru­fen. Erst durch ei­ne vier­stün­di­ge No­tope­ra­ti­on konn­ten ihm Ärz­te das Le­ben ret­ten.

Die Po­li­zei konn­te den 29jäh­ri­gen An­ge­klag­ten sei­ner­zeit schon we­ni­ge St­un­den nach der Tat fest­neh­men. Der Mann sitzt seit­her nicht in Un­ter­su­chungs­haft, son­dern ist in ei­ner ge­schlos­se­nen Ein­rich­tung un­ter­ge­bracht. Kon­kret wer­den ihm nun Mord so­wie ver­such­ter Mord in Tatein­heit mit schwe­rer Kör­per­ver­let­zung vor­ge­wor­fen. Vor­erst sind zehn Ver­hand­lungs­ta­ge am Os­na­brü­cker Land­ge­richt vor­ge­se­hen.

Im Ok­to­ber 2016 soll ein 29-Jäh­ri­ger aus Mel­le ei­nen Mann mit meh­re­ren Mes­ser­sti­chen ge­tö­tet ha­ben. Der Pro­zess ge­gen ihn be­ginnt in der kom­men­den Wo­che vor dem Os­na­brü­cker Land­ge­richt. Archivfoto: Jörn Mar­tens

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