Der letz­te Gi­gant des Ka­ba­retts

Wil­fried Schmick­ler in der Os­na­brü­cker La­ger­hal­le

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Wil­fried Schmick­ler ist ei­ner der Alt­ge­dien­ten im Ka­ba­rett-Ge­schäft. In die­ser Wo­che ist er gleich zwei­mal in Os­na­brück. In der La­ger­hal­le zeigt er am Frei­tag, 26. Mai, und am Sams­tag, 27. Mai, sein Pro­gramm „Das Letz­te“.

Von Tho­mas Wüb­ker

OS­NA­BRÜCK. Der Ti­tel sei­nes Pro­gramms lädt zu Ver­mu­tun­gen ein. Ist es sein letz­tes? Ist er der Letz­te? Ein Blick auf ver­gan­ge­ne Pro­gramm-Ti­tel gibt je­doch Ent­war­nung. Schmick­ler scheint End­gül­tig­kei­ten zu mö­gen. Sein ers­ter So­lo-Wurf hieß „Auf­hö­ren“(2004). Auch fünf Jah­re spä­ter klang es mit „Es war nicht al­les schlecht“nach Ab­ge­sang. Nur 2010 sorg­te er mit „Wei­ter“für Op­ti­mis­mus. Das will er auch in sei­nem neu­es­ten Pro­gramm.

Ab­sur­des Thea­ter

„Das Letz­te, was die Zu­kunft braucht, sind Frust und Ver­druss“, heißt es im Pres­se-In­fo. Al­so star­tet Schmick­ler zum Rund­um­schlag. Er ana­ly­siert fach­ge­recht Re­gie­rungs-, Par­tei- oder Fern­seh­pro­gram­me und kon­sta­tiert: Das ist das Letz­te. Zwar weiß er, dass die­ser Aus­spruch un­lo­gisch ist, dann das Letz­te kommt be­kannt­lich vor dem En­de. Und ein En­de ist nicht ab­zu­se­hen. Es geht im­mer wei­ter mit dem ab­sur­den Thea­ter un­se­rer Ge­sell­schaft und un­se­rer (di­gi­ta­len) Rea­li­tät, im­mer mehr Men­schen in die­sem Land be­trach­ten Po­li­ti­ker, Me­di­en und Frem­de als das Letz­te.

Mora­li­scher An­ker

Da ist es gut, dass es ei­nen wie Schmick­ler gibt. Die Neue West­fä­li­sche Zei­tung aus Bie­le­feld nann­te ihn jüngst den „fes­ten, un­um­stöß­li­chen mo­ra­li­schen An­ker ei­ner hu­ma­nis­ti­schen Bil­dungs­eli­te“. Die Süd­deut­sche Zei­tung haut in die glei­che Ker­be: Schmick­ler sei „ein bril­lan­ter Mora­list. Er weiß, dass er die Welt nicht ver­än­dern kann. Er weiß aber auch, dass er sie des­we­gen noch lan­ge nicht hin­neh­men muss.“

Schmick­ler mag Mora­list sein, aber er ist ein ko­mi­scher. Nicht um­sonst sind ihm zahl­rei­che Ka­ba­ret­tP­rei­se ver­lie­hen wor­den. So er­hielt er 2007 den Prix Pan­the­on, 2008 den Deut­schen Ka­ba­rett­preis, 2009 den Deut­schen Klein­kunst­preis, 2010 den Salz­bur­ger Stier und 2013 den Eh­ren­preis bei Tegt­mei­ers Er­ben. Der 62Jäh­ri­ge könn­te sich jetzt zur Ru­he set­zen und sich sa­gen: Ich ha­be al­les er­reicht. Doch die Auf­trit­te am Frei­tag und Sams­tag in der La­ger­hal­le wer­den be­stimmt nicht sei­ne letz­ten in Os­na­brück sein.

Wil­fried Schmick­ler, La­ger­hal­le, Os­na­brück, Fr., 26. 5., und Sa., 27. 5., je 20 Uhr, Ein­tritt: 24 Eu­ro. Ti­ckets er­hält­lich in den Ge­schäfts­stel­len der Ta­ges­zei­tung oder un­ter Kar­ten­te­le­fon: 05 41/

33 87 40.

er in Os­na­brück.

Zur Ru­he set­zen will sich Wil­fried Schmick­ler noch lan­ge nicht. Am Frei­tag und Sams­tag ist Fo­to: Ilo­na Klimek

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