Stamm­te der ers­te Ha­selof aus Bran­den­burg?

Auch der Hof­stät­ten­na­me kann hier zu­grun­de lie­gen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Von Win­fried Breid­bach

Neue-OZ-Le­ser Bert Ha­selof aus Os­na­brück kann sich vor­stel­len, dass sei­ne Vor­fah­ren am „Lauf der Ha­se“ge­wohnt ha­ben.

Et­wa 50 Per­so­nen tra­gen den Fa­mi­li­en­na­men Ha­selof, der zwei Zen­tren auf­weist: ei­ner­seits in Stadt und Land­kreis Os­na­brück, an­de­rer­seits in der Re­gi­on Süd­bran­den­burg-Nord­sach­sen. Ha­selof ist zwei­fel­los Va­ri­an­te des er­heb­lich häu­fi­ge­ren Na­mens Ha­seloff (1400 Per­so­nen). Ha­seloff fin­det sich in vie­len Re­gio­nen Deutsch­lands, kon­zen­triert sich aber im Raum Pots­dam-Ber­lin, wo mehr als ein Vier­tel der Na­mens­trä­ger lebt. Wei­te­re Na­men­va­ri­an­ten sind sehr sel­ten: Ha­se­loph und Has­seloff so­wie in den Nie­der­lan­den noch Ha­zelof.

Die ver­mu­te­te Glie­de­rung des Na­mens in (Fluss­na­me) Ha­se und -lof „Lauf“dürf­te nicht das Rich­ti­ge tref­fen, schon aus laut­li­chen Grün­den: Das Wort für „Lauf, Was­ser­lauf “lau­te­te im Mit­tel­nie­der­deut­schen lôp, in heu­ti­gen Mun­d­ar­ten hat es For­men wie Lo­op (so im Os­na­brü­cker Wör­ter­buch von 1756) oder Laup.

Ei­ne ein­deu­ti­ge Her­lei­tung des Fa­mi­li­en­na­mens Ha­selof(f ) ist nicht mög­lich, in­fra­ge kom­men fol­gen­de Er­klä­run­gen:

Stam­men die Fa­mi­li­en na­mens Ha­selof(f ) ur­sprüng­lich aus dem Groß­raum Ber­lin, liegt ein Her­kunfts­na­me zum Ort Ha­seloff im Kreis Pots­dam-Mit­tel­mark vor. Der Orts­na­me ist zu­erst 1377 in der Form „Ha­se­l­o­pe“be­zeugt, die we­der aus dem Deut­schen noch aus dem Sla­wi­schen über­zeu­gend ge­deu­tet wer­den kann. Man nimmt an, dass die Sied­lung von nie­der­län­di­schen Ko­lo­nis­ten mög­li­cher­wei­se im 12. Jahr­hun­dert ge­grün­det wur­de und dass der Sied­lungs­na­me aus ei­ner der al­ten For­men der Or­te na­mens Has­selt in den Nie­der­lan­den und Bel­gi­en ent­stellt wur­de (be­zeugt sind et­wa Has­lut, Has­lud).

Zwei­tens kann Ha­selof(f) über­all im deut­schen Sprach­ge­biet aus dem häu­fi­gen Ho­fund Sied­lungs­na­men Ha­sel­hof(f), Has­sel­hof(f) „Hof am Ha­sel­ge­büsch“ab­ge­schlif­fen sein. Ein frü­her Be­leg für den Hof­na­men Ha­sel­hof kommt aus Bor­ken, wo 1499 „Jo­han then Ha­sel­ho­ve“be­legt ist. Ein Ver­lust des -h- von -hof(f ) ist auch bei an­de­ren Na­men fest­zu­stel­len, so bei Aschof(f ) ne­ben Asch­hof(f) „Eschen­hof “und Dick­off ne­ben Dick­hoff „Teich­hof “.

Drit­tens kann in Ha­selof(f ) ei­ne ent­stell­te Form des Na­mens Ha­se­low vor­lie­gen. Der Fa­mi­li­en- und ehe­ma­li­ge Adels­na­me Ha­se­low geht vom hol­stei­ni­schen Ort Ha­selau im Kreis Pin­ne­berg aus, des­sen Na­me 1224 Ha­se­low, 1350 Ha­ze­low, 1470 Ha­se­lou­we, 1566 Ha­se­low „Au mit Ha­sel­nuss­sträu­chern“lau­te­te. Im spä­ten Mit­tel­al­ter wur­de der Orts­na­me auch als „Ha­sel­ov“ge­schrie­ben, so 1262 in Ros­tock. Aus die­ser Schrei­bung konn­te ei­ne an sich un­rich­ti­ge Aus­spra­che Ha­selof her­vor­ge­hen.

Im In­ter­net fin­den Sie die Fa­mi­li­en­na­men, die Win­fried Breid­bach schon im Auf­trag un­se­rer Zei­tung un­ter­sucht hat. Un­ter www.noz.de/ na­men kön­nen sie auf­ge­ru­fen wer­den. Wei­te­re Na­mens­vor­schlä­ge bit­te an na­mens­for­scher@ noz.de sen­den.

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