Ver­band: Wach­leu­te bes­ser schu­len

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Einblicke -

Von Ma­ri­on Trim­born

Als Leh­re aus dem An­schlag von Man­ches­ter for­dert der Bun­des­ver­band der Si­cher­heits­wirt­schaft (BDSW) schär­fe­re Ge­set­ze für die Aus­bil­dung von Si­cher­heits­leu­ten bei Groß­ver­an­stal­tun­gen in Deutsch­land. In ei­nem Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on kri­ti­sier­te der Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Ver­ban­des, Ha­rald Ol­schok, dass die Aus­bil­dung von 40 St­un­den Un­ter­richt bei ei­ner In­dus­trie­und Han­dels­kam­mer zu un­spe­zi­fisch und rea­li­täts­fern sei. Ol­schok sag­te: „Die­ser „Sitz­schein“muss durch ei­ne Gr­und­aus­bil­dung für Ver­an­stal­tun­gen er­setzt wer­den, die sich ganz kon­kret auf die Auf­ga­ben be­zieht.“

Da­zu ge­hö­re Un­ter­richt zur Dy­na­mik und Psy­cho­lo­gie von Men­schen­mas­sen. Ord­ner müss­ten ler­nen, wie sie bei Groß­ver­an­stal­tun­gen und Kon­zer­ten ag­gres­si­ve oder ver­däch­ti­ge Be­su­cher er­ken­nen, im Not­fall de­es­ka­lie­rend ein­grei­fen und das über­tra­ge­ne Haus­recht aus­üben könn­ten. Sie müss­ten auch in der La­ge sein, ge­mein­sam mit der Po­li­zei per Vi­deo­über­wa­chung und Ge­sichts­er­ken­nung Ver­däch­ti­ge zu er­ken­nen.

„Für Kir­chen­tag ge­rüs­tet“

Der Ver­bands-Chef sag­te: „Si­cher­heits­mit­ar­bei­ter müs­sen für solch kon­kre­te Si­tua­tio­nen ge­schult wer­den. Sie müs­sen ihr Ver­hal­ten üben.“Das feh­le heu­te völ­lig. Bei Ver­an­stal­tun­gen sei mehr Vi­deo­über­wa­chung nö­tig, die das Si­cher­heits­per­so­nal aus­wer­ten kön­nen müs­se. Nach An­sicht des Ver­bands sind Ver­an­stal­tun­gen in Deutsch­land be­reits sehr gut ge­si­chert. Ol­schok sag­te: „Vor al­lem die Ka­ta­stro­phe auf der Lo­ve-Pa­ra­de vor sie­ben Jah­ren in Duis­burg hat das Si­cher­heits­be­wusst­sein bei Ver­an­stal­tun­gen deut­lich ge­stei­gert.“

Ber­lin und Wit­ten­berg se­hen sich un­ter­des­sen bei der Si­cher­heit rund um den Evan­ge­li­schen Kir­chen­tag gut ge­rüs­tet. In der Haupt­stadt sei­en Tau­sen­de Po­li­zis­ten aus Ber­lin und drei wei­te­ren Bun­des­län­dern im Ein­satz, sag­te Po­li­zei­spre­cher Tho­mas Neu­en­dorf. Das Si­cher­heits­kon­zept sei auch mit Blick auf die ver­gan­ge­nen An­schlä­ge er­ar­bei­tet wor­den und tra­ge ei­nem mög­li­chen Er­eig­nis „mit vie­len Ver­letz­ten und schwe­ren Ver­let­zun­gen“Rech­nung.

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