Schloss­wall­hal­le als Hip-Hop-Mek­ka

Tanz-Event lockt 800 Teil­neh­mer an – Wie­der­ho­lung er­wünscht

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport Regional - Von Fa­bi­an Pie­per

Dass das früh­som­mer­li­che Wetter die Men­schen am Sams­tag nach drau­ßen zog, ließ vie­le jun­ge Hip-Hop-Tän­zer völ­lig kalt. In Mas­sen pil­ger­ten sie in die Schloss­wall­hal­le, um un­ter Wett­be­werbs­be­din­gun­gen ih­re ge­mein­sa­me Lei­den­schaft aus­zu­le­ben.

Und wer sich im Um­feld der Os­na­brü­cker Schloss­wall­hal­le auf­hielt, traf auf ei­ne durch­aus bi­zarr an­mu­ten­de Sze­ne­rie: Auf den frei­en Flä­chen rund um die Hal­le hiel­ten sich stets Dut­zen­de jun­ger Frau­en und Mäd­chen auf, die sich in auf­fal­len­den Out­fits prä­sen­tier­ten und mit spür­ba­rer Be­geis­te­rung ko­or­di­niert zu mo­der­nen Beats tanz­ten. Be­reits auf dem Park­platz war Vor­sicht ge­bo­ten, um bei der An­fahrt kei­ne der For­ma­tio­nen zur Un­ter­bre­chung ih­rer Cho­reo­gra­fie zu zwin­gen und bö­se Bli­cke da­für zu ern­ten.

Am grund­sätz­li­chen Bild än­der­te sich auch im In­ne­ren der Hal­le we­nig. Zu Hun­der­ten such­ten im Emp­fangs­be­reich Grup­pen nach et­was Platz, um sich auf ih­ren nächs­ten Auf­tritt vor­zu­be­rei­ten oder von ih­rer be­reits ab­sol­vier­ten Per­for­mance zu er­ho­len. Ernst wur­de es frei­lich im In­nen­raum. Dort stan­den, sa­ßen oder la­gen dicht ge­drängt un­zäh­li­ge jun­ge Tän­ze­rin­nen, um den bes­ten al­ler sich auf die Hal­len­mit­te kon­zen­trier­ten Bli­cke zu ha­ben. Hier spiel­te im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes die Mu­sik. Dort tanz­ten nach­ein­an­der die ein­zel­nen Grup­pen um den Ti­tel in ih­rer Al­ters­klas­se.

In hin­te­rer Rei­he be­ob­ach­te­te Lisa Witt­ling das Ge­sche­hen auf­merk­sam. Der Chef­or­ga­ni­sa­to­rin der Ver­an­stal­tung war es stets ein klei­ner Dorn im Au­ge, dass sich die meis­ten Tanz­tur­nie­re nur an Tanz­schu­len ge­rich­tet und un­zäh­li­ge Pro­jekt­grup­pen kei­ne Be­rück­sich­ti­gung ge­fun­den hät­ten: „Da­her ha­ben wir uns ent­schlos­sen, et­was Ei­ge­nes zu or­ga­ni­sie­ren.“Und so sei un­ter Ko­ope­ra­ti­on von Rot-Weiß Sutt­hau­sen und des Turn­krei­ses Os­na­brück-Stadt der kon­kre­te Plan für ein Tur­nier in Os­na­brück ent­stan­den.

Ge­mein­sam mit ih­rem viel­köp­fi­gen Or­ga­ni­sa­ti­ons­team stell­te Lisa Witt­ling ei­ne Ver­an­stal­tung auf die Bei­ne, die ur­sprüng­lich für 300 bis 400 Teil­neh­mer aus­ge­legt ge­we­sen sei. „Jetzt sind hier knapp 800 Tän­zer in der Hal­le“, zeig­te sie sich über­wäl­tigt von dem gro­ßen Zu­spruch trotz gleich­zei­tig statt­fin­den­der Kon­kur­renz­ver­an­stal­tung im Be­zirk.

So ver­such­ten sich 66 Grup­pen aus 34 Ver­ei­nen in den Vor­run­den für ei­ne mög­lichst gu­te Plat­zie­rung in den Fi­nal­run­den zu emp­feh­len. Ei­ne fach­kun­di­ge Ju­ry teil­te die in fünf Al­ters­grup­pen (Mi­ni-Kids, Kids, Ju­ni­ors, Te­ens, Adults) nach ih­rer ers­ten Per­for­mance in Ein­stei­ger und Fort­ge­schrit­te­ne, so­dass in den fol­gen­den Fi­nal­run­den die Leis­tungs­kluft zwi­schen den mehr und we­ni­ger am­bi­tio­nier­ten For­ma­tio­nen nicht zu groß wur­de. Solch ei­ne For­ma­ti­on muss­te aus min­des­tens vier Tän­zern be­ste­hen; nach oben hin wa­ren kei­ne Gren­zen ge­setzt, so­dass die Grup­pe „Dif­fe­rent ge­ne­ra­ti­ons“mit 49 Leu­ten gleich­zei­tig auf­trat. Die meis­ten Grup­pen be­weg­ten sich im Rah­men von acht bis zwölf Tän­zern.

Auf­grund der nur lo­sen Be­schrän­kun­gen be­züg­lich der Gestal­tung der Auf­trit­te bo­ten sich den Zu­schau­ern be­son­ders ab­wechs­lungs­rei­che und krea­ti­ve Auf­trit­te der haupt­säch­lich jun­gen Mäd­chen. Nur ei­ne ge­fühl­te Hand­voll Jun­gen und Män­ner sorg­te für „Man­power“in der Hal­le. Ei­ner von ih­nen, der 13-jäh­ri­ge Tim Iwin­ski aus Bad Bentheim, der mit sei­ner Grup­pe „The Next Le­vel“den drit­ten Platz bei den Ein­stei­ger-Te­ens er­t­anz­te, gab zu, dass er von Freun­din­nen über­re­det wor­den sei, es ihm je­doch viel Spaß ma­che und er sich wün­sche, dass mehr Jun­gen mit­ma­chen wür­den.

Be­son­ders er­folg­reich un­ter den Teams, von de­nen ei­ni­ge so­gar ex­tra aus Wolfs­burg an­ge­reist wa­ren, prä­sen­tier­te sich das „Sta­ge Se­ven Tanz­haus“aus Loh­ne, des­sen sechs Teams gleich drei ers­te Plät­ze bei den Fort­ge­schrit­te­nen (Adults, Te­ens, Ju­ni­ors) für sich ver­buch­ten. Doch auch die re­gio­na­len Ver­tre­ter schlu­gen sich wa­cker. Und viel wich­ti­ger: Al­le hat­ten ih­ren Spaß, so­dass Lisa Witt­ling ein po­si­ti­ves Fa­zit zie­hen konn­te: „Vie­le Leu­te, gu­te Stim­mung, Wie­der­ho­lungs­be­darf.“Und für ei­ne Wie­der­ho­lung hat­te sie be­reits la­chend den ers­ten Ver­bes­se­rungs­vor­schlag: „Wir brau­chen de­fi­ni­tiv ei­ne lau­te­re Mu­sik­an­la­ge.“

Fo­tos: Micha­el Grün­del

Far­ben­froh und mit viel Po­wer –

und die Ver­an­stal­tung war nicht aus­schließ­lich den weib­li­chen Tanz­fans vor­be­hal­ten.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.