Mo­der­ne Mas­sen-Mes­se in der Os­na­brü­cker Herz-Je­su-Kir­che

Drei Wer­ke der Po­pu­lar­kir­chen­mu­sik auf­ge­führt – Ver­sier­ter Um­gang mit Ele­men­ten des Mu­si­cals

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional - Von Tho­mas Hit­ze­mann

Beim „Glo­rious 3 Pro­ject“in der Herz-Je­su-Kir­che wer­den drei Wer­ke der Po­pu­lar­kir­chen­mu­sik auf­ge­führt, die über die Mu­sik­pfle­ge in sonn­täg­li­chen Got­tes­diens­ten weit hin­aus­rei­chen. Ei­ner Mes­se aus der Fe­der des Os­na­brü­cker Chor­lei­ters Kai Lün­ne­mann ste­hen zwei Wer­ke des in Hong­kong le­ben­den Mu­si­kers Paul Bar­ker ge­gen­über.

Die Men­ge der Aus­füh­ren­den be­ein­druckt. Lün­ne­manns Mes­se „Sing To God“ wird un­ter Lei­tung des Kom­po­nis­ten von den zwei Chö­ren „Chor Re­su­ci­to Os­na­brück“und „Gos­pel Un­li­mi­ted“(Bie­le­feld) so­wie von ei­ner Pop­grup­pe auf­ge­führt. In der Text­fas­sung Eu­gen Eckerts ist der tra­di­tio­nel­le Ver­lauf der Mes­se noch zu er­ken­nen. Sprach­lich wech­seln sich je­doch la­tei­ni­sche, deut­sche und eng­li­sche Pas­sa­gen ab.

Lün­ne­manns Kom­po­si­ti­ons­wei­se zeigt ei­nen ver­sier­ten Um­gang mit Stil­ele­men­ten des Mu­si­cals. All sei­ne The­men und Me­lo­di­en er­we­cken den An­schein des Be­kann­ten. Aber nichts wirkt lang­at­mig. Im­mer än­dert sich im rich­ti­gen Mo­ment der Aus­druck. Sehr ge­schickt wird der Text sing­bar ge­macht. Stets 250 Sän­ge­rin­nen und Sän­ger, ver­weilt die Me­lo­die nach 4 bis 5 kur­zen Wort­sil­ben auf ei­ner lang ge­hal­te­nen No­te. So ge­nie­ßen Aus­füh­ren­de und Zu­hö­rer glei­cher­ma­ßen das woh­li­ge Ge­fühl, sich in die Mu­sik hin­ein­leh­nen zu kön­nen wie in be­que­me Pols­ter.

Paul Bar­kers Wer­ke wa­gen sich viel wei­ter vor in den Be­reich des mu­si­ka­li­schen Mas­sen­ge­schmacks. Die ein­zel­nen Num­mern sei­ner „MAS­Si­ve“(Mas­si­ve Mes­se) und des RoQu­i­ems (Rock Re­qui­em) ori­en­tie­ren sich an schla­ger­haf­ter Pop­mu­sik. Al­le Rhyth­men sind ein­fach, und die sehr schlich­ten Me­lo­di­en zei­gen stän­di­ge Wie­der­ho­lun­gen. Mas­siv ist al­lein die Men­ge der Aus­füh­ren­den, wel­che nun Di­ri­gent Ga­b­ri­el Isen­berg an­lei­ten muss. Doch der gan­ze Auf­wand geht lei­der zu­las­ten der Trans­pa­renz, ja selbst die schö­ne Stim­me von So­lis­tin St­ef­fi Isen­berg wird zeit­wei­se völ­lig zu­ge­deckt.

Es stellt sich die Fra­ge, wo­her der in­ter­na­tio­na­le Er­folg von Paul Bar­kers Wer­ken rüh­ren mag. Wahr­schein­lich kommt es da­her, dass sich sei­ne Stü­cke für Mam­mut­got­tes­diens­te un­ter frei­em Him­mel recht gut eig­nen. Im ge­schlos­se­nen Sa­kral­raum ei­ner Kir­che, und sei die­se noch so groß, wer­den sie wohl nicht hei­misch.

ei­ne Band so­wie ein Streich­or­ches­ter wirk­ten in der Herz-Je­suKir­che mit. Fo­to: And­re Ha­ver­go

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