US-Etat soll um Bil­lio­nen schrump­fen

Streit über Haus­halts­ent­wurf

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Die Re­gie­rung von Do­nald Trump hat ih­ren Haus­halts­ent­wurf vor­ge­legt. So­gleich stür­zen sich die Kri­ti­ker auf das Pa­pier, das oh­ne­hin so nicht Be­stand ha­ben wird. Auch in der Af­fä­re um mög­li­che Russ­land-Kon­tak­te von Trumps Wahl­kampf­team gibt es neu­en Är­ger.

WA­SHING­TON. US-Prä­si­dent Do­nald Trump will die Staats­aus­ga­ben der USA mas­siv zu­rück­fah­ren. In den kom­men­den zehn Jah­ren sol­len 3,6 Bil­lio­nen US-Dol­lar an Aus­ga­ben ge­kürzt wer­den, wie aus sei­nem Haus­halts­ent­wurf vor­geht, den die Re­gie­rung am Di­ens­tag in Wa­shing­ton vor­stell­te. Den Ver­tei­di­gungs­etat will der re­pu­bli­ka­ni­sche Prä­si­dent da­ge­gen stark aus­wei­ten.

Al­ler­dings ist der Ent­wurf nicht viel mehr als ei­ne Dis­kus­si­ons­grund­la­ge. Er muss von bei­den Kam­mern des Kon­gres­ses in iden­ti­scher Wei­se be­schlos­sen wer­den. In die­sem par­la­men­ta­ri­schen Pro­zess wer­den er­heb­li­che Än­de­run­gen er­war­tet. Das Wei­ße Haus er­klär­te, der Ent­wurf sei aus der Sicht des Steu­er­zah­lers ent­stan­den. Der Haus­halt hat ein Ge­samt­vo­lu­men von 4,094 Bil­lio­nen US-Dol­lar.

Ei­ne Ana­ly­se der „Wa­shing­ton Post“kommt zu dem Schluss, dass der Vor­schlag ein­sei­tig die Wohl­ha­ben­den be­vor­zu­ge. Bes­ser­ver­die­nen­de er­hiel­ten groß­zü­gi­ge Steu­er­nach­läs­se, wäh­rend so­zia­le Leis­tun­gen wie die Ge­sund­heits-Grund­si­che­rung für Ar­me weg­fal­len sol­len. Auch Le­bens­mit­tel­mar­ken für Be­dürf­ti­ge sol­le es nicht mehr ge­ben.

Die De­mo­kra­ten im Ab­ge­ord­ne­ten­haus und Se­nat wie­sen den Ent­wurf zu­rück. „Es ist ein Bei­spiel für Do­nald Trumps nicht ge­hal­te­ne Ver­spre­chen der ar­bei­ten­den Be­völ­ke­rung Ame­ri­kas ge­gen­über“, sag­te die Op­po­si­ti­ons­füh­re­rin im Re­prä­sen­tan­ten­haus, Nan­cy Pe­lo­si: „Mil­li­ar­den in die Rüs­tung zu ste­cken, wäh­rend man zeit­gleich die Fa­mi­li­en Be­rufs­tä­ti­ger ver­nach­läs­sigt, höhlt un­se­re Stär­ken aus.“

Dem Vor­schlag zu­fol­ge soll erst­mals in der US-Ge­schich­te ei­ne Re­ge­lung für be­zahl­te El­tern­zeit ein­ge­führt wer­den. Im Wahl­kampf hat­ten vor al­lem die De­mo­kra­ten be­män­gelt, die USA sei­en das ein­zi­ge hoch ent­wi­ckel­te Land der Er­de, in dem be­zahl­te Aus­zei­ten für El­tern nicht ge­setz­lich ge­re­gelt sei­en. Dies soll un­ter an­de­rem mit Kür­zun­gen bei der ge­sund­heit­li­chen Gr­und­ver­sor­gung Me­di­caid ge­gen­fi­nan­ziert wer­den.

Auch in der Af­fä­re um mög­li­che Russ­land-Kon­tak­te im US-Wahl­kampf gibt es neu­en Är­ger. Der ehe­ma­li­ge CIA-Chef John Brenn­an hat Hin­wei­se auf Kon­tak­te zwi­schen dem Trump-Wahl­kampf­team und rus­si­schen Re­gie­rungs­stel­len wäh­rend des US-Wahl­kamp­fes 2016 be­stä­tigt. „Ich ha­be In­for­ma­tio­nen und Ge­heim­diens­ter­kennt­nis­se ge­se­hen, die auf Kon­tak­te zwi­schen rus­si­schen Re­gie­rungs­stel­len und Per­so­nen hin­wei­sen, die im Trump-Wahl­kampf in­vol­viert wa­ren“, sag­te Brenn­an in öf­fent­li­cher Sit­zung des Ge­heim­dienst­aus­schus­ses des Ab­ge­ord­ne­ten­hau­ses am Di­ens­tag in Wa­shing­ton.

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