Das Was­ser in Fluss hal­ten

CDU be­schäf­tigt sich mit Ober­flä­chen­was­ser und Ar­beit des Un­ter­hal­tungs­ver­ban­des Düs­ter­die­ker Aa

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost -

Wo bleibt das Ober­flä­chen­was­ser in Westerkappeln? Das war die Kern­fra­ge ei­nes In­for­ma­ti­ons­abends des CDUOrts­ver­ban­des Westerkappeln.

Die Orts­ver­bands­vor­sit­zen­de Hei­ke Ci­zels­ky be­grüß­te zu der Ver­an­stal­tung mit Fried­helm Wil­brand und Man­sour Rah­mi­an von der Ge­mein­de­ver­wal­tung Westerkappeln, Heinz Cy­rull, dem Ver­bands­vor­ste­her des Was­ser­un­ter­hal­tungs­ver­bands Düs­ter­die­ker Aa, und Bir­git Ley­schul­te vom CDUOrts­ver­band laut Mit­tei­lung nicht nur vier sach­kun­di­ge Re­fe­ren­ten, son­dern auch ei­ne gan­ze Rei­he von Zu­hö­rern.

Fried­helm Wil­brand ver­deut­lich­te den Zu­hö­rern die Viel­zahl von Bä­chen und Fließ­ge­wäs­sern im Ge­mein­de­ge­biet, die von den Was­ser­un­ter­hal­tungs­ver­bän­den Düs­ter­die­ker Aa, Met­tin­ger Aa, Dü­te und Sees­ter Bruch­gra­ben ge­pflegt wer­den. Wil­brand wies auf die un­re­gel­mä­ßi­ge Was­s­er­füh­rung man­cher Bä­che hin, die zeit­wei­lig oh­ne Was­ser sei­en. Im Nor­den des Ge­mein­de­ge­biets ge­be es ge­rin­ge Ge­fäl­le mit ge­rin­gen Fließ­ge­schwin­dig­kei­ten: „Erst durch den Ein­griff des Men­schen wur­den im Be­reich der Düs­ter­die­ker Aa man­che Ge­wäs­ser über­haupt zu ech­ten Fließ­ge­wäs­sern.“

Den Was­ser­un­ter­hal­tungs­ver­band Düs­ter­die­ker Aa stell­te Heinz Cy­rull vor. Der Ver­band pfle­ge ei­ne Ge­wäs­ser­län­ge von 120 Ki­lo­me­tern. Durch das ge­rin­ge Ge­fäl­le im Ver­bands­ge­biet sei­en dem­ent­spre­chend um­fang­rei­che Maß­nah­men er­for­der­lich, um den Ab­fluss des Was­sers letzt­lich in die Ems zu ge­währ­leis­ten.

Cy­rull be­dau­er­te, dass es für die­se Ar­bei­ten kei­ne Lan­des­zu­schüs­se mehr ge­be; viel­mehr müs­se sich der Ver­band vor­nehm­lich aus den Bei­trä­gen der Ei­gen­tü­mer der Flä­chen fi­nan­zie­ren. Das Haus­halts­vo­lu­men be­trägt gut 120 000 Eu­ro. Al­le Ar­bei­ten er­folg­ten in en­ger Zu­sam­men­ar­beit mit der Un­te­ren Was­ser­be­hör­de und der Bio­lo­gi­schen Sta­ti­on im Kreis St­ein­furt. Für rund 120 Ki­lo­me­ter Ge­wäs­ser­län­ge ist der Un­ter­hal­tungs­ver­band Düs­ter­die­ker Aa zu­stän­dig. Ver­bands­vor­ste­her Heinz Cy­rull be­rich­te­te bei der CDU jetzt über die Ar­beit des Ver­ban­des, ver­deut­lich­te aber auch den Kon­flikt zwi­schen Was­ser­ab­fluss und Na­tur­schutz.

