Neue „Hoch­häu­ser“im Orts­kern

Dis­kus­si­on über Wohn­bau­pro­jek­te in Wes­ter­kap­peln

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost -

Wäh­rend im Bau­ge­biet am Gar­ten­moor­weg schmu­cke Ei­gen­hei­me ent­ste­hen, hält im Orts­kern der Trend zum Bau von Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern an. Der Kom­plex „Gut­sal­lee“na­he dem Bahn­hof mit ins­ge­samt 22 Woh­nun­gen ist fast fer­tig­ge­stellt. Jetzt rückt das „Haus Mül­ler“an der Gro­ßen Stra­ße in den Fo­kus.

Von Frank Klaus­mey­er

Auf dem gro­ßen Park­platz des al­ten Wohn- und Ge­schäfts­hau­ses, das die Fir­ma Eick­horst ge­kauft hat, will die­se zwei Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser bau­en.

Die Ge­mein­de wird dem In­ves­tor kei­ne St­ei­ne in den Weg le­gen. Im Ge­gen­teil: Der Rat wird vor­aus­sicht­lich am heu­ti­gen Di­ens­tag den Be­bau­ungs­plan „Haus Mül­ler“, der ei­gens für das Pro­jekt auf­ge­stellt wor­den ist und den Eick­horst des­halb auch be­zah­len muss, als Sat­zung ver­ab­schie­den.

Schall­schutz­gut­ach­ten

Un­klar war zu­nächst, ob sich die neu­en Woh­nun­gen mit den Ge­räu­sche­mis­sio­nen der na­hen Tisch­le­rei Tüp­ker ver­tra­gen. Des­we­gen wur­de ein Schall­schutz­gut­ach­ten er­stellt. „Es gibt kei­ne Pro­ble­me“, stell­te Bau­amts­lei­ter Patrick Lenz jetzt im Bau­aus­schuss da­zu fest. Die Emis­sio­nen be­weg­ten sich tags­über wie nachts in­ner­halb der zu­läs­si­gen Richt­wer­te.

Be­den­ken, al­ler­dings kei­ne grund­sätz­li­chen Ein­wän­de, ha­ben die Denk­mal­schüt­zer des Land­schafts­ver­ban­des West­fa­len-Lip­pe (LWL) an­ge­mel­det und dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die neu­en Ge­bäu­de so gar nicht zur Dach­land­schaft des his­to­ri­schen Orts­kerns und zur denk­mal­ge­schütz­ten Fas­sa­de des Hau­ses Gro­ße Stra­ße Num­mer 10 pas­sen. „Der An­re­gung kann man fol­gen, muss man aber nicht, weil wir uns im rück­wär­ti­gen Be­reich be­fin­den“, be­tont Lenz.

Auch wenn sei­ne Frak­ti­on den Plä­nen zu­stimmt, hält Wolf­gang Jo­nas (CDU) das Bau­vor­ha­ben „auf­grund der En­ge des Rau­mes für grenz­wer­tig“. Es sei mehr Ver­kehr zu er­war­ten, und an die­ser Stel­le ge­be es ei­ne Kom­plett­ver­sie­ge­lung. „Wir müs­sen dar­auf hin­wir­ken, dass so et­was in Zu­kunft zu un­ter­blei­ben hat“, for­dert Jo­nas mit Hin­weis auf die Un­wet­ter des Som­mers 2016, als mehr­fach die Gul­lys im Orts­kern über­lie­fen. „Je­des Vor­ha­ben die­ser Art wird die Pro­ble­me für die Ka­na­li­sa­ti­on ver­schär­fen.“

Mehr Bo­den ver­sie­gelt wird in ab­seh­ba­rer Zeit wohl auch an der Han­frie­den­stra­ße. Denn dort, öst­lich der Klei­der­kam­mer „Bun­ter Knopf “, soll ein gro­ßes Mehr­fa­mi­li­en­haus mit acht Ei­gen­tums­woh­nun­gen er­rich­tet wer­den. Das auf dem Grund­stück an der Han­frie­den­stra­ße ist ein neu­es Mehr­fa­mi­li­en­haus ge­plant. Das vor­han­de­ne Ge­bäu­de soll ab­ge­ris­sen ste­hen­de Ein­fa­mi­li­en­haus müss­te da­für ab­ge­ris­sen wer­den. Die Plä­ne wur­den dem Bau­aus­schuss eben­falls vor­ge­stellt.

Ei­nen Be­bau­ungs­plan gibt es an der Stel­le zwar nicht. Das Ge­bäu­de wer­de aber wohl nach § 34 des Bau­ge­setz­bu­ches ge­neh­migt, glaubt Lenz. Dem­zu­fol­ge ist so ein Vor­ha­ben dann zu­läs­sig, „wenn es sich nach Art und Maß der bau­li­chen Nut­zung,

der Bau­wei­se und der Grund­stücks­flä­che, die über­baut wer­den soll, in die Ei­gen­art der nä­he­ren Um­ge­bung ein­fügt“, wie es im Ge­setz heißt. „Pro­ble­ma­tisch ist viel­leicht die Hö­he“, meint der Bau­amts­lei­ter. Mit ge­plan­ten 10,50 Me­ter wird das Haus die Nach­bar­ge­bäu­de deut­lich über­ra­gen. Die­ser „mo­der­ne Stil“fin­de sich al­ler­dings auch auf ei­nem ge­gen­über­lie­gen­den Grund­stück

wie­der, so Lenz. Des­halb se­he die Ver­wal­tung in dem Ent­wurf kei­ner­lei Hand­ha­be, das ge­meind­li­che Ein­ver­neh­men zu ver­sa­gen.

„Wenn man sol­che Prä­ze­denz­fäl­le in der nä­he­ren Um­ge­bung schafft, kann man sol­che Vor­ha­ben nicht ver­hin­dern“, be­tont Jo­nas. Gleich­wohl sei die Schaf­fung von neu­en Woh­nun­gen ein „Mehr­wert für die Ge­mein­de“. Die Be­lan­ge der Nach­bar­schaft müs­se die Ge­mein­de aber im Au­ge be­hal­ten. Durch die neu­en „Hoch­häu­ser“an der Han­frie­den­stra­ße wer­de si­cher auch der Ver­kehr zu­neh­men. Der CDUFrak­ti­ons­vor­sit­zen­de reg­te des­halb an, „Tem­po 30“-Mar­kie­run­gen auf die Fahr­bahn zu brin­gen.

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Auf die­sem Grund­stück wer­den.

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