Schulz wirft Uni­on Ko­ali­ti­ons­bruch vor

Teil­zeit­ge­setz ge­schei­tert – Um­fra­ge sieht Mehr­heit für Schwarz-Gelb

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Be­rich­te auf noz.de/gro­ko

Zur Em­pö­rung der So­zi­al­de­mo­kra­ten lässt die Uni­on das ge­plan­te Ge­setz zu ei­nem Rück­kehr­recht in Voll­zeit schei­tern. SPDKanz­ler­kan­di­dat Martin Schulz wirft der Uni­on des­halb Ko­ali­ti­ons­bruch vor. Das Ge­setz sei fest ver­ein­bart ge­we­sen. In Um­fra­gen fal­len Schulz und SPD un­ter­des­sen im­mer wei­ter zu­rück.

BER­LIN. Mit der Ab­leh­nung des Ent­wurfs von Ar­beits­mi­nis­te­rin Andrea Nah­les (SPD) wol­le Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) nun „zu ei­nem En­de der ge­ord­ne­ten Zu­sam­men­ar­beit in der Ko­ali­ti­on kom­men“, sag­te Schulz am Di­ens­tag in Ber­lin. „Das Bun­des­kanz­ler­amt ent­wi­ckelt sich zu ei­ner Wahl­kampf­zen­tra­le“, füg­te Schulz hin­zu. Vie­le Men­schen hät­ten Ver­trau­en in die Gro­ße Ko­ali­ti­on ge­habt, weil sie den Ko­ali­ti­ons­ver­trag „sehr zu­ver­läs­sig ab­ge­ar­bei­tet“ha­be. Die SPD ha­be zu ih­ren Ver­pflich­tun­gen ge­stan­den, was ihr nicht im­mer leicht­ge­fal­len sei.

Das von der SPD ge­for­der­te Recht zur Rück­kehr von Teil- in Voll­zeit soll­te es vor al­lem Frau­en er­mög­li­chen, et­wa nach Pha­sen der Kin­der­er­zie­hung wie­der mehr zu ar­bei­ten. Das Kanz­ler­amt ent­schied nach An­ga­ben von Nah­les al­ler­dings, dass der Ent­wurf in die­ser Le­gis­la­tur­pe­ri­ode nicht mehr ins Ka­bi­nett kommt.

In der Uni­on nimmt un­ter­des­sen die De­bat­te über den Um­fang ge­plan­ter Steu­er­sen­kun­gen Fahrt auf. Die Uni­ons­frak­ti­ons­chefs aus Bund und Län­dern for­dern nun ein jähr­li­ches Ent­las­tungs­vo­lu­men von „min­des­tens“15 Mil­li­ar­den Eu­ro. So steht es in ei­nem Pa­pier, dass die Po­li­ti­ker am Di­ens­tag in Mün­chen vor­ge­stellt ha­ben.

Die CDU-Spit­ze sieht 15 Mil­li­ar­den Eu­ro bis­lang als Höchst­gren­ze für Steu­er­sen­kun­gen, die CSU wür­de ger­ne mehr ver­spre­chen. Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) und CSU-Chef Horst See­ho­fer hat­ten zu­letzt an­ge­kün­digt, De­tails und Um­fang ge­plan­ter

Steu­er­sen­kun­gen bis zur Vor­stel­lung ei­nes ge­mein­sa­men Wahl­pro­gramms An­fang Ju­li zu klä­ren.

Die Uni­ons­frak­ti­ons­vor­sit­zen­den ge­hen zu­dem da­von aus, dass die ge­plan­te schritt­wei­se Ab­schaf­fung des So­li­da­ri­täts­zu­schlags zu den 15 Mil­li­ar­den Eu­ro an Steu­er­sen­kun­gen hin­zu­kommt. Da­mit

sol­le „ei­ne Ent­las­tung für al­le Ein­kom­men er­reicht wer­den“, heißt es in dem Pa­pier.

Die SPD ver­liert nach ei­ner ak­tu­el­len Um­fra­ge un­ter­des­sen wei­ter an Zu­stim­mung – wäh­rend Uni­on und FDP erst­mals ei­ne Mehr­heit für ei­ne schwarz-gel­be Ko­ali­ti­on hät­ten, wenn jetzt der Bun­des­tag neu ge­wählt wür­de.

Nach dem am Di­ens­tag ver­öf­fent­lich­ten Wahl­t­rend von „Stern“und RTL ver­bes­sern sich CDU/CSU um ei­nen Punkt auf 39 Pro­zent, die FDP kann eben­falls um ei­nen Zäh­ler zu­le­gen und wä­re mit 9 Pro­zent dritt­stärks­te Kraft.

Die SPD kommt ak­tu­ell auf 25 Pro­zent, das ist ein Punkt we­ni­ger als in der Vor­wo­che. Die Lin­ke sta­gniert bei 8 Pro­zent. Die Grü­nen und die AfD blei­ben un­ver­än­dert bei je 7 Pro­zent. Der An­teil der Nicht­wäh­ler und Un­ent­schlos­se­nen be­trägt laut der Um­fra­ge 22 Pro­zent.

Auf­lö­sungs­er­schei­nun­gen in Ber­lin:

Ka­ri­ka­tur: Klaus Stutt­mann

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