Ein neu­es Zug­pferd

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport - Von Susanne Fet­ter s.fet­ter@noz.de

Die deut­schen Ten­nis­Frau­en ha­ben sie: ei­ne Vor­zei­ge­spie­le­rin. An­ge­li­que Ker­ber ist seit we­ni­gen Wo­chen er­neut die Num­mer eins der Welt – auch wenn die Leis­tun­gen ge­ra­de eher schwan­ken.

Bei den Män­nern könn­te Alex­an­der Zverev das neue Zug­pferd wer­den. Dem Ham­bur­ger ist in Rom ge­lun­gen, was nur vier Deut­sche vor ihm schaff­ten: ein Mas­ters-Sieg. Ziel­stre­big hat er dar­auf hin­ge­ar­bei­tet. Mit ei­ner Fa­mi­lie im Rü­cken, die ihn früh zum Pro­fi form­te bis hin zum Top-Ten-Spie­ler.

Als Tom­my Haas dies als letz­tem Deut­schen vor 20 Jah­ren ge­lang, war Zverev ge­ra­de ge­bo­ren. Der ganz gro­ße Durch­bruch ge­lang Haas nie. Oft war­fen ihn Ver­let­zun­gen zu­rück.

Zverev hat die Vor­aus­set­zun­gen, der nächs­te deut­sche Grand-Slam-Sie­ger zu wer­den. Aus ei­nem ta­len­tier­ten Heiß­sporn ist ein Spie­ler ge­wor­den, der von sei­nen star­ken Schlä­gen und sei­nen Emo­tio­nen lebt, sie mitt­ler­wei­le aber auch gut zu do­sie­ren weiß.

Wich­tig wird sein, wie er mit dem Druck um­geht. Dass Bo­ris Be­cker, des­sen gro­ßer Schat­ten gan­ze Spie­ler-Ge­ne­ra­tio­nen hemm­te, dem 20-Jäh­ri­gen vie­le wei­te­re Ti­tel vor­her­sagt, macht die Er­war­tungs­hal­tung nicht ge­rin­ger. Schafft Zverev es, da­mit um­zu­ge­hen und sich an der Spit­ze zu eta­blie­ren, kann er dem deut­schen Ten­nis ei­nen neu­en Schub ver­pas­sen. Viel­leicht so­gar ei­nen dau­er­haf­te­ren und nach­hal­ti­ge­ren, als Ker­ber al­lei­ne.

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