Mit zwei­er­lei Maß

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest - Von Klaus Wie­sche­mey­er k.wie­sche­mey­er@noz.de

Gleich zwei­mal muss die Jus­tiz nun ent­schei­den, ob das Han­deln der Lan­des­re­gie­rung straf­recht­lich re­le­vant ist. Bei der Wei­ter­ga­be von Ge­heim­dienst­in­for­ma­tio­nen durch Staats­se­kre­tär Ste­phan Man­ke an die Po­li­zei gab die Staats­an­walt­schaft nun Ent­war­nung. Der TopBe­am­te im In­nen­mi­nis­te­ri­um ist wohl doch kein Ge­heim­nis­ver­rä­ter. Bei den Ver­ga­be­mau­sche­lei­en im Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um ist die Jus­tiz hin­ge­gen weit von ei­nem Frei­brief für die Be­tei­lig­ten ent­fernt. Für Man­kes Kol­le­gin Da­nie­la Beh­rens be­deu­tet die Af­fä­re das be­ruf­li­che Aus.

So ver­schie­den die Fäl­le auf den ers­ten Blick sind, gibt es doch ei­ni­ge Par­al­le­len: Bei­de Ma­le wa­ren die Staats­se­kre­tä­re über­zeugt, bei ih­ren frag­wür­di­gen Ein­sät­zen das Rich­ti­ge zu tun. Und in bei­den Fäl­len stell­te sich der Auf­klä­rungs­wil­le erst ein, als die Vor­gän­ge öf­fent­lich be­kannt ge­wor­den wa­ren. In Sa­chen Ge­heim­nis­ver­rat ist das In­nen­mi­nis­te­ri­um schnell mit An­zei­gen bei der Hand. Zu­min­dest wenn es ge­gen Jour­na­lis­ten und Par­la­men­ta­ri­er geht. Bei Ver­ga­be­sa­chen kann das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um un­er­bitt­lich sein. Es sei denn, es geht um ei­ge­ne Ak­tio­nen.

Wirt­schafts- und In­nen­mi­nis­te­ri­um er­we­cken da­mit den Ein­druck, je nach ei­ge­ner In­ter­es­sen­la­ge mit zwei­er­lei Maß zu mes­sen. Das mag ju­ris­tisch nach­ran­gig sein. Po­li­tisch ist es fa­tal.

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