Der Mör­der ist im­mer der Pa­ge

Os­na­brü­cker Ama­teur­thea­ter: „The Os­ten­si­bles“mit Psy­cho­thril­ler „Night must fall“im Haus der Ju­gend

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional - Wei­te­re Auf­füh­run­gen:

Von Tom Bull­mann

Der Mör­der ist im­mer der Pa­ge. In dem Büh­nen­stück „Night Must Fall“wird nicht, wie bei Rein­hard Mey, der Gärt­ner zum Mör­der ge­macht, son­dern ein Lauf­bur­sche aus dem Ho­tel. Der ist mit sei­nem Le­ben un­zu­frie­den und be­ginnt, Da­men im bes­ten Al­ter auf dia­bo­li­sche Art den Gar­aus zu ma­chen.

Die Os­ten­si­bles sind wie­der ak­tiv. Die eng­lisch­spra­chi­ge Ama­teur­thea­ter­trup­pe aus Os­na­brück hat sich den Psy­cho­thril­ler „Night Must Fall“vor­ge­knöpft, den der wa­li­si­sche Au­tor Em­lyn Wil­li­ams 1935 schrieb. Es geht um ei­nen jun­gen Ho­tel­an­ge­stell­ten, der sich in das Haus von Mrs Bram­son ein­schleimt. In dem Haus­halt der gran­ti­gen Da­me le­ben das Di­enst­mäd­chen Do­ra, die Kö­chin Mrs Te­rence und die Nich­te der Haus­her­rin, Oli­via Gray­ne. Al­le re­agie­ren un­ter­schied­lich auf die ty­ran­ni­sche Art der Mrs Bram­son: Do­ra ist un­ter­wür­fig, die Kö­chin ist frech und op­po­niert, der­weil Oli­via sich in dem Haus im Wald ein­sam fühlt und ih­rer des­po­ti­schen Tan­te am liebs­ten so­fort den Rü­cken keh­ren wür­de.

Plötz­lich ver­schwin­det in der Nä­he des Hau­ses ei­ne Os­ten­si­bles-Pre­mie­re

Frau, und gleich­zei­tig be­tritt Dan die Sze­ne­rie, der das Haus­mäd­chen Do­ra ge­schwän­gert hat. Er kann lie­bens­wür­dig sein, hat aber auch ei­ne dä­mo­ni­sche Art. Mrs Bram­son lässt sich von sei­nem Charme be­zir­zen, der­weil Oli­via hin- und her­ge­ris­sen ist: So ent­wi­ckelt sich die Ge­schich­te zu ei­nem span­nen­den Spiel in drei Ak­ten. Lei­der ist Bar­ba­ra He­gels in der Rol­le der Mrs Bram­son ei­gent­lich viel zu lieb. In der Ver­gan­gen­heit hat­ten die Os­ten­si­bles ei­ni­ge Cha­rak­te­re, die si­cher­lich bes­ser in die Rol­le der sau­er­töp­fi­schen, hy­po­chon­dri­schen Frau ge­passt hät­ten. Aber das scheint das Pro­blem der eng­lisch­spra­chi­gen Thea­ter­grup­pe zu sein: zu we­nig Mit­strei­ter.

Si­cher­lich hät­te Re­gis­seur Hank Han­cock die Darstel­ler für die ver­schie­de­nen Rol­len lie­ber aus ei­nem gro­ßen Pool aus­ge­sucht. Der ist zur­zeit je­doch be­grenzt – war­um Ro­bin Hil­der, der schon seit län­ge­rer Zeit in der Trup­pe ak­tiv ist, in sei­nen Be­grü­ßungs­wor­ten da­für wirbt, bei den Os­ten­si­bles mit­zu­wir­ken.

Im­mer­hin konn­te Han­cock die Rol­le des Dan mit Da­ni­el Hamp­ton be­set­zen, ei­nem Bri­ten, der neu in der Trup­pe ist. Ver­siert agie­ren auch In­sa St­ein­mey­er als Oli­via, Jür­gen Bü­scher, der in der Rol­le des Hu­bert Lau­rie Oli­via Avan­cen macht, Ti­na Teu­ber als Kö­chin und Andrea Lo­ren­zet­ti als ar­mes Op­fer der Um­stän­de. Di­ens­tag, 23., und Mitt­woch, 24. Mai, je­weils 19.30 Uhr im Haus der Ju­gend.

von „Night must fall“. Fo­to: Micha­el Grün­del

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