Erst Cannes – dann Göh­te

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur - D.be­ne­dict@noz.de

Wir hat­ten sel­ten ei­nen so star­ken Jahr­gang wie die­sen“, sagt die Kul­tur­staats­mi­nis­te­rin über das deut­sche Ki­no in Cannes. Ei­ne stol­ze The­se. Aber was heißt das schon?

Nach­dem deut­sche Fil­me­ma­cher im wich­tigs­ten Wett­be­werb jah­re­lang über­haupt nicht ver­tre­ten wa­ren, muss man ge­nau­er hin­se­hen. Von Da­ni­el Be­ne­dict

Mit dem Cannes-Ju­bel und der Os­car-No­mi­nie­rung hat „To­ni Erd­mann“ei­nen all­ge­mei­nen Rausch aus­ge­löst.

Die Wahr­heit bleibt: Deut­sches Ki­no ist im Aus­land in der Re­gel un­ver­käuf­lich, es sei denn, es han­delt sich um Ko­pro­duk­tio­nen. Wenn Jack Ni­chol­son ein Re­make von „To­ni Erd­mann“plant, steht das eben auch für die man­geln­de Ak­zep­tanz des Ori­gi­nals.

Das größ­te Pro­blem des hie­si­gen Ki­nos ist wo­mög­lich sein ei­ge­nes Pu­bli­kum. Im Schnitt an­dert­halb Fil­me gu­cken wir Deut­schen pro Jahr. Für vie­le wird der drit­te Teil von „Fack ju Göh­te“im Herbst der ein­zi­ge Blick auf ei­ne Lein­wand sein.

Das macht die Neu­auf­la­ge der Pen­nä­ler­kla­mot­te mit Elyas M’Barek zum wich­tigs­ten deut­schen Film des Jah­res – in Cannes lässt sich das kaum in schö­ne Wor­te fas­sen.

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