„Deutsch­land ver­passt sei­ne Kli­ma­schutz­zie­le“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - df

Deutsch­land ver­fehlt sei­ne Kli­ma­zie­le, be­kla­gen Um­welt­schüt­zer und Grü­ne. Kann das stim­men, wo die Bun­des­re­pu­blik doch spä­tes­tens seit dem Atom­aus­stieg und dem Aus­bau al­ter­na­ti­ver Ener­gi­en in­ter­na­tio­nal als Kli­ma­mus­ter­land gilt? Ja, zu­min­dest be­steht die Ge­fahr in Be­zug auf das kli­ma­schäd­li­che Gas Koh­len­stoff­di­oxid.

Bis 2020 woll­te Deutsch­land den Aus­stoß von Koh­len­stoff­di­oxid ei­gent­lich um 40 Pro­zent im Ver­gleich zum Jahr 1990 sen­ken. 2014 muss­te ein Ak­ti­ons­pro­gramm zur CO2-Re­duk­ti­on nach­ge­scho­ben wer­den, weil sich be­reits da­mals ab­zeich­ne­te, dass die Zie­le um fünf bis acht Pro­zent ver­fehlt wer­den könn­ten. Ge­hol­fen hat es kaum. Das Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um kam zu­letzt zu dem Er­geb­nis, dass bis 2015 von den an­ge­streb­ten 40 Pro­zent le­dig­lich 27 ge­schafft wor­den sei­en. Und bis zum Ziel­jahr 2020 kam ei­ne Vor­aus­be­rech­nung des Mi­nis­te­ri­ums im güns­tigs­ten Fall zu ei­ner Re­duk­ti­on von 37,4 Pro­zent. Das hie­ße: Ziel ver­fehlt. Schuld da­ran soll un­ter an­de­rem der Ver­kehrs­sek­tor tra­gen. Statt der not­wen­di­gen CO2-Ein­spa­run­gen von sie­ben bis zehn Mil­lio­nen Ton­nen pro Jahr sei­en bis­lang le­dig­lich 0,6 Mil­lio­nen Ton­nen er­reicht wor­den. Auch der Strom­er­zeu­gung durch Koh­le wird ei­ne Teil­schuld ge­ge­ben. Die Kli­ma­zie­le könn­ten zwar noch er­reicht wer­den. Al­ler­dings müss­te da­für in den nächs­ten zwei­ein­halb Jah­ren wohl so krass nach­ge­steu­ert wer­den, dass zum Zwe­cke des Kli­ma­schut­zes er­heb­lich in den All­tag der Bun­des­bür­ger ein­ge­grif­fen wer­den müss­te. Bis­lang zeich­net sich das nicht ab.

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