Zu­satz­ter­mi­nal als Spar­va­ri­an­te

Er­wei­te­rung am Haupt­stadt­flug­ha­fen BER soll bil­li­ger ge­baut wer­den

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft -

Der BER ist nicht fer­tig, aber schon zu klein. Da­her wird der Aus­bau ge­plant – je­doch für klei­ne­res Geld als bis­her. Flug­ha­fen­chef Lüt­ke Dal­drup muss sich der­weil Fra­gen zu Be­ra­ter­ver­trä­gen ge­fal­len las­sen.

Beim wei­te­ren Aus­bau des neu­en Haupt­stadt­flug­ha­fens wol­len die Ver­ant­wort­li­chen stär­ker auf die Kos­ten ach­ten. Das ge­plan­te zu­sätz­li­che Ab­fer­ti­gungs­ge­bäu­de ne­ben dem Haupt­ter­mi­nal wird nun mit rund 100 Mil­lio­nen Eu­ro ver­an­schlagt und wür­de da­mit halb so teu­er wie bis­lang ge­plant. Das kün­dig­te Flug­ha­fen­chef En­gel­bert Lüt­ke Dal­drup am Mon­tag nach ei­ner Auf­sichts­rats­sit­zung an. Der Bau mit dem Kür­zel T1-E für sechs Mil­lio­nen Pas­sa­gie­re im Jahr soll An­fang 2020 fer­tig sein, ein Jahr frü­her als zu­letzt ge­plant.

Der frü­he­re Flug­ha­fen­chef Kars­ten Müh­len­feld hat­te den Bau schon als „Low-cost-Ter­mi­nal“kon­zi­piert. Ein­spa­run­gen soll nun Mo­dul­bau­wei­se in In­dus­trie­bau­stan­dard oh­ne To­tal­un­ter­neh­mer brin­gen.

Auch der spä­te­re Aus­bau des zu klein ge­ra­te­nen Flug­ha­fens nach 2025 soll dem­nach preis­güns­tig und zu­dem aus Ei­gen­mit­teln des Un­ter­neh­mens er­fol­gen. Ein Mas­ter­plan da­für soll bei der Auf­sichts­rats­sit­zung am 7. Ju­li be­spro­chen wer­den. „Wir wer­den kei­ne hoch­kom­ple­xen Ge­bäu­de mehr kon­zi­pie­ren, die ei­nen so ho­hen Stan­dard ha­ben, dass man sie am En­de nicht be­herr­schen kann“, sag­te Lüt­ke Dal­drup mit Blick auf das Haupt­ter­mi­nal.

Kaum Fort­schrit­te

Es kann nach zahl­rei­chen Um­pla­nun­gen, Tech­nik­pro­ble­men und Bau­män­geln seit über fünf Jah­ren nicht in Be­trieb ge­hen. Der Kos­ten­rah­men wuchs seit Bau­be­ginn 2006 von 2 auf 6,5 Mil­li­ar­den Eu­ro. Ei­nen Er­öff­nungs­ter­min will Lüt­ke Dal­drup im Som­mer nen­nen. Er­klär­tes Ziel ist ein Start 2018. Si­cher ist das aber noch nicht. Auf­sichts­rats­chef Rai­ner Bret­schnei­der be­kann­te, dass in der Sit­zung „kei­ne ge­wal­ti­gen Fort­schrit­te“auf der Bau­stel­le zu ver­zeich­nen ge­we­sen sei­en.

Kri­tik an ei­nem Be­ra­tungs­ver­trag für den frü­he­ren SPD-Spre­cher Lars Kühn wies Lüt­ke Dal­drup zu­rück. Kühn soll den ExSPD-Staats­se­kre­tär sechs Ta­ge im Mo­nat bei der stra­te­gi­schen Kom­mu­ni­ka­ti­on be­ra­ten. Der Ta­ges­satz liegt laut „Bild am Sonn­tag“bei 2000 Eu­ro. Das Par­tei­buch sei nicht ent­schei­dend, das Ho­no­rar markt­üb­lich, sag­te Lüt­ke Dal­drup.

Er gab zu­dem be­kannt, dass es für die ope­ra­ti­ve Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­ra­tung ei­nen Ver­trag mit der Agen­tur MSL ge­be. De­ren Ge­schäfts­füh­rer Axel Wall­ra­ben­stein gilt als CDU-nah. Die Flug­ha­fen­ge­sell­schaft ha­be ein Jah­res­bud­get von 200 000 Eu­ro für ex­ter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­ra­tung.

Im lau­fen­den Ge­schäft pro­fi­tiert die Flug­ha­fen Ber­lin Bran­den­burg Gm­bH von stei­gen­den Pas­sa­gier­zah­len an den Be­stands­flug­hä­fen in Te­gel und Schö­ne­feld. Das ope­ra­ti­ve Er­geb­nis (Ebit­da) ver­bes­ser­te sich ge­gen­über 2015 um 28 Pro­zent auf 109 Mil­lio­nen Eu­ro. Wei­te­re Zah­len wur­den nicht ge­nannt. 2015 hat­ten die Be­las­tun­gen durch die Bau­stel­le un­term Strich für ein Mi­nus von 138 Mil­lio­nen Eu­ro ge­sorgt. Lüt­ke Dal­drup sag­te, der Fehl­be­trag sei 2016 ge­rin­ger aus­ge­fal­len.

Beim wei­te­ren Aus­bau des neu­en Haupt­stadt­flug­ha­fens wol­len die Ver­ant­wort­li­chen stär­ker auf die Kos­ten ach­ten. Das kün­dig­te Flug­ha­fen­chef En­gel­bert Lüt­ke Dal­drup ges­tern nach ei­ner Auf­sichts­rats­sit­zung an. Fo­to: dpa

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.