Mer­kel und See­ho­fer wol­len Dop­pel­pass-Streit per­sön­lich bei­le­gen

Uni­on: Steu­ern sen­ken und in­ves­tie­ren

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

CDUChe­fin An­ge­la Mer­kel und CSU-Chef Horst See­ho­fer wol­len den uni­ons­in­ter­nen Streit um den Dop­pel­pass als Chef­sa­che be­han­deln. „Bei dem Punkt wer­den die bei­den Par­tei­vor­sit­zen­den wei­ter re­den“, sag­te See­ho­fer am Mon­tag­abend nach Be­ra­tun­gen mit den Uni­ons-Frak­ti­ons­chefs aus Bund und Län­dern in Mün­chen. Den mo­na­te­lan­gen Streit mit der CSU er­klär­te Mer­kel für ab­ge­hakt. CDU und CSU sei­en sich ei­nig, „dass wir nach vor­ne schau­en“, sag­te sie.

Die Uni­on will mit ei­nem dop­pel­ten Ver­spre­chen in den Bun­des­tags­wahl­kampf zie­hen: von Steu­er­sen­kun­gen und wei­te­ren Ent­las­tun­gen ei­ner­seits und In­ves­ti­tio­nen an­de­rer­seits. De­tails und der Um­fang sol­len bis zur Vor­stel­lung des ge­mein­sa­men Pro­gramms An­fang Ju­li ge­klärt wer­den. Sie sei sehr hoff­nungs­voll, es sei aber auch noch ei­ne Men­ge zu tun, er­klär­te Mer­kel.

Laut See­ho­fer wol­len CDU und CSU Steu­er­ent­las­tun­gen und In­ves­ti­tio­nen „in al­len Be­rei­chen, von der Bil­dung bis zur In­fra­struk­tur“. Man wer­de aber nur fi­nan­zier­ba­re Ver­spre­chen und kei­nen „Wunsch­zet­tel“vor­le­gen. See­ho­fer wies da­mit Äu­ße­run­gen von SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz zu­rück, der die Steu­er­sen­kungs­plä­ne un­se­ri­ös ge­nannt und vor­ran­gig mehr In­ves­ti­tio­nen ge­for­dert hat­te.

Den Um­fang von Steu­er­sen­kun­gen und wei­te­ren Ent­las­tun­gen woll­ten we­der Mer­kel noch See­ho­fer be­zif­fern. Der CSU-Chef sag­te, es sei noch nichts ent­schie­den, man ha­be aber „in gro­ßer Über­ein­stim­mung“dis­ku­tiert. Nun wür­den Al­ter­na­ti­ven durch­ge­rech­net.

Als Wahl­kampf-Schwer­punk­te nann­te die Kanz­le­rin die The­men Wirt­schaft, For­schung Si­cher­heit, Bil­dung, Di­gi­ta­li­sie­rung und Fa­mi­li­en­po­li­tik. Zu­dem müs­se man die Zu­kunft der so­zia­len Si­che­rungs­sys­te­me in den Blick neh­men.

Un­ge­löst bleibt vor­erst der Streit um die von der CSU ge­for­der­te Ober­gren­ze von ma­xi­mal 200 000 Flücht­lin­gen im Jahr. See­ho­fer sag­te, die Fra­ge wer­de bis zur Vor­stel­lung des Wahl­pro­gramms eben­falls ge­klärt. Da die CDU ei­ne Ober­gren­ze ab­lehnt, will die CSU die­se in ih­rem ei­ge­nen Pro­gramm na­mens „Bay­ern­plan“for­dern.

Horst See­ho­fer Fo­to: dpa

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