Rie­sen­au­ge für den Blick ins Wel­tall

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Gut Zu Wissen -

Mit der Grund­stein­le­gung in der chi­le­ni­schen Ata­ca­ma­wüs­te be­ginnt die ent­schei­den­de Pha­se für den Bau des größ­ten op­ti­schen Te­le­skops der Welt. Mit ei­nem Haupt­spie­gel von 39 Me­ter Durch­mes­ser soll es erd­ähn­li­che Pla­ne­ten, Ster­ne und Ga­la­xi­en be­ob­ach­ten. Mit dem „Ex­tre­me­ly Lar­ge Te­le­scope“(ELT) sol­len auch neue Er­kennt­nis­se über Dunk­le Ma­te­rie ge­won­nen wer­den. Chi­les Staats­che­fin Mi­chel­le Ba­che­let will am Frei­tag per­sön­lich den Grund­stein le­gen.

Für den Bau war die Spit­ze des Ar­ma­zo­nes-Ber­ges (3048 Me­ter) 130 Ki­lo­me­ter süd­lich von Antofagasta ge­sprengt wor­den. Das rund 1,1 Mil­li­ar­den Eu­ro teu­re Pro­jekt der Eu­ro­päi­schen Süd­stern­war­te (ESO) hat in der Wüs­te ei­nen idea­len Stand­ort ge­fun­den. Dank der so­ge­nann­ten Hum­boldt-Strö­mung ist die Re­gi­on fast stän­dig wol­ken­frei. In rund 90 Pro­zent der Näch­te ist der Ster­nen­him­mel in der äu­ßerst sau­be­ren und tro­cke­nen Wüs­ten­at­mo­sphä­re zur Be­ob­ach­tung frei. Ab 2024 soll das Te­le­skop sein ers­tes Ster­nen­licht ein­fan­gen.

„Der Sprung von den ge­gen­wär­ti­gen Te­le­sko­pen zum ELT ist et­wa so groß wie der Sprung von Ga­li­le­os Au­ge zu sei­nem Te­le­skop“, be­ton­te ESO-Ge­ne­ral­di­rek­tor Tim de Zee­uw. Das ELT wird 13-mal mehr Licht ein­fan­gen kön­nen als bis­he­ri­ge Te­le­sko­pe, was viel schär­fe­re Bil­der er­mög­licht. Ei­nes der Zie­le ist die Er­kun­dung von Exo­pla­ne­ten weit au­ßer­halb des Son­nen­sys­tems, auf de­nen es Le­ben ge­ben könn­te.

Die Spit­ze die­ses Ber­ges wur­de für den Bau des Te­le­skops weg­ge­sprengt. Fo­to: dpa

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