Heinz Cy­rull ver­deut­lich­te auch den Kon­flikt zwi­schen Was­ser­ab­fluss und Na­tur­schutz, der auch in ein­drucks­vol­len Fo­tos von Bir­git Ley­schul­te aus den Stark­re­gen­jah­ren 1981 und 2016 deut­lich ge­wor­den sei. Die Zeit der Mahd und des Aus­räu­mens der Bä­che und Grä­ben sei be­dingt durch die Brut­zeit der Vö­gel stark ein­ge­schränkt. Er­fol­ge je­doch

zeit­wei­lig kei­ne Un­ter­hal­tung der Bä­che, so ge­be es auch kei­ne Was­ser­ab­fuhr.

Nicht nur Ver­krau­tung be­hin­de­re die Was­ser­ab­fuhr, eben­so auch die Ver­san­dung durch Bö­schungs­ab­brü­che und Ab­spü­lun­gen. Sei­ne For­de­rung: Re­na­tu­rie­run­gen im Rah­men der EU-Was­ser­rah­men­richt­li­nie zum Schutz der bio­lo­gi­schen Viel­falt müss­ten ei­ne Aus­wei­tung der Ge­wäs­ser mit gro­ßem Bö­schungs­pro­fil be­inhal­ten. Eng­stel­len dürf­ten nicht noch künst­lich ge­schaf­fen wer­den.

Aber es gibt auch die For­de­rung an die Land­wirt­schaft, bö­schungs­na­hes Pflü­gen zu ver­mei­den. „Hal­tet Ab­stand, wir kön­nen sonst nicht or­dent­lich ar­bei­ten“, so Cy­rulls Ap­pell. Die orts­na­hen Re­gen­rück­hal­te­be­cken könn­ten bei Stark­re­gen die Was­ser­men­gen nicht voll­stän­dig auf­neh­men, sie sei­en ei­gent­lich nur grö­ße­re „Ba­de­wan­nen“.

Raum­kon­flikt bremst

Das an der Düs­ter­die­ker Aa ge­plan­te Aus­wei­tungs­pro­gramm ge­stal­tet sich nach sei­ner Mei­nung durch den Raum­kon­flikt mit den An­for­de­run­gen des Na­tur­schut­zes zu lang­sam.

Ve­he­ment wand­te sich Cy­rull auch in der Dis­kus­si­on mit den Zu­hö­rern ge­gen kreis­ei­ge­ne Was­ser­un­ter­hal­tungs­grup­pen: „Wir hier im Was­ser­un­ter­hal­tungs­ver­band am Ort wis­sen schon, wo die Knack­punk­te sind, und auch wir kön­nen na­tur­nah ar­bei­ten.“Ei­ne Neu­struk­tu­rie­rung der Was­ser­un­ter­hal­tung ist sei­ner An­sicht nach nicht ef­fek­tiv und viel zu kos­ten­in­ten­siv.

Man­sour Rah­mi­an aus dem Bau­amt der Ge­mein­de stell­te die Ablei­tung des Ober­flä­chen­was­sers aus dem Sied­lungs­kern vor. Die nach sei­ner Mei­nung in Westerkappeln aus­rei­chend di­men­sio­nier­te Re­gen­was­ser­ka­na­li­sa­ti­on ent­spre­che den An­for­de­run­gen, Eng­päs­se sei­en be­sei­tigt wor­den. Je­doch müss­ten die in­ner­ört­li­chen Ge­wäs­ser Bul­ler­teich­gra­ben und Kö­nig­steich­gra­ben über die Ein­lei­tungs­punk­te im­mer grö­ße­re Men­gen an Ober­flä­chen­was­ser auf­neh­men. Des­halb sei es gut, dass das neue Bau­ge­biet am Gar­ten­moor­weg nach Os­ten hin ent­wäs­sert wer­de, mein­te Rah­mi­an.

Der CDU-Orts­ver­band Westerkappeln wird sich am 27. Ju­ni noch ein­mal mit dem The­ma „Was­ser“be­schäf­ti­gen. Dann wird es um das neue Lan­des­was­ser­ge­setz und die Grund­was­ser­qua­li­tät ge­hen.

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