Wahl­kampf auf dem Rü­cken von Frau­en

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - U.west­do­erp@noz.de

Streit statt Pro­blem­lö­sung: Die Gro­ße Ko­ali­ti­on wech­selt mehr und mehr in den Wahl­kampf­mo­dus – die­ses Mal zum Scha­den von Hun­dert­tau­sen­den von Frau­en, die in der Teil­zeit­fal­le ge­fan­gen sind. Al­len vor­an die SPD woll­te die Be­trof­fe­nen aus ih­rer miss­li­chen La­ge be­frei­en. Doch dar­aus wird nun nichts. Das Ge­setz ist kurz vor der Bun­des­tags­wahl ge­schei­tert, was si­cher­lich kein Zu­fall ist. Von Uwe West­dörp

Die Uni­on be­fürch­te­te of­fen­bar, die Re­form wür­de vor al­lem der SPD und ih­rer Ge­rech­tig­keits­kam­pa­gne nut­zen. Oh­ne­hin ging ihr das von Andrea Nah­les ge­plan­te Rück­kehr­recht von Teil­zeit in Voll­zeit viel zu weit. Was lag al­so nä­her, als das Ge­setz von der Ent­schei­dungs­lis­te zu neh­men.

Die So­zi­al­de­mo­kra­ten, die an­ge­sichts sin­ken­der Po­pu­la­ri­tät ei­nen Er­folg gut ge­brau­chen könn­ten, lau­fen nun ins Lee­re. Zu­dem hängt ih­nen nach, dass sie ein Wahl­pro­gramm oh­ne kla­re Aus­sa­gen zu Ren­ten und Steu­ern vor­ge­stellt ha­ben – noch da­zu in Ab­we­sen­heit des Kanz­ler­kan­di­da­ten.

Zwar ist es rich­tig, dass auch die Uni­on bis­lang nur va­ge Pa­ro­len zu bie­ten hat. Doch bleibt es nun mal Auf­ga­be ei­nes Her­aus­for­de­rers, in die Of­fen­si­ve zu ge­hen.

Al­ler­dings ist Ti­tel­ver­tei­di­ge­rin An­ge­la Mer­kel nur schwer zu stel­len. Tak­tisch hat sie mit dem bis­lang glück­lo­sen Schulz kei­ne Pro­ble­me. Kaum zu glau­ben, dass die­ser aus der Teil­zeit­fra­ge noch ein Ge­win­ner­the­ma macht.

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